Jahrestagung 2002

Kurzreferate 2002:
Donnerstag, 30. Mai 2002

1. Damiano Frigerio, Ästetiker, Lugano:
Abnehmbare Ästhetik

Die Betonung der Aesthetik in der Zahnheilkunde stellt die Basis fuer ein optimales Ergebnis in den prothetischen Restaurationen dar. Die Akzeptanz seitens der Patienten ist massgebend und der Weg um sie zu erreichen ist sowohl an ein aesthetisches als auch an ein funktionelles Ergebnis gebunden.

Voraussetzung fuer eine aesthetische und funktionelle prothetische Arbeit ist das natuerliche Vorbild. Unser Ziel ist es, einen natuerlichen, physiologischen Gesamteindruck und einen natuerlichen Gesichtsausdruck zu erreichen, bei dem der Zahnersatz als solcher nicht zu erkennen ist.

Entscheidend fuer die hochwertige Prothetik sind die funktionellen und anatomischen Eigenschaften und die altersgerechte Eigenart. In der festsitzenden Prothetik sind große Fortschritte aus der Sicht der Aesthetik mittels hochwertigen Materialien unternommen worden.

Dieser Trend nach einem naturnahen Kunstwerk hat auch im abnehmbaren Teil- und Totalprothetik-Bereich Einzug genommen. Damit erklaeren sich die in den letzten Jahren unternommenen Anstrengungen einiger Hersteller, auch fuer die abnehmbare Prothetik Materialien herzustellen, die den modernen Anforderungen gerecht werden.

Die Kaustabilitaet ist beim Erstellen der Totalprothese ein erworbenes Konzept. Waehrend der letzten Jahren haben verschiedene Autoren unterschiedliche Methoden zur Charakterisierung der abnehmbaren Prothetik mit verschiedenen Systemen und fuer Heiss- und Kaltpolymerisate realisiert. Jeder Autor hat Systeme entwickelt, welche zu besseren aesthetischen Ergebnisse in der Realisierung von Totalprothesen gefuehrt haben.

Der Zweck meiner Methode in der Zahntechnik liegt darin, diese an so viele Personen wie moeglich weiterzugeben.

In meinem Referat werde ich die allgemeinen Aspekte der Aesthetik in der Totalprothetik erlaeutern und die folgenden Argumente behandeln:

Die Charakterisierung der Kunststoff- und Porzellan-Zaehne, die Charakterisierung des Frontschildes nach der Methode der Zuercher Universitaet.

2. J. Mehlert, ZTM, Hamburg:
Gedanken zur Totalprothetik

Die Totalprothetik hat eine sehr lange Geschichte, erste wissenschaftliche Arbeiten stammen aus der Zeit des fruehen 18. und 19.Jahrhunderts. Viele Pioniere leisteten sehr fundierte Grundlagenforschung die bis in unsere Zeit teilweise noch Bestand haben. So zum Beispiel Philipp Pfaff, der 1756 ein Abformverfahren und Bissnahme mit Wachs und Siegellack beschrieb. Die Gipsmodelle brachte er mit einem einfachen Gipsokkludator zueinander. 1808 entwickelte Gariot einen Scharniergelenkokkludator aus Metall. Nachdem 1776 die ersten Porzellanzaehne in Paris hergestellt wurden, nahm Claudius Ash 1838 in England die industrielle Fertigung auf.

Parallel forschten andere Wissenschaftler. So ergaben die anatomischen Untersuchungen von Bonwill den ersten brauchbaren Artikulator, konstruiert auf wissenschaftlicher Grundlage aber noch mit waagerecht verlaufenden Kondylenbahnen. An ueber tausend Schaedel konnte er nachweisen, da? sich zwischen den Mitten der Kondylen der Kiefergelenke und dem Beruehrungspunkt der unteren, mittleren Incisiven sich ein gleichseitiges Dreieck aufspannt. Balkwill benannte die Neigung des Bonnwilldreiecks zur Okklusionsebene mit 220-270 (Balkwilkwinkel). Bonwilldreieck und Balkwillwinkel sind heute noch Konstruktionsmerkmale im modernen Artikulatorenbau. Dieser, fuer lange Zeit in Vergessenheit geratene Wissenschaftler, hatte schon 1866 in London seine Forschungsergebnisse vorgestellt. Er beschrieb unterschiedliche Unterkieferbewegungen, Eckzaehne als Fuehrungselemente und die Geometrie des „Gotischen Bogen“. 1870 beschrieb Bennett die Bennet’sche Lateralbewegung, das seitliche Versetzen des Unterkiefers waehrend einer Lateralbewegung und den Bennetwinkel, der gebildet wird durch die Kondylenbahn der Mediotrusionsseite und der Sagittalrichtung, projiziert auf die Horizontalebene. Hayes konstruierte 1887 einen Gesichtsbogen zur gelenkbezueglichen Orientierung der Modelle in den Artikulator. In den Jahren 1890 – 1901 ergaben die Forschungen von Walker, von Spee (Speekurve) und Christensen (Christensen`sche Phaenomene) weitere Erkenntnisse ueber die Anatomie des Kiefergelenks und seinen Bewegungen

Der grosse Forscher und Lehrer Alfred Gysi (1865 – 1957) griff viele der vorgenannten Erkenntnisse auf und entwickelte zusammen mit seinen eigenen Forschungsergebnissen seine Artikulationslehre. 1908 erschien „Das Artikulationsproblem“. Die Entwicklung von ca. 15 Artikulatoren und Gesichtsbogen und die Einfuehrung des Inzisalstifts gehen auf ihn zurueck. Er machte sich die Vorteile eines individuell verstellbaren Frontzahnfuehrungsteller zu Nutze (n. Fischer) und untersuchte 50 weitere Artikulatoren treu nach seinem Grundsatz: „Pruefe alles und behalte das Beste“. Mit unermuedlichem Forscherdrang uebearbeitete Gysi im hohen Alter seine Artikulationslehre ein letztes Mal (1957) und „gute Aspekte von anders denkenden Kollegen“ fliessen in seine Lehrmeinung mit ein. So unterscheidet sich diese neue Auffassung demnach sehr deutlich von seinen Aussagen aus dem Jahr 1923. Parallel zu Gysi entwickelten andere Forscher weitere Lehrmeinungen. So z.B. Balters, Fehr, Haller, Hiltebrand, Strack und Pound. Viele der damaligen Ideen und Forschungsergebnisse sind heute noch Bestandteil der neuen Konzepte. Hanau entwickelt auf der Grundlage der von Gysi beschriebenen „Balancierten Okklusion“ die Hanau`sche Quint. Sie beschreibt die wechselseitige Beeinflussung von Gelenkbahnneigung, Okklusionsebenenneigung, Schneidezahnfuehrung, Kompensationskurve und Hoeckerhoehe.

Gerber veroeffentlicht 1962 seine Kondylartheorie. Als Schueler von Gysi uebernimmt er dessen Ideen, die Erkenntnisse von Hiltebrand ueber dessen physiologische Betrachtung des Kauvorgangs und die Empfehlungen von Pound zur lingualisierten Aufstellung und formt daraus ein in sich logisches Konzept fuer die Totalprothetik. Die konsequente Entwicklung der Condyloformzaehne und des Condylators mit Gesichtsbogen bestaetigen seine Lehrmeinung bis heute. Seine Schueler u.a. Palla, Bosshart, Lerch und Stuck griffen die Ideen auf und entwickelten sie basierend auf den taeglichen praktischen Erfahrungen weiter. So erweitert Lerch die Modellanalyse um die Innen- und Aussen-Korrekturbereiche. Stuck entwickelt basierend auf der Gerbertheorie die individuelle Aufstellung am Patienten nach phonetischen, physiognomischen und aesthetischen Gesichtspunkten im muskulaeren Gleichgewicht. Aus der Innsbrucker Schule (Gausch) hat er die Eckzahnfuehrung bzw. die 4er-Dominanz uebernommen. Die von Stuck entwickelte APFNT-Methode fusst auf obige Erfahrungen und ist eine Systemaufstellung nach mittleren Werten, die jederzeit mit individuellen Werten und Angaben durch den Behandler erweitert werden kann. Voraussetzung ist das APFNT – Instrumentarium und ein „Protar“ – Artikulator. Allais verfolgt die gleiche Richtung, er erweitert sein Vorgehen um die Gesichtsanalyse des Patienten. Dabei bewertet Allais die knoechernen Strukturen und die facialen Weichgewebe. Die Informationen hierfuer, erhaelt er aus einer Fernroentgenaufnahme und einer Lateralfotografie des Patienten.

Viele Wissenschaftler und Lehrer sind in dieser kurzen Exkursion nicht erwaehnt worden, was ihre Bemuehungen um die Totalprothetik nicht in den Schatten stellen soll. So geben u.a. Slavicek, Gutowski, Gruner, End, Stuettgen, Huber, Schulz und Koerholz ihre langjaehrigen Erfahrungen und Lehrmeinungen an einen grossen Kreis interessierter Prothetiker weiter.

Vorwiegend werden die bilaterale balancierte Zahnaufstellung und die eckzahngefuehrte Zahnaufstellung seit Jahren in der Ausbildung angeboten. Beide Lehrmeinungen manifestierten sich und wurden in der Folge zum Teil sehr kontraer diskutiert. Aber Annaeherung ist in Sicht. So konnten durch erste Untersuchungen durch Peroz und Allais belegt werden, das es die allein richtige Methode nicht gibt. Anlaesslich einer kleinen Studie konnte an 22 Totalprothesen die nach einer 3 monatigen Tragedauer auf das jeweils andere Okklusionskonzept umgearbeitet wurden, keine signifikante Aussage fuer das eine oder andere Konzept gemacht werden. Allais stellte fest, das nicht fuer jeden Patienten das gleiche Konzept anzuwenden ist. Er untersucht die biologischen Voraussetzungen fuer ein okklusales Schema zur Rehabilitation zahnloser Patienten. Beide Veroeffentlichungen zeigen den richtigen Weg auf, weitere werden folgen muessen.

Neben den sehr intensiven Diskussionen um das „richtige“ Okklusionskonzept sind viele Empfehlungen und Hinweise zu weiteren Funktionsflaechen, Arealen und Vorgehensweisen etwas ins Abseits gerutscht. Diese gilt es nun wieder mehr in den Vordergrund zu Stellen, da sie unabhaengig vom Okklusionskonzept allgemein gueltigen Charakter haben.

Vor ca. 90 Jahren bereits empfahl Gysi „mit Hilfe des Gesichtsbogens den raeumlichen Abstand der Okklusionsebene zu den beiden Kondylen zu registrieren und spaeter auf den Artikulator zu uebertragen“. Leider ist es bis heute noch nicht gelungen dieses unverzichtbare Instrumentarium, zum Standart in der prothetischen Versorgung in den Praxen werden zu lassen. Alle Referenten weisen in ihren Kursen immer wieder darauf hin, mindestens mit einem Schnelluebertragungsbogen die Oberkiefermodelle schaedel- und gelenkbezueglich in den Artikulator einzusetzen. Untersuchungen haben ergeben, dass bei der Modellmontage nach dem Bonwilldreieck und der Montage mit Gesichtsbogen im Bereich der Artikulatorenachse es zu sehr grossen Abweichungen kommt. (Horn u. Opitz) Weiterhin ist festzuhalten, dass eine intraorale Stuetzstiftregistrierung verbunden mit der Bestimmung der individuellen Gelenkbahnneigung die Grundvoraussetzung zur Erstellung totaler Prothesen ist (Horn u. Stuck, Palla, Allais).

McGrane (1946) gab Durchschnittswerte fuer die vertikale Hoehe der Waelle auf Registrierschablonen an, die dann auf mitteleuropaeische Verhaeltnisse ausgelegt wurden. Mit dem „Rim-Former“ werden die Wachswaelle auf die Masse 20mm (OK) und 16 mm (UK) heruntergeschmolzen; jeweils aus dem tiefsten Punkt der Umschlagfalte heraus gemessen. Bei richtiger Handhabung des Rim-Formers ergibt sich fast automatisch schon eine Parallelitaet des OK-Wachswalls zur Camperebene und Bipupillarlinie. Beides Bezugslinien, an denen sich spaeter die Okklusionslinie ausrichtet. Der Behandler hat nun die Moeglichkeit diese Parallelitaet des Wachswalls am Patienten mit Hilfe der Bissgabel zu ueberpruefen und gegebenenfalls etwas zu korrigieren.

Als gute Hilfsgeraete bewaehren sich seit laengerer Zeit das Alameter und das Papillameter. (Candulor) Mit dem Papillameter wird die Strecke Papilla-Incisiva bis zur Lippenlinie bestimmt, mit dem Alameter wird die Breite der Nasenbasis gemessen. Beide Werte werden auf die Aesthetik-Schablone (Horn) bzw. auf die physiognomische Kontrollschablone (Stuck) uebertragen. Mit dem Rim-Former wird nun der Wall bis an die angegebene Laengenmarkierung abgeschmolzen und im Winkel von ca. 600 der Bukkalkorridor bis zur Markierung, gegeben durch das Alameter, abgeschmolzen. Gutowski nennt diese Schablonen Aesthetik-Funktionsschablonen und fertigt diese jeweils fuer OK und UK an. Besonderen Wert legt er auf die Beruecksichtigung des Zungenaequators und laet eine Essprobe mit Knaeckebrot durchfuehren.

Mit der Funktionsschieblehre wird der sagittale Abstand der OK und UK Fronten und der vertikale Abstand der Fronten der alten Prothesen, des prothetisch zu versorgenden Patienten, vermessen. Weiter wird die vertikale Hoehe beider Prothesen in maximaler Intercuspidation und die Zahnbogenabstaende ausgemessen. Alle Angaben werden in einen Vermessungsbogen eingetragen. Diese Werte koennen somit zur Anfertigung der Aesthetik-Schablonen und der Registrierschablonen zur Bestimmung der Vertikaldimension hinzugezogen werden. Spaeter lassen sich auch so die Werte der alten Prothesen mit den der Neuen vergleichen. (Gutowski).

Mit dem Profilzirkel wird bei der Modellanalyse der Kieferkammverlauf auf den Modellrand uebertragen. An dem Punkt ,wo der Kieferkamm steiler ansteigt als die Kondylenbahnneigung, wird die Stopplinie markiert. Dahinter darf aus statischen Gruenden kein Zahn mehr mit antagonistischem Kontakt aufgestellt werden. Zusaetzlich wird die tiefste Stelle des Kieferverlaufs als Kauzentrum markiert, der breiteste Zahn findet hier seine Position.

Phonetik und Physiognomie sind die wesentlichen Parameter, die bei der Frontzahnaufstellung zum Tragen kommen muessen. Hier hat der Techniker eine exakt ausgeformte Aesthetik-Schablone zur Hilfe oder was wohl heute noch selten vorkommt, den direkten Kontakt zum Patienten. Die Erkenntnisse der Logopaedie ueber die Lautbildung im Bereich der Frontz‰hne muss sich hier zu Nutzen gemacht werden. (Stuck) Auch die Symmetrie des Schneidekantenverlaufes ist ein wesentlicher Punkt bei der Frontzahnaufstellung. Ackerman beschrieb das als „Frontzahntreppe“ (1944) und die Arbeit von Igraham u. Muff (1964) weisen in die gleiche Richtung. Die zentralen Incisiven sind die laengsten und die Eckzaehne die kuerzesten. Die Kontaktpunkte sind genauso angeordnet. Zwischen 1-1 liegt er am tiefsten und zwischen 2-3 am hoechsten. Eine Parallelitaet zum Schwung der Unterlippe waehrend des Lachens ist anzustreben. Ein gegen die Lachlinie aufgestellter Incisalkantenverlauf der OK-Front wirkt sich dagegen auf das Aussehen des Patienten negativ aus (Horn).

Zur kaustabilen Aufstellungen der Seitenzaehne wird die knoecherne Grundlage der Kiefer auf den Modellen vorab eingezeichnet. Im Oberkiefer ist das der Bereich innerhalb der tiefsten Stelle der Umschlagfalte und im Unterkiefer wird die Linea mylohoidea und die Linea opliqua dazu herangezogen. Im OK duerfen die zentrischen Hoecker nicht ueber diese Begrenzungslinie hinaus aufgestellt werden und im UK duerfen die zentrischen Gruben nicht ausserhalb dieser Linien liegen. Je mehr man sich von der Ideallinie, der Kieferkammmitte nach bukkal entfernt, desto staerker ist fuer eine bukkale Entlastung zu sorgen. Diese Aussage beruht auf Arbeiten von Pound und spaeter auch von Gerber. Stuck hat sie in das APFNT-System mit eingebracht. Lerch geht den Weg ueber die Festlegung der sogenannten Aussen- und Innen- Korrekturen bei der Modellanalyse. Diese Methode wurde auch von Koerholz uebernommen. (TiF)

Bereits 1956 gaben Frush und Fisher Empfehlungen zum individuellen Gestalten der „rosa Aesthetik“. Altersgerecht aber nach femininen und maskulinen Gesichtspunkten lassen sich der kuenstliche Marginalsaum, die marginale Gingiva, die Interdentalpapille und die gingivale Furche ausformen. Der marginale Saum der oberen Frontzaehne unterliegt anatomischen Gesetzmaessigkeiten. die beim Ausmodellieren des rosa Prothesenanteils mit zu beruecksichtigen sind. Hervorgerufen durch das Wurzelmerkmal verlaeuft der Saum distal immer etwas hoeher als mesial und die sich daran anschlie?ende Vorwoelbung der Gingiva verlaeuft ebenfalls nach distal.

Mit einer Schablone, die vor dem Umsetzen der Aufstellung in Kunststoff eingearbeitet wird, lassen sich die Gaumenfalten sehr naturgetreu nachahmen. Die Zunge erhaelt so ihr natuerliches Reibefeld wieder. Der Belag auf der Zunge von Prothesentraeger, u.a. hervorgerufen durch zu weiche Nahrung, eingeschraenkten Kauleistung sowie einer zu glatten Prothesenoberflaeche wird nicht mehr physiologisch abgeschliffen. (Strassburg) Aber Vorsicht – nicht alle Patienten kommen mit diesen harten Gaumenfalten zurecht. (Stuck)

Vor der Fertigstellung wird am Oberkiefermodell der dorsale Abschluss nach der Empfehlung von Bawendi radiert und die Hohllegung des Torus palatinus nach Angabe des Behandlers vorgenommen. Nur er kann die Staerke und die Ausdehnung der Hohllegung am Patienten erfassen und auf das Modell uebertragen.

Fazit: Die Totalprothetik hat eine sehr lange wissenschaftliche Geschichte und sehr viel Muetter und Vaeter. Trotzdem rutschte sie, auch bedingt durch berufspolitische Entwicklungen in ein Nischendasein. Neue Zahnlinien, Artikulatoren und Zubehoer aber auch der Mut einiger Kollegen aus Industrie und Technik, neue Wege zu beschreiten, haben die Totalprothetik auf ganzer Breite wiederbelebt. Mit dem erwaehnten Instrumentarium, bewaehrten Verfahren, fundierten theoretischen Kenntnissen und der Bereitschaft der Behandler, uns Technikern ein paar mehr Informationen als nur Patientennamen und Zahnfarbe zu kommen zu lassen, sind wir in der Lage, ganz hervorragende Arbeiten zu erstellen. Die neuesten Veroeffentlichungen in der Fachliteratur sind ein Spiegelbild dessen, was heute schon machbar ist. Mit den neuen Totalprothetiksystemen lassen sich eine gro?e Anzahl von Patienten mittelwertig versorgen. Mit Sicherheit gehoert aber der individuellen Totalprothetik die Zukunft, was den Menschen, die darauf angewiesen sind, nur von Herzen zu wuenschen ist!

3. Prof. J. Setz, Halle:
Implantatgehaltene Deckprothesen im zahnlosen Unterkiefer – Halteelemente und Prothesenkinematik

Kurzreferat folgt!

DER BESONDERE VORTRAG:

4. W. Geller, ZTM, Zürich:
Gedanken zur Entwicklung neuer Vollkeramik-Systeme

Kurzreferat liegt noch nicht vor!

5. Prof.J. Wirz, Basel:
Galvano – kontra Gusstechnologie – klinische Überlegungen

Einzelkronen

Die heute gaengigen Einzelvollkronen lassen sich von der Werkstoffseite her in drei Hauptgruppen unterteilen: in rein metallische, metallverblendete und in metallfreie Kronen. Bei den metallverblendetenKronen unterscheiden wir zwischen kunststoffverblendeten (Veneer-Kronen) und keramikverblendeten Kronen (VMK). Das Geruest der VMK-Kronen kann in einer hochgoldhaltigen EM- bzw. in einer korrosionsresistenten NEM-Legierung gegossen oder aber im goldhaltigen Bad (Galvanoforming) ohne Warmumformung aus 99,8% Gold mit groesserer Haerte galvanisiert werden. Das feine Goldgeruest von nur 0,2 mm Dicke erbringt gegenueber der herkoemmlichen VMK-Krone mit gegossenem Metallgeruest (ca. 0,5 mm Dicke) ein ueberaus guenstiges Verhaeltnis von Metall zur Keramikmasse, was sich auf Aesthetik und Festigkeit sehr positiv auswirkt. In die Beurteilung der biologischen Vertraeglichkeit einer kronenprothetischen Versorgung sind einerseits die Materialien der Werkstuecke und die Befestigungswerkstoffe, andererseits auch der Platzbedarf, der noetig ist, um die Krone aesthetisch ansprechend, aber dennoch mit genuegender Festigkeit zu gestalten, einzubeziehen. Vollkeramiksysteme benoetigen generell den groessten Platz, d.h. an den Pfeilerzaehnen muss bei der Praeparation extrem viel Zahnhartsubstanz geopfert werden, was die Indikation bei jungen Patienten mit vitalen Pfeilern stark einschraenkt. Die Galvanokrone ist ueberall (Front- und Seitenzahnbereich) einsetzbar, besonders aber ist sie fuer die Implantatversorgung geeignet.

Fuer eine objektive Gesamtbeurteilung muessen saemtliche relevanten Bewertungskriterien beruecksichtigt und mit einbezogen werden. Ein eindeutiger Trend laesst sich dabei feststellen: Die Galvanokrone als Einzelkrone hat im Vergleich neben ihren vielen Vorteilen kaum oder keine Nachteile. Sie ist hinsichtlich der Biokompatibilitaet problemlos, verfuegt ueber die beste Passgenauigkeit, so dass sie mit dem bioinerten Phosphatzement befestigt werden kann, ist auch beim jungen Patienten mit vitalen Pfeilern dank ihres geringen Platzbedarfes im gesamten topographischen Bereich ohne Pulpagefaehrdung indiziert und uebertrifft in ihrer aesthetischen Wirkung selbst vollkeramische Systeme. Ueber die klinische Langzeitbewaehrung wurde ausfuehrlich berichtet. Fuer die Galvano-Einzelkrone ergeben sich zusammenfassend folgende Vorteile:

– zahnhartsubstanzschonende Praeparation (Pulpafreundlichkeit),

– hoechste Praezision und Passgenauigkeit,

– Zementierbarkeit mit dem inerten Zink-Phosphat-Zement

– nur biokompatible Werkstoffe (Keramik und Gold ohne Haftoxide)

– hoher Keramikanteil (Aesthetik und Fertigkeit),

– Goldfarbe des Geruestes,

– grosse Indikationsbreite (Front- und Seitenzahnbereich),

– gute Langzeitprognose sowie

– guenstige Herstellungskosten.

Galvanoinlays

Keramikfuellungen koennen dem Wunsch der Patienten in Bezug auf Farbgestaltung und aesthetisches Aussehen am besten Rechnung tragen. Das keramikverblendete Galvanoinlay erfaehrt hier durch das Vorhandensein eines grazilen Goldraendchens einen Bewertungsabstrich. Langfristig gesehen bleiben die nicht zahnfarbenen, metallischen Einlagefuellungen im Aussehen konstant, waehrend sich reine Kompositfuellungen und breite Fuellungsspalten geklebter Keramikinlays im funktion stark belasteten Seitenzahnbereich oft sehr schnell in der Qualitaet und im zahnaehnlichen Aussehen veraendern koennen. Ihre Befestigung hat mit einem der Zahnfarbe angepassten Komposit zu erfolgen, da die Transparenz der Keramik die Anwendung eines opaken Befestigungszementes nicht zulaesst.

Unter den Keramik-Einlagefuellungen nehmen wiederum die Galvanoinlays und -onlays eine Sonderstellung ein. Ihre hervorragende Passgenauigkeit, die auf dem technischen Herstellungsverfahren basiert, uebertrifft nicht nur diejenige der uebrigen Keramikfuellungen, sondern auch die der in Edelmetall oder Titan gegossenen Metallinlays. Sie lassen sich deshalab auch wie letztere mit Phosphatzement zementieren. Bei den starren Einlagefuellungen ist demnach nicht nur das Fuellungsmaterial, sondern auch die Groesse des Fuellungsspaltes und die Qualitaet des Befestigungswerkstoffes von entscheidender Bedeutung fuer den Langzeiterfolg. Diesbezueglich bleibt der Phosphatzement im klinischen Einsatz ununebertroffen und braucht wegen seiner guenstigen Eigenschaften (geringe Loeslichkeit, minimale Abbindekontraktion, hohe Zug- und Druckfestigkeit, idealer thermischer Ausdehnungskoeffizient u.a.) weder vom Carboxylat- noch vom Ionomerzement ernsthafte Konkurrenz zu befuerchten.

Galvanobruecken

Kleinere Galvanobruecken sind moeglich und klinisch auch verantwortbar. Zwischenglieder werden aber vornehmlich noch in aufbrennkeramischen Edelmetallegierungen gegossen, mit den Galvanoankern lotfrei verlasert oder verbklebt und mit Keramikmassen vollstaendig umbrannt. Bis vermehrte klinische Langzeitresultate vorliegen, sollte der Indikationsbereich fuer festsitzende Galvanobruecken vorlaeufig noch eingeschraenkt bleiben.

Zur Zeit koennen folgende Empfehlungen gemacht werden:

Frontzahnbereich: OK maximal 4 Glieder

UK maximal 5 Glieder

Seitenzahnbereich: OK und UK maximal 3 Glieder

Teleskopierende Hybridprothesen

Beim Vorhandensein von nur noch wenigen Restzaehnen sind Teleskopdoppelkronen insbesondere zur Retention von Unterkiefer-Hybridprothesten bestens geeignet. Auch hier werden die Primaerkronen gegossen und die teleskopierenden Sekundaerkronen nach entsprechender Silanisierung in die Kunststoffbasis eingeklebt. Der technische Aufwand ist verhaeltnismaessig gering und kostenguenstig. Das Verfahren eignet sich vornehmlich fuer die prothetische Therapie bei aelteren Menschen.

Teleskopierende Galvanobruecken

Sind noch genuegend eigene Restzaehne, aber auch Implantatpfeiler vorhanden, bringt eine abnehmbare Bruecke, mit Galvanoteleskopen als Sekundaerkronen in ein Metallgeruest aus Titan oder Kobaltbasislegierung eingeklebt, dem Patienten neben einem guenstigen Kaukomfort auch die Moeglichkeit einer sehr guten Mundhygiene sowie optimale aesthetische Vorteile.

Freitag, den 31. Mai 2002

FESTVORTRAG

6. Prof.Dr. Erich Körber, Tübingen:
Die Sonne – unser nächster Stern

In einer sternklaren Nacht koennen wir am Himmel mit blossem Auge 3000 bis 5000 Sterne erkennen. Die Sterne sind etwa gleichmaessig ueber den Himmel verteilt. Die sichtbaren Sterne gehoeren zu einem Sternsystem mit vielen Milliarden Sternen, das wir als Milchstrasse bezeichnen. Die Milchstrasse hat im Raum die Form einer Scheibe und wir befinden uns mittendrin (siehe Abb.). Wenn wir von der Erde aus in Richtung auf den Mittelpunkt dieser Scheibe sehen, wird die Milchstrasse als milchiger Nebel quer ueber dem Himmel sichtbar.

Wir koennen Sterne unterscheiden, die scheinbar feststehen, sog. Fixsterne und Wandelsterne, sog. Planeten, die im Laufe des Jahres ihre Stellung wechseln.

Fixsterne sind Sonnen die selbst leuchten und selbst strahlen, waehrend die Wandelsterne (Planeten) ihr Licht von der Sonne erhalten. Planeten leuchten also nicht selbst.

Die Planeten unseres Sonnensystems, insgesamt neun, umkreisen die Sonne. Die Planeten drehen sich, wie die Sonne, um sich selbst. Die Sonne benoetigt fuer eine Umdrehung etwa 1 Monat. Die Geschwindigkeit der Sonnenoberflaeche am Aequator betraegt 2 km/sec, das sind 7200 km/Std. Unsere Sonne ist ein verhaeltnismaessig kleiner Stern am aeusseren Rand der Milchstrasse.

Die Sonne selbst ist ein gluehender Gasball mit einer Aussentemperatur von ueber 5000 Grad. Es handelt sich um Kelvin-Grade.

Die Kelvinskala beginnt bei 0 Grad Kelvin = – 273 C (Celsius)

O Grad C = 273 Grad Kelvin.

Die Beruecksichtigung des Unterschiedes zwischen Kelvin und Celsius kann bei den hohen Temperaturen vernachlaessigt werden.

Die Erde wuerde in die Sonne ueber 1 Million mal hineinpassen. Im Inneren der Sonne herrschen Temperaturen von mehreren Millionen Grad.

Die Sonne entstand vor einigen Milliarden Jahren aus einer Gas-Staubwolke, die sich infolge der Gravitation (Schwerkraft) immer mehr verdichtete und dabei auch erhitzte. Bei einer Temperatur von mehreren Millionen Grad im Inneren der Sonne kommt es zur Fusion (Verschmelzung) von Wasserstoff (dem leichtesten Element) zu Helium, wobei enorme Energiewerte frei werden, aehnlich wie bei der Wasserstoffbombe. Die Materie wird immer mehr zusammengedrueckt, erhitzt sich immer mehr wobei dann auch schwerere Elemente gebildet werden.

Sonnen, die eine Groesse von einer Sonnenmasse haben, erzeugen Elemente bis zum Kohlenstoff und Sauerstoff. Sonnen ueber acht Sonnenmassen erzeugen Elemente bis zum Eisen.

Die naechste Milchstrasse, von denen es im Weltall noch Milliarden gibt, ist der Andromedanebel in einer Entfernung von ueber 2 Millionen Lichtjahren. Ein Lichtjahr ist keine Zeitangabe, sondern gibt die Entfernung an, die ein Lichtstrahl in einem Jahr zuruecklegen wuerde. Das Licht legt in einer Sekunde 300 000 km zurueck. In einem Jahr rund 10 Billionen Kilometer.

Das Licht benoetigt von der Sonne zur Erde acht Minuten.

Ein Schallsignal (330 m /sec.) wuerde dafuer 14 Jahre benoetigen. Der naechste Stern befindet sich in einer Entfernung von 4 Lichtjahren.

Befindet sich der Mond zwischen Sonne und Erde, verursacht er auf der Erde einen Schatten und verdeckt dabei die Sonne. Das ist die von uns beobachtete Sonnenfinsternis.

An der Oberflaeche unserer Sonne brodelt und kocht es. Mit einem geeigneten Filter im Teleskop erkennt man sowohl eine koernige Struktur der Sonnenoberflaeche (sog. Granulen), sowie auch dunkle Stellen (sog. Sonnenflecken).

Die Granulen haben einen Durchmesser von rund 1000 km und eine Lebensdauer von 5 – 10 Min. Sie sind eine Folge des Waermeaustausches vom Innern der Sonne zur Sonnenoberflaeche.

Es entstehen auch laufend Auswuerfe (Eruptionen) die ueber 100 000 km ueber die Sonnenoberflaeche „geschossen“ werden. Es handelt sich dabei um Materie- und Strahlungsausbrueche, oft bogenfoermig geformt, die gelegentlich in Verbindung mit Sonnenflecken stehen.

Von den Eruptionen gehen Sonnenwinde aus, sie bestehen aus Teilchen-Strahlung. Sie haben eine Geschwindigkeit zwischen 400 und 700 km /sec. Diese Sonnenwinde erreichen die Erde nach einigen Tagen und koennen Funkstoerungen und Polarlichter ausloesen. Der Materieverlust der Sonne betraegt dabei ca. 4 Mill. Tonnen /sec.; sie wird aber dennoch einige Milliarden Jahre weiter bestehen.

Die Erde wird vor dem fuer uns schaedlichen Sonnenwind durch ein eigenes Magnetfeld geschuetzt.

Sonnenflecken sind dunkle, oft paarweise auftretende Stellen auf der Sonnenoberflaeche, mit einem Durchmesser von 20 000 – 100 000 km. Die Fleckenpaare haben entgegengesetzte magnetische Polaritaeten und liegen in der Rotationsrichtung der Sonne hintereinander. Auf der noerdlichen Halbkugel liegt der magnetische Nordpol der Sonnenfleckenpaare derzeit vorne, umgekehrte Polaritaeten entstehen auf der suedlichen Halbkugel. Sonnenflecken sind um rund 2000 Grad kuehler als die Sonnenoberflaeche. Sonnenflecken entstehen zunaechst in der Naehe der Pole. Sie bleiben Stunden, Tage, sogar einige Wochen bestehen. Neue Sonnenflecken entstehen, nehmen an Zahl und Umfang zu und „wandern“ dabei in Richtung zum Aequator. Nach einer Zeit von 11 Jahren verschwinden die entstandenen Sonnenflecken am Aequator. Danach bilden sich wieder neue Flecken in der Polgegend, jedoch mit umgekehrter Polaritaet; d. h. wo frueher der Nordpol war ist dann der Suedpol.

Die Sonne hat in einigen Milliarden Jahren ihren Energievorrat verbraucht und blaeht sich dann auf das 100fache ihres Durchmessers auf (rotes Riesenstadium). Dabei werden auch die inneren Planeten Merkur, Venus, wahrscheinlich auch die Erde von der Sonne erfasst, das Wasser verdampft und die Metalle schmelzen.

Sonnen mit einer Sonnenmasse stossen nach dem Riesenstadium Teile ihrer aeusseren Huellen ab. Uebrig bleibt ein stark verdichteter Zwergstern aus Kohlenstoff und Sauerstoff in der Groesse der Erde jedoch mit einer sehr gro?en Dichte, 1 cm3 wiegt 1 Tonne.

Bei groesseren Sternen, 8 bis 10 Sonnenmassen, bei denen Elemente im Inneren bis zum Eisen erzeugt werden, kommt es nach dem Riesenstadium zu einer gewaltigen Explosion, wobei die aeusseren, wesentlich maechtigeren Huellen (als beim Roten Riesen von Sonnen mit 1 Sonnenmasse), abgestossen werden. Diesen Vorgang bezeichnet man als Supernova-Explosion, wobei in kurzer Zeit (in wenigen Minuten) infolge einer ungeheuren Stosswelle die restlichen Elemente bis zum Uran gebildet werden.

Uebrig bleibt ein sogenannter Neutronenstern mit einem Durchmesser von 20 bis 30 Kilometern und der Masse der Sonne. Ein Kubikzentimeter eines solchen Sterns wiegt Millionen Tonnen. Einige dieser Neutronensterne drehen sich bis zu 300 mal in der Sekunde um sich selbst. Bei noch groesseren Sternen entsteht nach der Supernova-Explosion ein sogenanntes Schwarzes Loch. Dessen Dichte und Gravitationskraft ist so gross, dass auch eingefangenes Licht nicht mehr entweichen kann. ‹Ueber das Innere eines Schwarzen Loches gibt es nur Vermutungen.

In der Milchstrasse gibt es Sonnen die einen 10 – 20 – 100fachen Durchmesser und eine mehr 100 000fache Leuchtkraft unserer Sonne haben.

Man findet im „Interstellaren Raum“, das ist der Raum zwischen den Sternen, Gas und Staubwolken sowie viele organische Verbindungen, z. B. Methan, Alkohol und weitere Molekuele bis zur Aminosaeure, einem Grundbaustein des Eiweisses.

Die Erkenntnisse ueber die Sonne verdanken wir dem Licht. Wird das weisse Licht durch ein Prisma geleitet, so entsteht ein Farbband (Regenbogenfarben). Dies ist jedoch nur ein kleiner Ausschnitt des elektromagnetischen Spektrums, das ueber Radio- Gamma- und Roentgenstrahlen reicht. Aus dem Spektrum koennen spezielle Eigenschaften des Sternes abgeleitet werden. Jedes Element, jede Verbindung hat eine charakteristische Zusammensetzung von sog. Spektrallinien (dunkle Linien im Spektrum), sozusagen einen „Fingerabdruck“.

Nicht nur die stoffliche Zusammensetzung kann vom abgestrahlten Licht abgeleitet werden, sondern auch die Temperatur, die Radialgeschwindigkeit, die Masse, die Entfernung eines Sterns und mehr.

7. Prof. K. Jäger, Basel:
Abnehmbares oder festsitzendes Konzept beim teilbezahnten Patienten?
Aufwand – Kosten -Erfolgsprognose

Jeder zahnaerztlichen Arbeit geht eine mehr oder weniger detaillierte Planung voraus, welche in den letzten Jahren nicht zuletzt aus forensischen Gruenden Bedeutung erlangt hat. In dieser Phase muessen sich Zahnarzt und Patient darueber einig werden, welche Ziele mit der zahnaerztlichen Behandlung erreicht werden sollen: Stehen reine Schmerzbekaempfung und zahnaerztliche Versorgung im Sinne einer Sofortmassnahme im Vordergrund oder eine minimale Grundsanierung mit Erhaltung von Bestehendem oder eine umfangreiche Sanierung mit Rehabilitation der stomatognathen Verhaeltnisse? In der Praxis der heutigen Zeit muessen diese Planungsarbeiten und Gespraeche mit den Patienten ohne Zeitdruck durchgefuehrt und protokollarisch festgehalten werden, damit der Zahnarzt seine Aufklaerungspflicht beweisen kann. Stehen groessere Sanierungen an, ist die intensive Planung mit vorbehaltenen Entschluessen eine unabdingbare Vorgabe zur erfolgreichen Realisierung der prothetischen Versorgung. Eine vernuenftige prothetische Therapie basiert immer auf einem Gesamtsanierungskonzept, das in einer logischen Folge von gezielten und systematisch durchdachten Behandlungsschritten besteht. Punktuelle Restaurierungsmassnahmen fuehren unweigerlich zum Misserfolg. Erfolg in der rekonstruktiven Zahnmedizin ist das Produkt solider Planung und praeziser klinischer und technischer Ausfuehrung.

Kriterien der prothetischen Entschlussfassung

Die Entschlussfassung ist der entscheidende Teil der gesamten prothetischen Planung. Sie verlangt vom Zahnarzt grosse Erfahrung im Umgang mit den zur Verfuegung stehenden rekonstruktiven Mitteln. In schwierigen Faellen ist es ratsam, auch den Zahntechniker in die Meinungsfindung einzubeziehen. Auch die Entschlussfassung kann als sogenannte Entschlussfindung strukturiert werden:

· Pfeilerbewertung und Einsatz der prothetischen Mittel

· Modellanalyse mit statisch-dynamischen ‹berlegungen

· Situative klinische Moeglichkeiten und -Grenzen

· Finanzielle Tragbarkeit fuer den Patienten

· Kontraindikationen

· Alternativloesungen

Fuer die Bewertung der Tauglichkeit eines Zahnes als Brueckenanker unter Praxisbedingungen haben sich einige Faustregeln bewaehrt:

-Relation klinische Krone zu klinische Wurzel mindestens 1:1

-Pfeilerindex-summe = Indexsumme der zu ersetzenden Zaehne

-Eine Bruecke ersetzt maximal drei nebeneinanderliegende Seitenzaehne oder vier Frontzaehne

-Zusatzpfeiler muessen die Konstruktion verstaerken

-keine Verblockungen, eher kleinere Brueckenelemente unter Einsatz der Implantologie

Kommt aus Gruenden der Pfeilerwertigkeit, des Restzahnbestandes und/oder aus finanziellen Ueberlegungen (Implantate) kein festsitzender Zahnersatz in Frage, muss ein abnehmbarer Zahnersatz geplant werden. Hier verlangt das Studium der statisch-dynamischen Krafteinwirkung besonderes Augenmerk und bestimmt die Wahl der Verankerungselemente entscheidend mit. Heute muss aber auch beim abnehmbaren Zahnersatz das Implantat als strategischer Pfeiler unbedingt in die Planung miteinbezogen werden. So ist das Konstruktionsprinzip pro Kiefer im Hinblick auf die zu erwartenden Kraftvektoren festzulegen. Ebenso wichtig ist das Studium der vertikalen Relation. Liegen intermaxillaere Probleme vor wie z.B. ein Tiefbiss, Abrasionsgebiss, Kreuzbiss, Overjet, etc. oder werden Implantate in Betracht gezogen, muessen einartikulierte Modelle vorliegen. Ein Set-up oder Wax-up ist eine Grundvoraussetzung vor Inangriffnahme einer grossen prothetischen Sanierung und liefert wichtige Hinweise in Bezug auf Kronenlaenge, Praeparation Friktion, Retention, Aesthetik, etc. In der Modellanalyse fliessen insbesondere bei implantatgetragenen Suprastrukturen wichtige Informationen zusammen: Jede irreversible Veraenderung der Bisshoehe muss zudem mittels einer Aufbiss-schiene waehrend 6-8 Wochen ausgetestet werden. Der Zahntechniker kann mit den erwaehnten technischen Hilfsmitteln viel zur dieser Entscheidungsfindung beitragen. Aus praktischen Gruenden ist es auch empfehlenswert, das kostspielige Wax-up auf einer Tiefziehschiene herstellen zu lassen, damit es auch am Patienten einprobiert und demonstriert werden kann. Eine solche Schiene leistet im weitern auch als Roentgenpositionsschablone oder Bohrlehre gute Dienste.

Erfolgsprognose und klinische Bewaehrung

Die festsitzende und abnehmbare prothetische Versorgung auf Implantaten und Pfeilerzaehnen hat sich in den letzten Jahren stetig weiterentwickelt. Insbesondere seit der Einfuehrung der enossalen Implantate darf von einer guten Langzeitprognose der Suprastruktur ausgegangen werden, weil mit dem Implantat vor allem unguenstige statisch-dynamische Faktoren beim abnehmbaren prothetischen Konzept ausgemerzt werden koennen. Anhand einer klinischen Studie aus der Privatpraxis zeigte sich, dass die meisten prothetischen Nachsorgearbeiten in der ersten Adaptationsphase unmittelbar nach dem Einsetzen der Arbeit vorgenommen werden muessen und dass eine weitere Haeufung nach 2-jaehriger Tragzeit der Suprastruktur beobachtet werden konnte. Dabei weisen festzementierte Arbeiten eine kleinere, unbedingt abnehmbare Arbeiten eine groessere Reparaturrate auf. Die Reparaturen bestehen in der Regel aber aus einfachen, typischen Nachsorgemassnahmen – wie z.B. Festziehen geloester Schrauben, die in der Regel im ordentlichen Recall schnell und rationell behoben werden konnten. Ein Recall von 6 Monaten hat sich bewaehrt und scheint auch in Zukunft angemessen. Alle gaengigen Implantat-Inserts duerfen als tauglich bezeichnet werden. Einzig die ersten Magnetprototypen in der Entwicklungsphase zeigten einen zu grossen Verschleiss. Dank Weiterentwicklungen sind sie heute aber auch zu einem vielversprechenden bewaehrten System herangereift.

Es kann bilanziert werden, dass Suprastrukturen auf Implantaten einem vertretbaren Verschleissrisiko ausgesetzt sind. Die Implantatverlustrate von 5,83% zeigte erneut die hohe Zuverlaessigkeit osseointegrierter Implantate auf. Die gewaehlten klinisch erprobten Suprastrukturen fuehrten nicht zu vorzeitigem Implantatverlust. Die meisten Maengel an den Rekonstruktionen konnten auf einfache Weise behoben werden. Fuer den Patienten, der sich fuer eine implantatgetragene Rekonstruktion entscheidet, bedeuten die groesseren Investitionskosten somit nicht erhoehte Erhaltungskosten.

8. Dr. M. Jungo, Basel:
Teilprothetische Halteelemente – Vor-/Nachteile, Bewaehrung!
Bewertung; Vergleich

Kurzreferat folgt!

10. Dr. J.Tinschert, Aachen:
Erste klinische Langzeiterfahrungen mit vollkeramischen Bruecken aus DC-Zirkon

Ziel: Die anerkannt gute Aesthetik und Gewebevertraeglichkeit keramischer Werkstoffe konnte unter guenstigen Ausgangsbedingungen bisher nur fuer Inlays- oder Einzelkronenrestaurationen sowie in Einzelfaellen auch fuer kleinere Frontzahnbruecken genutzt werden. Hoeheren Belastungsanspruechen aber, den Bruecken im Seitenzahnbereich ausgesetzt sind, waren die herkoemmlichen Glas- und Feldspatkeramiken jedoch nicht gewachsen. Der nahe liegende Wunsch, alle Quadrantenbereiche mit                 vollkeramischen Restaurationen, einschliesslich Bruecken im Seitenzahnbereich versorgen zu koennen, hat zu der Entwicklung neuer oxidkeramischer Systeme gefuehrt. Das Ziel der vorliegenden Untersuchung war es daher, die Zuverlaessigkeit von vollkeramischen Front- und Seitenzahnbruecken mit einem Hartkerngeruest aus dichtgesinterter Zirkonoxidkeramik unter klinischen Bedingungen zu ueberpruefen.

Material und Methode: In einem Zeitraum von Ende 1998 bis Anfang 2002 wurden bei 32 Patienten insgesamt 46 Bruecken, d.h. 10 Front- und 30 Seitenzahnbruecken mit einer Spannweite von bis zu drei Brueckengliedern eingesetzt. Die Herstellung der Brueckengerueste erfolgte durch eine Hartbearbeitung von dichtgesinterten Zirkonoxidrohlingen (DC-Zirkon) mit Hilfe des Precident DCS-Systems (DCS Dental AG, Allschwil, CH). Fuer die Kronenkappen wurde eine zirkulaere Wandstaerke von 0,6 mm2 vorgegeben und fuer die Brueckengliedverbinder jeweils ein Querschnitt von 16 mm2

angestrebt. Alle Brueckengerueste wurden mit der Vita D Verblendkeramik (Vita, Bad Saeckingen) verblendet. Die Praeparation der Zahnstuempfe wurde einheitlich mit einer ausgepraegten, etwa 0,6 -0,8 mm tiefen Hohlkehlpraeparation durchgefuehrt. Alle Bruecken wurden konventionell mit Zinkoxid-Phosphatzement befestigt. Zu den halbjaehrlichen Nachuntersuchungsterminen wurden die Restaurationen hinsichtlich dem Auftreten von Hartkernfrakturen (absolutes Misserfolgsereignis) oder Abplatzungen der Verblendkeramik sowie Friktions- und Vitalitaetsverlusten (relative Misserfolgsereignisse) kontrolliert. Darueber hinaus wurden weitere klinische Parameter (PI, GVI, PBI, Sondierungstiefe) an den ueberkronten Zaehnen und an unversorgten Kontrollzaehnen erhoben und die Patientenakzeptanz bezueglich des aesthetischen Erscheinungsbildes der eingegliederten Restaurationen ermittel.

Ergebnisse: Innerhalb des bisherigen Beobachtungszeitraumes von maximal 38,8 Monaten (mittlere Verweildauer: 15,5 Monate) konten bislang keine absoluten Misserfolgsereignisse, d.h. keine Frakturen der Hartkerngerueste festgestellt werden. Nur in einem Patientenfall trat ein relatives Misserfolgsereignis in Form einer partiellen Verblendungsabplatzung auf. Ein Retentions- oder Vitalitaetsverlust wurde bei keiner der nachbeobachteten Bruecken bzw. Pfeilerzaehnen registriert. Die guenstigen parodontalen Indizes, die ueber den gesamten Verlauf der Nachuntersuchungen ermittelt wurden, weisen auf eine gute Gewebevertraeglichkeit des oxidkeramischen Geruetmaterials und der Verblendkeramik Vita D hin. Die aesthetischen Beurteilungen fielen sowohl bei den Patienten als auch bei den Zahnaerzten ueberaus positiv aus und sprechen fuer eine gute Akzeptanz hinsichtlich der keramischen Restaurationsmaterialien.

Schlussfolgerung: Nach einer vorsichtigen Einschaetzung unterstuetzen die ersten klinischen Erfahrungen mit Bruecken aus DC-Zirkon die Annahme, dass vollkeramische Bruecken mit einem Hartkerngeruest aus dichtgesinterter Zirkonoxidkeramik eine ausreichende Langzeitfestigkeit aufweisen und gleichermassen fuer den Front- und den Seitenzahnbereich geeignet sein koennten. Da in die Nachuntersuchungen bislang nur eine geringe Anzahl von Bruecken mit einer Spannweite von mehr als zwei Brueckengliedern einbezogen werden konnten, kann diese Aussage aber derzeit nur fuer die Bruecken mit einem oder zwei Brueckengliedern getroffen werden.

11. Dr. S. Wegner, Kiel:
Erste klinische Erfahrungen mit vollkeramischen Inlaybruecken
Die Bedeutung von Aesthetik, keramischen Werkstoffen und minimaler Invasitaet ist in den letzten Jahren ein Feld von stetig steigendem Interesse in der Zahnheilkunde geworden. Hierbei liegen die Gruende sicherlich einerseits in der steigenden Erwartungshaltung in der Bevoelkerung, wo das „perfekte Laecheln“ in den Medien vorgegeben wird und sich mittlerweile als ein neues Statussymbol entwickelt hat. Andererseits wird diese Entwicklung auch vom starken Konkurrenzdruck in der Dentalindustrie vorangetrieben. Gerade diese Entwicklung ist dafuer verantwortlich, dass oftmals keine klinischen Langzeitdaten vorliegen,da ein Grossteil der innovativen Produkte bereits nach einem kurzen Zeitraum abgeloest wird. Minimale Invasivitaet und Prothetik, diese beiden Begriffe waren bis heute nur in Ausnahmefaellen in direktem Zusammenhang erwaehnt worden. In einer klinischen Studie, die an der Klinik fuer Zahnaerztliche Prothetik, Propaedeutik und Werkstoffkunde der Christian Albrechts Universitaet zu Kiel durchgefuehrt wird, werden diese beiden Begriffe in unmittelbaren klinischen und praktischen Zusammenhang gebracht. Ziel der Studie ist es, den klinischen Langzeiterfolg vollkeramischer Inlaybruecken zum Ersatz fehlender 2. Praemolaren und 1. Molaren zu evaluieren.

Fuer die Studie wurden 18 Patienten selektiert, die entweder einen fehlenden 2. Praemolaren oder 1. Molaren aufwiesen. Bei allen selektierten Patienten zeichneten sich die vorgefundenen Luecken durch kariesfreie oder mit kleinen Fuellungen versorgte Nachbarzaehne aus. Fuer den Fall, dass eine Vorbehandlung erforderlich war, wurden die prospektiven Pfeilerzaehne mit Komposit-Aufbaufuellungen versorgt. Anschliessend erfolgte die Pfeilerzahnpraeparation, die sich durch eine mindestens zweiflaechige Inlaypraeparation auszeichnete. Abformungen wurden mit einem Polyaethermaterial durchgefuehrt, woraufhin ein konventionelles Superhartgipsmodell und ein Wax-up hergestellt wurde. Bei der verwendeten Keramik handelte es sichum eine experimentelle Lithiumdisilikat Presskeramik (Ivoclar-Vivadent, Schaan, Liechtenstein), die sich durch eine Biegefestigkeit von ca. 430 Mpa auszeichnet. Bei der Dimensionierung der Restaurationen wurde eine okklusale Mindeststaerke von 1,5 mm eingehalten. Fuer die approximalen Verbinder galt ein gefordertes Mindestmass von 4 x 4 mm (16 mm2) in Hoehe und Breite. Zum Zeitpunkt der Studie lag die Keramik in fuenf Grundfarben vor. Nach dem erfolgten Pressvorgang wurden die Bruecken auf das Meistermodell aufgepasst und es wurde eine Anprobe durchgefuehrt, bei der auch bereits die zentrische und dynamische Okklusion eingeschliffenwurde. In einem weiteren Laborschritt                 erfolgte Individualisierung durch Bemalung (Empress 2 Stains, Ivoclar-Vivadent). Alle Restaurationen wurden unter absoluter Trockenlegung adhaesiv befestigt (Variolink II, Ivoclar-Vivadent).

Die Eingliederung der Restaurationen erfolgte zwischen August 1999 und September 2000. Innerhalb dieses Beobachtungszeitraumes konnte bei keiner Restauration ein materialbedingter Misserfolg beobachtet werden. Es trat weder eine Fraktur einer Restauration noch eine Abplatzung von Keramik auf. Jedoch musste ein Pfeilerzahn devitalisiert werden, welcher aber unter Erhalt der Restauration mit einer Wurzelfuellung versorgt werden konnte. In einem weiteren Fall musste eine Restauration aufgrund von Retentionsverlust an einem Pfeilerzahl erneuert werden, was jedoch auf einen Verarbeitungsfehler bei der adhaesiven Befestigung schliessen laesst.

Nach einem Beobachtungszeitraum von 19 – 32 Monaten ohne materialbedingte Misserfolge, kann auf einen weiteren positiven Verlauf der Studie gehofft werden. Die ersten gewonnenen klinischen Erfahrungen und insbesondere die breite Indikation dieser Restaurationsform koennten die Begriffe minimale Invasivitaet und Prothetik in einem neuen Licht erscheinen lassen. Fuer eine abschliessende klinische Beurteilung ist aber der Beobachtungszeitraum noch deutlich zu kurz.

12. H. Thiel, ZTM, Amtzell:
Funktion: Kiefergelenk
Funktion: Artikulatormechanik
Funktion: Okklusion

Eine Inhaltsangabe liegt nicht vor.

13. M. Ernst, ZT, Wuerzburg:
Galvanotechnik:
Entwicklung, praxisbezogene Hinweise und Fallbeispiele
zeitgleich:
Praktische Vorfuehrung eines Galvanoprozesses              durch die Firma Gramm
Geschichtliche Entwicklung:

Die Galvanotechnik ist noch ein sehr junges Instrument im Konzert der grossen prothetischen Moeglichkeiten. Ihre Urspruenge gehen dem Namen nach auf Luigi Galvani aus Italien zurueck, der im 18. Jahrhundert durch Zufall an augehaengten Froschschenkeln das Prinzip der muskulaeren Spannung

entdeckte. Diese Spannung ist im Koerper eines Lebewesens auch dann noch enthalten, wenn keine weitere Versorgung mit Nerven- oder Blutbahnen gegeben ist. Daher der Name dieser Technik. Die

englischsprachigen Laender benutzen den Begriff „electroforming“. Dies trifft wie so haeufig viel eher den Nagel auf den Kopf. Denn jeder galvanische Auftrag auf ein Medium ist Form gebend und setzt Elektrizitaet voraus.

Erste Versuche mit galvanisch hergestellten Inlays machten Armstrong und Rogers in den USA zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Ihre Baeder waren jedoch hochtoxisch, da sie das Nervengift Cyan enthielten. Deshalb waren umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen und riesige Badvolumina noetig. So konnte sich die Technik nicht bei der Allgemeinheit durchsetzen und geriet wieder in Vergessenheit.

Erst Schwarz und Wismann gelang es Ende der 70er Jahre mit dem Platamic-Verfahren eine Methode zu entwickeln, aus einer nicht cyanidhaltigen Loesung Goldatome auf vorgegebenen Formen abzulagem.

Dies geschah in grossen Zentren, zu denen die Kunden ihre Arbeiten hinschicken mussten. Eigentlich eine pfiffige Idee schon in den 80er Jahren „outsourcing“ zu betreiben Leider kam die Idee viel zu frueh. Die Zeit war einfach noch nicht reif genug. Jedes Labor versuchte noch alles selbst im eigenen Hause herzustellen.

Also versuchte man ein Geraet zu entwickeln, dass in jedes Labor passte und das eine hohe Prozesssicherheit hatte. So wurde von der Firma Gramm, die sich schon damals mit der allgemeinen technischen Galvanik beschaeftigte, der Gammat 12 entwickelt. Er hatte ungefaehr Kuehlschrankgroesse und schaffte in einem Galvanisierprozess bis zu 28 Einheiten. Wie bei jeder neuen Technologie gab es auch hier Pioniere und findige Zahntechniker, die dieses Verfahren verbesserten und vervollkommneten. Stellvertretend seien hier nur die Namen Gerold Klaus und der ehemalige Wieland-Arbeitskreis genannt, die die Galvanotechnik entscheidend voran brachten.

Wissenschaftliche Begleitung der Technik:

Das Tolle an der Galvanotechnik ist, dass sie von Anfang an wissenschaftlich begleitet wurde. Es gibt kaum eine andere Technik, die so intensiv von allen moeglichen Wissenschaftlern untersucht wurde. Nach anfaenglicher Skepsis folgte Anerkennung und Repulation von hoechsten Stellen. Heute ist sie nicht mehr aus dem Laboralltag wegzudenken.

Verschiedene Galvanisiermoeglichkeiten:

Prinzipiell gibt es heute zwei unterschiedliche Herstellungsvarianten und eine Sonderform. Die Firma Hafner ging schon sehr frueh den aus der Schmuckindustrie bekannten Weg des permanenten Bades.

Hier wird einem Badvolumen durch eine Regeleinheit immer soviel Gold hinzugegeben, dass genuegend Material zum Abscheiden vorhanden ist. Dieses Prinzip ist z.B. in den Geraeten HF300 oder HF600 verwirklicht. Ausgehend von der These, dass ein langsamer Aufbau von Goldatomen ein besserer ist, verfolgt die Firma Hafner diesen Weg.

Ihre Marktpraesenz auch nach fast 15 Jahren zeigt, dass sie nicht so falsch mit ihrer Idee liegen koennen.

Bei allen anderen Anbietern, wie z.B. Wieland, Schuetz, Heraeus oder Gramm muss man fuer jeden Anwendungsprozess dasGalvanobad neu in ein Glasgefaess bzw. das Geraet geben. Dies hat den Riesenvorteil, dass Verunreinigungen, die negativ auf die Badchemie einwirken koennen, nur auf diesen einen

Abscheidprozess abstrahlen und nicht die ganze „Suppe versalzen“. Deshalb kann hier auch mit Gipsstuempfen gearbeitet werden und die Verwendung von Kunststoffen ist nicht erforderlich. Durch die etwas andere Steuerelektronik dauert ein Abscheidevorgang nur zwischen 4 und 6 Stunden.

Als Sonderform bezeichne ich den von der Firma Wieland mit der AGC-Speedtechnik angebotenen Weg der Herstellung von Einzelkronen innerhalb 1 bis 2 Stunden. Durch die Festlegung auf ein festes Badvolumen konnte die Steuerung dazu bewegt werden, in sehr kurzer Zeit eine ausreichende Schichtstaerke von Galvanogold abzuscheiden. Dieses Verfahren ist natuerlich etwas teuerer und auch nur fuer einzelne Kronen nutzbar.

Bei allen anderen Geraeten kann man mehrere und verschiedene Arbeiten zusammen hineingeben. Was uns natuerlich zu der Frage fuehrt: was ist ueberhaupt mittels Galvanotechnik herstellbar? In erster Linie Kaeppchen fuer Verblendkronen und Inlays jeder Art. Aber auch in der Implantologie, der                 Doppelkronentechnik und in der Basis fuer totale Prothesen zeigt die Galvanotechnik ihre Staerken.

Die Herstellung einer Krone:

Das Herstellprinzip ist bei allenVerahren dasselbe. Anhand einer Einzelkrone wird hier beispielhaft der komplette Werdegang durchlaufen. Beginnend mit dem Ausblocken des Meisterstumpfes ueber den notwendigen Spacer zu den verschiedenen Dublierverfahren, das Ausgiessen der Form mit einem Gips der Klasse IV (bei Hafner Kunststoff), entformen, beschleifen und das Bohren eines Lochs zur Aufnahme des Kupferstabes werden erlaeutert. Einkleben eines Drahtes und notwendiges Isolieren werden ebenfalls gezeigt. Entscheidend fuer die Leitfaehigkeit des Gipses oder Kunststoffes ist eine Schicht spezieller Silberleitlack, die bis zur Praeparationsgrenze in einemStueck aufgetragen werden muss. Auch dies wird demonstriert. Das Bestuecken des Galvanokopfes und der darauffolgende Prozess sind ebenfalls ein Thema. Das Ausloesen des Gipses aus der aufgebauten Form und das darauf folgende Absaeurn stellen die naechsten Schritte dar. Auf das Aufpassen auf den Meisterstumpf und das anschliessende Verblenden wird besonders eingegangen. Die aesthetischen Vorteile, die man mit der Galvanotechnik erzielen kann und die Zementierbarkeit mit herkoemmlichem Phosphatzement werden ebenfalls vorgetragen.

Praktische Faelle:

Der zweite Teil des Referates beschaeftigt sich ausschliesslich mit praktischen Faellen, die die exzellenten Einsatzmoeglichkeiten der Galvanotechnik veranschaulichen sollen. Alle Bereiche, wie Bruecken, Inlays, Einzelkronen auf natuerlichen Stuempfen und auf Implantaten, Doppelkronen und Stege werden erklaert und es wird auch auf die Sonderformen galvanischer Hartvergoldung und Friktionserneuerung eingegangen, die die Galvanotechnik erst universell einsetzbar machen.

So erhaelt der Auszubildende einen umfassenden Einblick in die Welt der zahntechnischen Galvanotechnik und kann sich ein eigenes Bild vom Umgang mit den verschiedenen Systemen machen.

Freitag, den 31. Mai 2002, Nachmittag

14. Prof. R. Biffar, Greifswald:
Keramische Brennprozesse – kontrollierbar oder              schicksalhaft?
Die Verarbeitung von vollkeramischen und verblendkeramischen Werkstoffen in Sinteroefen ist in der Zahnheilkunde ein vielgeuebtes Verfahren. Im Laufe der letzten Jahrzehnte sind zahlreiche neue Keramiken zu den traditionellen Werkstoffen hinzu gekommen. Dabei zeichnete sich ein Trend ab, fuer die verschiedenen Einsatzbereiche neue Keramiksystem zu optimieren. Im Bereich der Metallkeramik kamen Verfahren auf den Markt, bei denen die Kronen- und Brueckenlegierungen und die dazugehoerige Verblendkeramik aufeinander abgestimmt wurden. Aehnliches war zwischen den Geruestwerkstoffen und den hierzu notwendigen Verblendkeramiken bei vollkeramischen Systemen zu beobachten. Zur gleichen Zeit setzte ein Trend ein, dass auch die aesthetischen Moeglichkeiten fortentwickelt wurden. Gerade im Bereich der Aesthetik kommen heute Materialien und Verfahren zum Einsatz, die nahezu naturidentische Aesthetik gelingen lassen.

Die Vielfalt an Werkstoffen, aber auch die Einfuehrung von Massen, die unterhalb der frueher einheitlich geuebten Brenntemperaturen verarbeitet                 werden muessen, zeigten neue Probleme auf, die bisher nur am Rande diskutiert wurden. Eine Erkenntnis, die sich bald durchgesetzt hatte, war, dass durch die Absenkung der Sintertemperaturen bei niedrig- und mittelbrennenden Keramikmassen Fehler im Bereich der Temperaturfuehrung mehr Auswirkungen zeigten als bei hochbrennenden Keramiken. Nicht nur Veraenderungen in den Dimensionsgenauigkeiten von Geruesten, sondern auch ein direkter Einfluss auf das optische Brennergebnis und die mechanische Festigkeit nach dem Brennen konnten beobachtet werden. Die Frage, die sich fuer den Zahntechniker heute im Labor taeglich erhebt, ist, ob die Temperaturen, die das Display seines Ofens anzeigt, auch wirklich der Wahrheit im Inneren des Ofens entsprechen. Eine Frage, die nicht alleine von der Ofenkonstruktion, sondern auch von der Beladung des Ofens, der Positionierung und Fixierung der Brennobjekte und vieles mehr abhaengig ist.

Aus dieser Fragestellung heraus ergab sich fuer uns der Hinweis, im Rahmen der Grundlagenforschung, die Zusammenhaenge zwischen dem Sinterprotokoll und dem Sinterergebnis zu ergruenden. Wie bald erkennbar wurde, ist die Sintertemperatur als alleiniges Kriterium fuer ein einwandfreies Sinterergebnis nicht ausreichend. Entscheidend ist vielmehr das Integral der Sintertemperaturen als Waermemenge, die ueber den Brennprozess hinzugefuegt wird. So kann neben einer Erhoehung der Sintertemperatur auch eine Verlaengerung der Haltezeit oder eine geringere Anstiegsrate in der Aufheizphase das Sinterendergebnis bestimmen.

Unsere Studien wurden mit Hilfe von DIN-Proben verschiedener Keramiken durchgefuehrt. Der Brennprozess wurde durch den Ofen mit seiner Temperatursteuerung und durch zusaetzliche Thermoelemente in der Brennkammer mit externen Messeinrichtungen kontrolliert. Somit sind fuer uns Aussagen ueber die tatsaechlichen Temperaturen am Ort des Geschehens moeglich. Die DIN-Proben gestatten eine mikroskopische Ueberpruefung der Sinterqualitaet und der erzielten Oberflaeche. Es wird dargestellt, welche Abhaengigkeiten zwischen den Brennprotokollen und dem Sinterergebnis bestehen. In einem weiteren Untersuchungsdesign konnte dargestellt werden, dass die Menge des Brenngutes Einfluss auf die tatsaechlichen Sintertemperaturen in der Aufheizphase hat. Dies muss Konsequenzen auf die Einstellung des Brennprogrammes in der Praxis haben. Neben der Temperaturfuehrung muss aber auch der Einsatz des Vakuums (Unterdruck) auf das Brenngut beachtet werden. Wird durch zu hohe Viskositaet des Glases bei zu geringer Endtemperatur verhindert, dass Lufteinschluesse an die Oberflaeche transportiert werden, koennen Poren nicht eliminiert werden. Temperatur, Unterdruck und Zeitpunkt des Unterdruckes nehmen grossen Einfluss auf die Transparenz unserer Keramiken.

In der Diskussion der IN-ISO wird derzeit darueber nachgedacht, wie sich die Sinteroefen besser kalibrieren lassen, um so jedem Zahntechniker bei Auslieferung des Ofens ein gleichmaessiges Ergebnis zu ermoeglichen. Durch externe Pruefmoeglichkeiten und Sinterproben sollte dann in der Gebrauchsphase des Ofens das Brennergebnis staendig kontrolliert und der Ofen an die Ueberpruefung adaptiert werden. Ein einmal eingestellter Ofen ist kein Garant dafuer, dass er auch noch Jahre danach mit gleichem Ergebnis brennt.

Unsere Sinteroefen sind keine „black boxes“, in denen unkontrollierte Dinge passieren. Unsere Kenntnisse reichen heute so wie, dass es dem Zahntechniker vor Ort moeglich ist, sein Sinterergebnis durch Kontrolle des Brennprozesses zu verbessern und die Alterung der Oefen zu kompensieren. Dadurch versetzt er sich in die Lage, ein gleichmaessiges Sinterergebnis fuer seine Kunden zu garantieren – nicht nur, um brillante Aesthetik zu erzeugen, sondern auch, um die ausreichende mechanische Festigkeit zu garantieren.

15. P.M. Finke, ZTM, Erlangen:
Cercon – Neue Moeglichkeiten der Zirkonoxid-Technologie
Seit vielen Jahren erobert metallfreier Zahnersatz die Märkte. Inlay’s, Veneers sowie Einzelkronen gepresst, bemalt oder mit Verblendkeramik beschichtet, bieten schon heute die Grundlage für allerhöchste Àsthetische Ansprüche. Das Verlangen des Patienten, endlich sorgenfrei jeglicher Metallionenabgaben von Dentallegierungen, absolut biokompatible vollkeramische Werkstoffe wählen zu können, war in Folge dessen auch über Einzelzahnversorgungen hinaus evident.

Da herkömmliche Vollkeramiken auf Aluminiumoxidbasis auf Grund mangelnder Festigkeit des Gerüstwerkstoffes sehr aufwendig adhäsiv befestigt werden müssen, ist dieser Weg unter Einbezug von Kofferdam weitgehend supragingivalen Präparationen vorenthalten. Bei stark subgingivalen Verlauf der Präparationsgrenzen oder hoher Sensibilität des Pfeilerzahnes jedoch wird die konventionelle Zementierung bevorzugt.

Ergo war die Indikation vollkeramischer Rekonstruktionen abhängig von einerseits der zu erwartenden Zementur und andererseits von dem bei Brückengerüsten herkömmlicher Vollkeramiken einzugehenden beachtlich hohen Frakturrisiko. Die eigentlich so wichtige Frage nach Biokompatibilität und Ästhetik wurde bei der Entscheidungsfindung zwangsläufig als letztes diskutiert, da genannte Einschränkungen nur ein schmales Indikationsspektrum zuließen.

Mit CERCON von Degussa Dental haben wir nun die Möglichkeit, CAM-gestützt ein wirklich hochstabiles und trotzdem graziles vollkeramisches Gerüst für unsere Keramikverblendung zu erstellen.                 Die Festigkeit von Zirkonoxid, dem Gerüstwerkstoff des CERCON-Systems, ist allen bekannten Gerüstkeramiken weit überlegen (siehe Tabelle). Mit                 diesen technischen Daten erweitert sich somit das Indikationsspektrum für vollkeramische Kronen und Brücken auch in sofern erheblich, da CERCON über die AdhÀsivtechnik hinaus mit allen konventionellen Verfahren inkorporiert werden kann.

Das System CERCON eröffnet eine völlig neue Ära der metallfreien Restaurationsmöglichkeiten. Während bei bekannten Systemen der Aluminiumoxid Generation stets weit überdimensionierte Verbindungsstellen zu Lasten der Ästhetik Frakturen bestenfalls hinauszögerten, so haben wir mit dem vorliegenden Material erstmals einen enorm stabilen Werkstoff, der uns ob der grazilen Konstruktionen alle Freiräume für die spätere Keramikverblendung offen lässt. Die Anatomie der Zähne kann auch im Brückenverband ohne Risiko hinsichtlich der Stabilität eingehalten werden, parodontalhygienisches Approximaldesign ist jetzt auch bei vollkeramischen Brücken möglich.

Nicht weniger wichtig ist die hierbei intelligent gelöste Symbiose zwischen Mensch und Maschine. Nicht nur die ZÀhne des Menschen sind unterschiedlich, auch die verschiedenen Präparationen der behandelnden Zahnärzte. Mit CERCON kann sich der Verarbeitende mit seinem gesamten Erfahrungsschatz, egonomic auf seinen Kunden bezogen, in das Design des Gerüstes einbringen. Funktion und Passgenauigkeit kann individuell auf dem Meistermodell gesteuert und überprüft werden. Probleme können bereits im Vorfeld erkannt werden und mit Hilfe der Kreativität des Menschen schnell und unkompliziert gelöst werden – das Qualitiätsmanagement bleibt zu 100% im zahntechnischen Betrieb.

16. Dr. F. Lösser, Siegen und H. Reichel, ZTM, Laaspe:
Neue Wege in der Zahnfarbbestimmung
Eroeffnung/Vorwort

· Kurzbeschreibung ikam(Komponenten)

· Vorteile und Nutzen digitaler Farbbestimmung

– Farbempfinden als subjektiver Vorgang

– Farbkommunikation

– Aeussere (oder Umwelt-) Einfluesse

Anwendung in der ZA-Praxis

· Der ikam Arbeitsplatz in der Praxis Dr. Lösser

· Anfertigen der Bilder (Fall)

· Kommunikation Praxis – Labor (Fall)

Anwendung im ZT Labor

· Analyse der Daten/ Auswertung Fall ZTM Reichel

· Das Glanzbild als Arbeitsgrundlage

Ergebnis in der Praxis

· Eingliedern der fertigen Arbeit (Fall) Dr. Lösser/ ZTM Reichel

· Wirtschaftliche Aspekte und Vorteile ZA/ ZT/ Patient

Zusammenfassung

Nutzen des Systems Dr. Lösser/ ZTM Reichel

Die genaue, aesthetisch ansprechende Rekonstruktion verloren gegangener Hart- und Weichgewebe stellt ein Hauptziel in der Zusammenarbeit zwischen Zahnarztpraxis und Dentallabor dar.

Eine Herausforderung ist dabei die Wiederherstellung einer moeglichst perfekten farblichen Harmonie. Dieses Ziel ist beispielsweise bei Einzelzahnversorgungen mit umgebender natuerlicher Zahnsubstanz nicht immer einfach zu erreichen.

Die Fuelle der in den letzten Jahren angebotenen Farbringe oder Farbschluessel mit dazu moeglichen individualisierenden Komponenten zeugt von der Schwierigkeit der manuellen Farbnahme.

Ideal ist ohne Zweifel eine zeitlich moeglichst unbegrenzte persoenliche Anwesenheit des Patienten im Dentallabor. Da dies jedoch in den meisten Faellen nur schwer zu realisieren ist, moechten wir ueber unsere Erfahrungen mit dem Ikam-System berichten, einem digitalen Farbnahmesystem, das sich in der Zusammenarbeit zwischen Praxis und Labor bewaehrt.

Vor der Anwendung des Ikam-Systems wurden meist Farbringe bei Tageslicht zur individuellen Farbbestimmung verwendet. In schwierigeren Situationen war ein Techniker in der Praxis anwesend und in wenigen Faellen fuhren Patienten ins Labor.

Die digitale Farbbestimmung mit Ikam bringt viele Vorteile gegenueber der herkoemmlichen Farbnahme.

Das Farbsehen ist immer eine subjektive Wahrnehmung. Sie findet bei Verwendung von Farbschluesseln immer nur im Vergleich statt. Dabei werden Farbunterschiede oder relative Farbgleichheit vom Auge wahrgenommen.

Eine weitere Huerde stellt die Uebermittlung des subjektiven Farbeindrucks dar. Die persoenliche Anwesenheit des Zahntechnikers bringt daher nur den Ausschluss von Fehlern bei der Kommunikation ueber Farben, jedoch bleibt das Problem der physiologisch unterschiedlichen subjektiven Farbwahrnehmung bestehen.

Ausserdem beeinflussen Umweltfaktoren wesentlich die subjektive Farbbestimmung. Tageslicht, Beleuchtung, Kleidung, farbliche Raumausstattung sowie der Betrachtungswinkel muessten immer optimal und in der Praxis wie im Labor identisch sein.

Die Ermuedung des Auges im Verlauf des Tages darf ebenso nicht unterschaetzt werden, zumal bei Arbeit mit Lupenvergroesserung und der Moeglichkeit Xenonlicht zu verwenden diese Ermuedung in letzter Zeit staerkere Bedeutung beigemessen werden muss.

Mit zunehmender Entfernung zwischen Praxis und Labor wird sich der Zeitaufwand fuer eine persoenliche Anwesenheit des Technikers bei der Farbbestimmung wirtschaftlich deutlich auswirken. Andererseits fuehren aesthetisch unbefriedigende Zahnfarben bei Einproben zu vermeidbaren Korrekturen.

Diese Schwierigkeiten beschaeftigen uns seit Beginn der Zusammenarbeit, denn Praxis und Labor liegen weit voneinander entfernt.

Die Zahnarztpraxis befindet sich im Zentrum von Siegen, einer Stadt im suedlichen Westfalen.

Das Dentallabor ist mitten in der Altstadt von Bad Laasphe, 45 km von Siegen entfernt, beheimatet. Die Strassenverbindung fuehrt mitten durch das landschaftlich schoene, aber aeusserst kurvenreiche Sauerland.

Die Praxis wird zweimal taeglich vom Labor angefahren, die persoenliche Anwesenheit eines Technikers in der Praxis oder die Anwesenheit eines Patienten im Labor sind mit hohem Zeitaufwand verbunden.

Nachfolgend moechten wir den Einsatz des Ikam-Systems in der Praxis sowie im Labor darstellen.

Die Komponenten des Ikam-Systems in der Zahnarztpraxis bestehen aus der herausnehmbaren Digitalkamera (Olympus C 3040 Zoom mit einer Aufloesung von 3,34 Megapixel), dem Stativ fuer die Patientenpositionierung und der Lichtquelle Olympus True Lux, die auch in der Endoskopie eingesetzt wird.

Somit sind die Lichtverhaeltnisse standardisiert. Umwelteinfluesse werden durch die verschiebbaren Seitenverkleidungen am Stativ auf ein praktikables Minimum beschraenkt.

In unserer Praxis hat sich der Einsatz auf einem fahrbaren Untertisch bewaehrt, damit mehrere Behandler zu jeder Zeit das System nutzen koennen.

Fuer die Analyse wird der Mund mit Hilfe von Wangenhaltern offengehalten. Nun legt der Patient sein Kinn in eine dafuer vorgesehene Positionsmulde. Nach wenigen, einfach durchzufuehrenden Einstellungen erfolgt eine erste Aufnahme, die „Glanzaufnahme“. Diese stellt die Situation bei natuerlichen Lichtverhaeltnissen ohne Umwelteinfluesse dar.

Fuer die zweite Aufnahme wird ein Referenzblock, der dem Techniker zur Kalibrierung der Software dient, zwischen den Zahnreihen fixiert. Ueber einen Schwenkhebel erfolgt die Zwischenschaltung eines Filters. Jetzt erfolgt die „Filteraufnahme“, die im Labor fuer die Farbbestimmung benoetigt wird. Die geschilderten Arbeitsgaenge koennen an gut geschulte Mitarbeiterinnen problemlos delegiert werden.

Die Arbeit am Patienten ist mit diesen Arbeitsschritten bereits beendet. Die Bilder auf dem Speicherchip der Digitalkamera werden nun entweder online oder auf Diskette an das Labor versendet. Zunaechst erfolgte bei uns der Versand ausschliesslich online. Dies dauert jedoch relativ lange, zumal bei mehreren Behandlern eine grosse Anzahl von Bildern verschiedener Patienten angefertigt wird.

Daher sind wir zu der Uebertragung mittels Diskette uebergegangen, da ohnehin eine regelmaessige Verbindung zwischen Praxis und Labor vorhanden ist.

Sinnvoll ist das Anlegen eines eigenen Ordners in den man die Bilder patientenbezogen per drag and drop uebertragen kann. In diesem Ordner lege ich mir dann auch die Farbanalyse ab.

Die Ikam-Analysesoftware bietet verschiedene Optionen der Bildauswertung:

1. Zuerst erfolgt die Auswahl des Keramiksystems und der Schichtdicke (insgesamt 1,0 oder 1,5 mm). Alternativ kann auch der klassische Farbring gewaehlt werden.

2. Im naechsten Schritt wird der Referenzzahn durch eine optische Linie markiert. Dazu gibt es verschiedene Werkzeuge.

3. Danach wird der Bildausschnitt extrahiert und der Aufloesungsgrad (grob, mittelgrob oder fein) der Analyse festgelegt

Nach dem Befehl „Analyse ausfuehren“ liefert mir schliesslich die Auswertungssoftware die „Farbwetterkarte“. Diese wird um so detaillierter, je feiner der Aufloesungsgrad gewaehlt wurde. Die „Farbwetterkarte“ zeigt eine farblich unterschiedliche Darstellung der Verteilung von Dentinfarben am Referenzzahn. Die Farbangabe erfolgt analog des Vitafarbringes.

Bei der Analyse gilt zu beruecksichtigen das eine Auswertung des kompletten Zahnes nicht grundsaetzlich moeglich ist, da die transluzenten Bereiche fast immer eine Auswertung im C-Farbenspektrum liefern.

Die Ursache hierfuer liegt in der Programmstruktur, die transluzente Bereiche nur als dunkle Dentinfarben erkennen kann. Der Analysesoftware erscheinen die transluzenten Anteile des Zahnes grau, somit wird analog eine C-Dentinfarbe ausgewertet.

Eine starke inzisale Kruemmung des Zahnes kann ebenfalls zu einer Verfaelschung des Ergebnisses fuehren, hierfuer ist der unterschiedliche Brechungsindex der eintretenden Lichtwellen verantwortlich. Nach Auswertung dieser Fakten sind wir dazu uebergegangen, diese kritischen Bereiche des Zahnes mit Hilfe der optischen Begrenzungslinie (Option des Programms) auszugrenzen.

Als Arbeitsgrundlage ist jedoch das Glanzbild von groesster Bedeutung.

Es liefert dem Techniker alle Details, die er bisher ueber eine persoenliche Farbanalyse mittels Farbmusterring und analoger Fotografie am Patienten selbst ermitteln musste.

Die aufwendige Erstellung von Dias und deren Projektion im Labor, kann nun sehr viel schneller und weniger kompliziert digital ueber den PC erfolgen. Die hervorragende Bildqualitaet laesst unterschiedliche Strukturen am Zahn gut erkennen. Zusammen mit der gewonnenen Farbanalyse kann nun die keramische Umsetzung im Labor erfolgen. Eine Aenderung der gewohnten Schichttechnik ist meines Erachtens nicht notwendig, die Arbeitsablaeufe bleiben wie gewohnt.

Nach der Fertigstellung im Labor erfolgen die Farbkontrolle und Eingliederung in der Praxis in gewohnter Weise. Korrekturen der Farbe konnten deutlich reduziert werden.

Zusammenfassend laesst sich sagen, dass durch den Einsatz von Ikam die Zusammenarbeit zwischen Praxis und Labor erheblich verbessert werden konnte.

Der zeitliche Aufwand wurde verringert. Fuer das Labor entfallen Nacharbeiten zur Farbanpassung (Zeit, Material- und Fahrtkosten).

In der Praxis konnte nochmaliges Einbestellen reduziert werden. Damit werden Behandlungsablaeufe sicherer kalkulierbar.

Gleichzeitig laesst sich nach achtmonatiger Anwendung eine sehr gute Patientenakzeptanz feststellen.

17. R. Riquier, ZTM, Keltern:
Moeglichkeiten und Grenzen der CAD/CAM-Bearbeitung mit gesinterten Hochleistungskeramiken
In der Zahntechnik finden im Moment immer mehr Hochleistungskeramiken, wie Aluminiumoxide oder Zirkondioxide Anwendung. Von dem Gedanken einer hoeheren Biokompatibilitaet sowie Aesthetik beseelt, steigt auch hier die Zahl der Anbieter wie auch Anwender stetig. Einer der wichtigsten Faktoren fuer den Einsatz einer vollkeramischen Arbeit, ist das Indikationsgebiet des Geruestwerkstoffes. Vollkeramiksysteme sollten niemals ausserhalb ihrer Indikation eingesetzt werden, da sie eine viel geringere Fehlertoleranz wie z.B. metallkeramische Restaurationen aufweisen.

Die Indikationsbereiche vollkeramischer Systeme sind bei manchen Produkten noch nicht klar definiert und ebenso wenig in klinischen Langzeitstudien belegt.

Dieser Vortrag soll sich nicht auf eine Wertung einzelner Systeme oder deren Indikationsbereiche beziehen. Hierfuer sollten ausschliesslich klinische Langzeitstudien die Wertung uebernehmen.

Das Referat soll aufzeigen, welche Limitationen und Moeglichkeiten bei der Arbeit mit Vollkeramiksystemen entstehen. Denn der andere, nicht zu vernachlaessigende Faktor nach dem Indikationsgebiet der Hochleistungskeramik, sind die Moeglichkeiten, die uns CAD/CAM Systeme eroeffnen oder wo diese Einschraenkungen aufweisen. Bezogen wird sich ausschliesslich auf die Verarbeitung von Hochleistungskeramiken, die auch Brueckenkonstruktionen ermoeglichen, da hier die Bearbeitung unter herkoemmlichen Methoden nicht oder nur eingeschraenkt, moeglich ist.

Die Einschraenkung beginnt schon mit dem Digitalisier-System. Dieses muss gewaehrleisten, dass auch unter Laborbedingungen eine ausreichende Messgenauigkeit gewaehrleistet ist. Ausserdem muessen jegliche Praeparationsformen sowie Divergenzen einzelner Pfeilerstuempfe messbar sein. Ein Messsystem, welches einen Praeparationswinkel von 3¥ benoetigt, scheidet bei dem Grossteil aller Brueckenkonstruktionen schon von vornherein aus. Messzeiten sollten in einem angemessenen Verhaeltnis zur Konstruktionszeit stehen, da auch Arbeitsschritte, die kein Personal benoetigen, den Arbeitsfluss beeinflussen und Engpaesse provozieren koennen.

Naechsten Einfluss hat die Software. Hier entscheidet die Auslegung und die Erweiterbarkeit. Grundsaetzlich sollte eine Design Software oder CAD-Software wenig Einschraenkungen besitzen . Hierbei ist eine anfaengliche Einschraenkung allerdings durch eine Erweiterbarkeit von zusaetzlichen Softwaremodulen zu beseitigen. Also anders wie bei den Hardware-Komponenten, wie Scanner oder Maschine, ist eine Software grundsaetzlich im hohen Masse ausbau- und anpassungsfaehig. Vorteile bieten hier Software Systeme, bei denen sich der Bediener nicht auf einzelne Konstruktionen festlegen muss, sondern die er optional an seine individuellen Beduerfnisse anpassen kann. Hier stehen in der Zahntechnik noch nicht allzuviele Systeme zur Verfuegung, die ueber die Konstruktion von Geruesten hinausgehen.

Hier wird kurz zur Veranschaulichung auf die Hint-Els Basis Software und den virtuellen Artikulator von OA. Dr. Szentpetery eingegangen.

Dritter Einfluss ist die Bearbeitungseinheit. Hier zaehlt die Auslage. Welche Materialien sollen bearbeitet werden. Grundsaetzlich ist hierzu zu sagen, dass schnelle Bearbeitungszeiten und hohe Praezision bei hochfesten Werkstoffen nur ueber ausreichend stabile Maschinen zu gewaehrleisten sind. Materialvielfalt bedingt immer eine hoehere Komplexitaet der Bearbeitungseinheit sowie einen hoeheren Preis. Die Anzahl der beweglichen Achsen, die den Bearbeitungseinheiten zur Verfuegung stehen, sollten aufgrund einer Optimierung der Verfahrenswege auf 4 Achsen erhoeht werden.

Aufgezeigt werden die limitierenden Faktoren bei der Bearbeitung. Was sind die Einschraenkungen und sind sie zu kompensieren, wo beginnen die Limitationen, wie wichtig sind die einzelnen Systemkomponenten in Bezug auf die Indikation, was ist machbar, was ist wichtig fuer zukuenftige Indikationsgebiete.

18. Prof. P. Pospiech, Muenchen:
Think Ceramics: Werkstoffgereichtes Vorgehen fuer vollkeramischen Zahnersatz
Die Entwicklung neuer vollkeramischer Systeme hat seit der Mitte der achtziger Jahre des letzten Jahrtausends mit der Einfuehrung von Dicor-Glaskeramik einen rasanten Anstieg genommen. Viele Firmen, auch renommierte Legierungshersteller, haben mittlerweile „Vollkeramik“ im Programm. Dies ist in zwei Tatsachen begruendet: Metallfreie, vollkeramische Systeme sind sehr biokompatibel und sie erleichtern auch dem „nicht ueberdurchschnittlich begabten“ Zahntechniker und Zahnarzt die Erzielung ueberdurchschnittlicher aesthetischer Ergebnisse.

Dennoch ist der Marktanteil der vollkeramischen Restaurationen an den Versorgungsarten noch sehr gering. Dies liegt sicherlich an verschiedenen Faktoren. Der Hauptgrund fuer die Zurueckhaltung liegt aber in der Furcht vor einem fruehzeitigen Misserfolg, sprich Fraktur der Restauration bzw. der Vorstellung, die Zahnhartbsubstanz muesse massiv beschliffen werden.

Der Vortrag beleuchtet folgende Aspekte bei der geplanten Versorgung mit vollkeramischen Zahnersatz:

Indikation und Auswahl vollkeramischer Systeme: Noch ist nicht jeder Patient fuer eine vollkeramische Versorgung geeignet. Der notwendige Platzbedarf fuer vollkeramische Arbeiten spielt eine Rolle, wobei heute nicht unbedingt mehr Substanz reduziert werdenmuss als fuer eine klassische Metallkeramikkrone.

Die Auswahl des Systems richtet sich nach seiner Verwendung. Die Restauration des Einzelzahnes ist in der Regel mit glaskeramischen Systemen gut moeglich, bei erhoehten Festigkeitsanspruechen, bei Bruecken oder auch kombiniertem Ersatz (Teleskoptechnik) ist die Verwendung von oxidkeramikbasierten Systemen sinnvoll. Dabei ist zu beachten, dass noch nicht jede Restgebisssituation zufriedenstellend mit Vollkeramik versorgt werden kann. Insbesondere ausgedehnte Luecken sind noch eine Kontraindikation.

Praeparation: Im Mund ist alles rund!

Scharfe Ecken und Kanten koennen Spannungsueberhoehungen in der Restauration hervorrufen, die zu einem fruehzeitigen Misserfolg fuehren koennen.

Eine werkstoffgerechte Praeparationsform ist unabdingbar. Sie erleichtert auch dem Zahntechniker die Arbeit, passgenauen Ersatz herzustellen. Insbesondere bei CAD/CAM-Rekonstruktionen koennen spitze Winkel, Ecken und Kanten nicht exakt wiedergegeben werden. Daraus resultieren Passungsprobleme mit unnoetigen Schleifarbeiten beim subtilen Aufpassen der Arbeiten.

Bearbeitung der Keramiken: Unnoetiges Beschleifen der Restaurationen, inbesondere in den kritischen Zugzonen, sollte unterbleiben. Dabei ist auf ein nasses Beschleifen Wert zu legen, um Rissbildungen und Ueberhitzungen zu vermeiden. Wenn immer moeglich, sollte nach dem Beschleifen                 ein Glasurbrand erfolgen, um perfekte Oberflaechen zu erreichen. Ist dies bei bereits definitiv eingesetzten Arbeiten nicht moeglich, muss unbedingt ein aufeinander abgestimmtes Poliersystem verwendet werden.

Befestigung: Kleben oder Zementieren ist die Frage bei der Eingliederung vollkeramischen Zahnersatzes. Dabei haben sowohl die Adhaesivtechnik wie auch die konventionelle Zementierung ihre Indikation. Bei Teilrestaurationen mit Verankerung im Schmelz ist der Klebetechnik unter Kofferdamverwendung der Vorzug zu geben. Bei Kronen oder kronenverankerten Restaurationen wird unter klinisch-praktischen Gesichtspunkten die Verwendung von konventionellen Zementen bevorzugt.

Fazit: Im Gegensatz zu Legierungen sind Keramiken zwar verarbeitungsanfaelliger, koennen aber dennoch erfolgreich eingesetzt werden, wenn einige Grundregeln der Keramikverarbeitung beachtet werden. Dabei muessen Zahnarzt und Zahntechniker Hand in Hand gehen. Ohne die korrekte Vorbereitung durch den Zahnarzt sind auch die Moeglichkeiten des Zahntechnikers eingeschraenkt. Die Basis des Erfolges liegt auch hier wiederum in einer vertrauensvollen Kommunikation beider Seiten unter Einbeziehung des Patienten, dessen Vorstellungen und Erwartungen mit dem augenblicklich Moeglichen in Einklang gebracht werden muessen.

Das keramische Denken mit dem Einlassen auf den Werkstoff Keramik ist dabei die unabdingbare Voraussetzung.

19. Prof. H.F. Kappert, Schaan und V. Scharl, ZTM, Amberg:
Galvanogestuetzte Empress2-Seitenzahnkronen – Zahntechnik und Festigkeitsuntersuchungen
im Vergleich zu anderen Kronensystemen
1 Ziel der Studie

Es sollte die Belastungsfaehigkeit von Empress 2-Kronen, die auf vorgefertigte Galvanokappen aufgepresst und mit Schichttechnik verblendet wurden im Vergleich zu Empress 2-Seitenzahnkronen ohne unterstuetzende Galvanokappe und zu geschichteten Galvanokronen sowie zu klassischen metall-keramischen Kronen geprueft werden.

2 Probenmaterial

Zur Untersuchung und Pruefung wurden je 10

·Creation verblendete Galvanokronen (Wieland, Pforzheim/KLEMA, A-

Meiningen),

· Imagine verblendete Galvanokronen (Wieland, D-Pforzheim)

· Empress 2-Kronen (Ivoclar-Vivadent, FL-Schaan),

· Galvanogestuetzte Empress 2-Kronen (SupratecÆ, Hafner, Pforzheim/

Ivoclar-Vivadent, FL-Schaan)

· Metallkeramik-Kronen, AGC(-Speziallegierung/Creation (Wieland,

Pforzheim/ KLEMA, A- Meiningen)

hergestellt.

3 Herstellung der Pruefkoerper

Ausgangsmodell fuer die Untersuchung war ein metallener Seitenzahnstumpf vom Typ 26 aus einer CoCr-Legierung mit einer ausgepraegten Hohlkehlpraeparation, der fuer die eigentliche Festigkeitspruefung verwendet wurde. Von diesem Pruefstumpf wurden fuer jede Pruefserie mit AGC-Galvanokronen 10 Klasse IV-Gipsstuempfe bzw 10 Kunststoffstuempfe fuer das Hafner-System durch Dublieren hergestellt, auf denen die Galvanokronengerueste abgeschieden werden sollten.

20 Galvanokappen wurden mit dem Geruest AGC(-Micro (Wieland, Pforzheim) bzw 10 Kappen mit HF Vario (Hafner, Pforzheim) hergestellt. Davon wurden 10 AGC®-Kappen mit der konventionell expandierenden Metallkeramik Creation bei 920 ·C und 10 Kappen mit der hoch expandierenden Metallkeramik Imagine h.e. bei 820 ·C fuer den Opaker und bei 770 ·C fuer die Dentinbeschichtung aufgebrannt. Auf die HF Galvanokappen wurde eine reduzierte Wachskrone modelliert und mit Empress 2-Geruestmaterial ausgepresst. Anschliessend wurden diese mit dem Schichtmaterial fuer Empress 2 verblendet.

Die Wachsmodellationen fuer die zu giessenden Kronenkappen hatten eine leicht anatomische Form mit einer ausgepraegten Hoeckerunterstuetzung fuer die Keramikverblendung. Die verwendete Gusslegierung wurde im Flammenguss verarbeitet. Die Gusskappen wurden in gleicher Weise wie die Galvanokappen mit der Metallkeramik Creation verblendet, mit der einzigen Veraenderung, dass hier der normal schmelzende anstatt des niedrig schmelzenden Opakers fuer den wash-Brand verwendet wurde.

Die 10 Empress 2-Kronen wurden mit der Schichttechnik hergestellt.

4 Pruefung der Bruchfestigkeit

Die Kronen wurden auf Metallstuempfen (CoCr-Legierung) mit schnell haertendem Phosphatzement befestigt und zwei Stunden nach Befestigung in der Universalpruefmaschine (Zwick, D-Neu-Ulm) getestet. Die Metallstuempfe wurden so in einem Probenhalter befestigt, dass die Zahnachse parallel zur Krafteinwirkung der Pruefmaschine stand. Die Belastung erfolgte durch einen planen Druckstempel ueber eine Stahlkugel mit 1 cm Durchmesser. Um punktuelle Fruehkontakte zu vermeiden, was fruehzeitig zu einer Beschaedigung der Verblendkeramik gefuehrt haette, wurde zwischen der Stahlkugel und der Okklusalflaeche der Krone eine 0,4 mm starke Zinnfolie gelegt. Der Druckstempel baute mit einem Vorschub von 1 mm /min eine zunehmend statische Belastung auf der Okklusalflaeche bis zum Bruch der Krone auf.

5 Ergebnisse

Mit einer Bruchfestigkeit von

1805 ± 346 N fuer mit Creation verblendete Galvanokronen (Wieland,

Pforzheim/KLEMA, A- Meiningen),

1948 ± 352 N fuer mit Imagine verblendete Galvanokronen (Wieland, Pforzheim)

1982 ± 601 N fuer Empress 2-Kronen (Ivoclar-Vivadent, FL-Schaan),

2326 ± 435 N fuer Galvanogestuetzte Empress 2-Kronen (Hafner,

Pforzheim/Ivoclar-Vivadent, FL-Schaan)

3081 ± 567 N fuer Metallkeramik-System AGC ®-Speziallegierung mit Creation (Wieland, D-Pforzheim)

ergab sich in jedem Fall eine genuegend grosse und mit einem hohen Sicherheitsfaktor versehene Festigkeit der hier getesteten Seitenzahnkronen in Relation zu den mittleren maximalen Kaukraeften im Seitenzahnbereich von etwa 500 N.

Aus der Weibull-Analyse ergibt sich, dass selbst bei einer Belastung von

901,7 N fuer Empress 2-Kronen

1156,2 N beim System Galvano/Creation

1322,7 N beim System Galvano/Imagine

1541,3 N fuer Galvano-gestuetzte Empress 2-Kronen (Supratec®)

2053,9 N beim metallkeramischen System Gusskrone-Creation

noch eine 95 %ige Sicherheit bei diesem Pruefverfahren fuer die Kronen vorliegt.

Der Weibull- Modul betrug bei allen metall-unterstuetzten Kronensystemen ca 6 ±0,4, waehrend er beim vollkeramischen Kronensystem Empress 2 bei 3,3 lag.

6 Statistik

Die einfaktorielle ANOVA-Berechnung der statistischen Signifikanz der Messergebnisse nach Scheffé mit Hilfe des Statistikprogramms SPSS 10.0 fuer windows ergab, dass zwischen den beiden Galvanokronen-Systemen kein statistisch signifikanter Unterschied vorliegt, waehrend sich jedoch beide Galvanokronen-Systeme signifikant von dem deutlich festeren Metallkeramik-System unterscheiden. Auch die Festigkeitssteigerung der Empress 2-Kronen durch die Unterstuetzung mit einer Galvanogold Kappe war statistisch signifikant.

7 Diskussion

Hinsichtlich der Galvano-Gold-Unterstuetzung der Empress 2-Kronen ist bemerkenswert, dass sowohl durch die Steigerung des Mittelwertes von 1982 N auf 2326 N fuer die Bruchfestigkeit als auch durch die Steigerung der 95 %igen Weibull-Festigkeit von 901,7 N auf 1541,3 N, besonders aber durch die Erhoehung des Weibull-Moduls von 3,3 auf 6 eine deutlich hoehere Sicherheit bei dem Kronensystem Empress 2/Galvanogold (Supratec®) gegenueber einer einfachen Empress 2-Krone vorliegt.

8 Konsequenzen fuer die Praxis

Durch die erzielte Festigkeitssteigerung von Empress 2-Kronen durch eine Galvanogold-Unterstuetzung kann die Anwendung von Empress 2 in kritischen klinischen Situationen groessere Sicherheit erhalten. Dies ist besonders bei Implantataufbauten vorteilhaft. Ein weiterer Vorteil beim Aufpressen der Empress-Keramik auf die Galvanokappe gegen¸ber einer geschichteten Keramikverblendung liegt darin, dass der Aufbau des keramischen Kronenabschlusses im zervikalen Bereich durch den Pressvorgang deutlich erleichtert wird.

20. Priv.-Doz. Dr. R. Strietzel , Bremen:
Die wirtschaftliche Herstellung von metallischen              Geruesten mit Hilfe eines CAD/CAM-Systems
CAD/CAM-Systeme werden den groessten Umbruch der Zahntechnik seit der Einfuehrung von Gussmethoden bewirken. Die industrielle Fertigung von Zahnersatz wird am Ende der Entwicklung stehen. Dadurch wird sich die Arbeitswelt des Zahntechnikers grundlegen aendern. Wenn auch konventionelle Techniken weiter bestehen bleiben werden, wird sich der Arbeitsplatz aendern.

Durch die Massenproduktion wird ein harter Preiskampf anbrechen. Wenn auch die High-End-Technik weiterhin von Menschenhand geschaffenwird,wir das Gros der Patientenarbeiten durch CAD/CAM-Prozesse geschaffen werden.

Waehrend zur Zeit CAD/CAM-Verfahren mit dem Bearbeiten von Zirkoniumdioxid gleichgesetzt werden, geht das FutureDent-System der Firma BEGO einen anderen Weg. Das Ziel ist nicht das Bearbeiten von Zirkoniumoxid sondern die wirtschaftliche Herstellung von Geruesten aus Metall und Keramik. In der ersten Phase werden als Materialien Titan, sowie die aufbrennfaehige Cobalt-Chrom-Legierung (Wirobond C) und Gold-Legierung BioPontoStar (letztere beiden Legierungen bilden zusammen mit der Omega900 Keramik der Firma Vita das Liberty-System) angeboten.

Das modulare FutureDent-System besteht aus den drei Komponenten 3D-Sonsor, CAD-Software und Produktionseinheit. Letztere kann z.B. eine lokale Fraeseinheit sein. Sinnvoller ist jedoch die zentrale Fertigung, da nur hier eine wirtschaftliche Auslastung der Maschinen gewaehrleistet ist.

Im Hinblick auf eine wirtschaftliche Nutzung wurde auf einen hohen Automatisierungsgrad Wert gelegt. Das Digitalisieren wird mit Hilfe der Streifenlichtprojektion durchgefuehrt. Theoretisch kann hier eine Aufloesung von 2mm erreicht werden. Fuer die Praxis wurde ein Wert von ca. 10mm eingestellt. Das Digitalisieren eines Stumpfes mit der Konstruktion eines einfachen Kaeppchens (vergleichbar mit einem Kaeppchen, das mit der Tiefzieh-Folien-Technik hergestellt wurde) dauert von der Entnahme des Stumpfes vom Saegemodell bis zum Senden des Datensatzes an die Produktionseinheit etwa 5 bis 7 Minuten. Die Erkennung der Praeparationsgrenze ist mit Hilfe einer Halbautomatik oder vollstaendig manuell (z.B. bei Tangentialpraeparation oder schlecht erkennbarer Praeparationsgrenze) moeglich. Bei der Entwicklung wurden die Zeiten und damit die Wirtschaftlichkeit optimiert.

Prinzipiell ist das System in der Lage alle Indikationen zu erfuellen. Es haengt lediglich von der ebenfalls modular aufgebauten Software und der Produktionstechnik ab.

Letztere stellt ein Novum in der Zahntechnik dar. Im Gegensatz zu den bisherigen Systemen wird kein Material abgetragen. Durch ein auftragendes Verfahren ist es moeglich, neben Titan auch Legierungen zu verarbeiten. Selbst hochgoldhaltige Legierungen koennen verwendet werden. Mit diesem Verfahren ist es moeglich, preislich mit dem etablierten Gussverfahren zu konkurrieren.

Als naechste Schritte werden die Herstellung von Brueckengeruesten und danach die Einfuehrung von Restaurationen mit Kauflaechen sein. Als Material wird Keramik etabliert. Dem Zahntechniker steht damit die Produktion von Zahnersatz fuer die allermeisten Indikationen und eine grosse Materialvielfalt zur Verfuegung.,

Samstag, den 1. Juni 2002:

21. Prof.W. Lindemann, Tuebingen:
Mikromorphologie der Staeube bei der Bearbeitung dentaler Werkstoffe und deren GefÀhrdungspotential
Bei der Grob- und Feinbearbeitung dentaler Werkstoffe mit Fraesen, Diamantschleifern und Schmirgelpapier entstehen feine und feinste Staeube, denen der Zahnarzt und Zahntechniker oft ueber laengere Zeit ausgesetzt sind. Trotz effektiver Absauganlagen koennen diese ueber die Atemwege in die Lunge gelangenund dort das Krankheitsbild einer Pneukoniose hervorrufen.

Als erschreckendes Ergebnis einer Arbeitsplatzbesichtigung von 30 Zahntechnikern konnte Kronenberger et al. (1982) zeigen, dass nur 57 % der Zahntechniker Massnahmen ergriffen, um sich vor inhalativen Staeuben zu schuetzen.

Da nach dem Uebereinkommen von Johannesburg Staubpartikel von weniger als 5mm Durchmesser als atembar definiert werden und aus aerztlicher Sicht ein potentielles Gesundheitsrisiko darstellen, wurden in dieser Untersuchung Staeube, die bei der Bearbeitung dentaler Werkstoffe anfallen, auf ihre Morphologie und Partikelgroesse untersucht. Ziel der Untersuchung war, deutlich vor Augen zu fuehren, wie gefaehrlich aus arbeitsmedizinischer Sicht derartige Staeube sein koennen.

In die Untersuchung einbezogen wurden 6 konventionelle Legierungen („Cerapall 4 CF“, „Pontor LFC“, „Biosilf“, „RemaniumCD“, Remanium GM800“ und „Remanium CS) sowie Reintitan neben 7 Dentalkeramiken („Vitadura„

„Omega 900“, „Vita Titankeramik“,“ IPS Empress1 und 2“, „Celay Alumina Blanks“ und 6 Kunststoffe („Artglass“, „Dentacolor“, „PalatrayXL“, „Futura Jet“ und „Pala X Press“). Die Legierungs-Staeube wurden beim Bearbeiten mit einer Hartmetallfraese, die Keramikstaeube mit einem Diamantschleifer und die Kunststoff-Staeube mit einer Hartmetallfraese sowie mit Schmirgelpapier gewonnen.

Die Partikelgroessenbestimmung erfolgte lichtmikroskopisch mit einem Schraubenmikrometerokular im Streukoernerpraeparat sowie rasterelektronenmikroskopisch. Bei der lichtoptischen Partikelgroessenbestimmung wurden lediglich Staubpartikelgroessen <5mm registriert.

Die anfallenden Staeube der 30 Dentalwerkstoffe wurden saemtlich elektronenmikroskopisch dargestellt, um deren Mikromorphologie (Gestalt) beurteilen zu koennen. Bei den Legierungsstaeuben besonders hervorzuheben sind scharfkantige, saegezahnfoermige und spiessartige Spaene, die zwar aufgrund ihrer Groesse nicht atembar sind, aber hinsichtlich ihrer gezackten Morphologie eine Gesundheitsgefahr fuer Auge und Hand darstellen.

Abb.1: Metallspan von „Remanium GM 800″

Abb. 2: Metallspan von „PontorLFC“

Es kann gezeigt werden, dass beim Ausarbeiten von Dentalguessen das Tragen einer Schutzbrille oder Gesichtsschild unabdingbare Voraussetzung ist. Treffen durch die Rotation des Werkzeuges hochbeschleunigte Metallspaene auf den ungeschuetzten Handruecken, dann kann es zu mechanischen Irritationen der Haut kommen, wie sie immer wieder bei Zahntechnikern, die viel auszuarbeiten haben, beobachtet werden koennen. In der Scharfkantigkeit der untersuchten Legierungs-Staeube ist sicherlich ein gesundheitsgefaehrdendes Potential zu sehen.

Voellig anders geartet sind die Geometrien der Keramik-Staeube. Hier fallen bei der Ausarbeitung mit Diamantschleifern atembare Keramik-Partikel bei allen untersuchten keramischen Werkstoffen an (Abb. 3 und 4).

Abb. 3: Keramikpartikel von „Celay Inceram“

Abb.4: Keramikpartikel von „IPS Empress 1″

Aus diesem Grunde sollte in jedem Fall nur bei Benutzung einer effektiven Absauganlage Dentalkeramiken ausgearbeitet werden. Das gleiche gilt fuer das Bearbeiten von Kunststoffen, da bei diesen mit geringer Ausnahme ebenfalls atembare Staeube entstehen und zwar sowohl bei der Ausarbeitung mit einer Hartmetallfraese als auch mit Schmirgelpapier (Abb. 5 und 6).

Abb. 5: Kunststoffpartikel von „Palatray XL“

Abb. 6: Kunststoffpartikel von „Dentalon Plus“

Unsere Untersuchungen verdeutlichen den dringenden Aufklaerungsbedarf auf dem Gebiet der dentalen Arbeitssicherheit, da bei der Bearbeitung mit rotierenden Instrumenten alveolargaengige Staubpartikel entstehen. Dabei handelt es sich um Keramik- und mit geringer Ausnahme um atembare Kunststoffstaeube. Wohingegen die untersuchten Metallstaubpartikel zu gross sind, um in die Lungenalveolen vordringen zu koennen.

Resuemee: Beim Ausarbeiten von Zahnersatz aus einer Legierung, Keramik oder Kunststoff ist es unerlaesslich, dass bei dieser Taetigkeit eine Schutzbrille, moeglichst auch eine Atemmaske getragen wird. Auf eine effektive Absaugung ist zu achten (routinemaessiger Filterwechsel!). Eine Alternative gibt es nicht!

22. A. Hoffmann, ZTM, Gieboldehausen:
Der Einsatz von lichthärtenden Modellierwerkstoffen für Modellguss, Kronen und für die Schienentechnik
Das 1. Dentale Service Zentrum ist ein Dienstleistungsunternehmen fuer Dentallabore. Unter dem Aspekt, dass sich neue Technologien am Anfang einer Schaffensperiode nicht wirtschaftlich darstellen, hilft das 1. Dentale Service Zentrum, aus diesem Grund ist es gegruendet worden. Das Spekturm der Dienstleistung umfasst den Vollkeramikbereich, den CNC-gefraesten Bereich, sowie Gusstechniken und Fraestechniken, die im Monometallbereich und Keramiken angesiedelt sind. So ist auch die Verarbeitung von Titan und auch die Herstellung galvanischer Produkte obligatorisch im 1. Dentalen Service Zentrum zu finden.

Forschung und Entwicklung

Durch die Aufgabenstellung des 1. DSZ sind schwerpunktmaessig die in dem Zahntechnikerhandwerk neuesten Technologien vertreten. In diesen Fertigungstechniken sind die industriellen Entwicklungen und die medizinischen Grundlagen geschaffen worden. Jedoch sind noch vom Handling und in den Arbeitsablaeufen der handwerklichen Verarbeitung oft Luecken. Oft sind keine zufriedenstellenden Arbeitsablaeufe gefunden worden. Dieser Umstand fuehrt zu grossen Problemen, da die Fertigungszahlen in der Regel fuer einen Betrieb sehr klein sind und die Produktion oft zeitlich weit auseinander liegt. Gerade fuer die praktische ergonomische Entwicklung solcher handwerklicher Arbeitsablaeufe sind grosse Stueckzahlen notwendig.

Nur mit schneller und gezielter Ausbildung von Fachkraeften, die sich mit einer solchen Technik permanent beschaeftigen, koennen schnell Verfahrenstechniken geprueft, veraendert, entwickelt und rationalisiert werden.

Die Zusammenarbeit mit Universitaeten und der Industrie bietet grosse Vorteile in der Findung neuer Verfahrenstechniken, da das bislang fehlende Bindeglied der „Handwerkliche Betrieb“ fehlte. Die gezielte Forschung und Entwicklung, Pruefung von Verfahrenstechniken ist ein fester Bereich des Unternehmens.

Schulung von Zahntechnikern

Weiterfuehrende Arbeitsablaeufe, die ueber die Dienstleistungen des 1. DSZ hinausgehen und die, die Produktionsbereiche des Dentallabors treffen, werden als Ausbildungs- und Schulungsmassnahmen angeboten. Die direkte Einarbeitung in eine neue Technologie, die den Kenntnisstand des Zahntechnikers mit der Zentralanfertigung und seiner weiterfuehrenden Arbeit zu einem Gesamtergebnis werden lassen, sind als Teamleistung unverzichtbar. Durch diese Schulungsangebote koennen sich die Dentallabore, in die fuer sie interessanten Technologien einarbeiten und muessen nicht am Anfang einer neuen Produktionstechnik hohe Investitionen taetigen.

Erst die Kombination von Ausbildung der Betriebe, Zahnaerzte und die Schaffung der Fertigungsmoeglichkeit koennen diesen Markt gewinnbringend fuer alle Partein gestalten.

Mit der ersten offiziellen Vorstellung von lichthaertendem Wachs anlaesslich der Dentalen Technologie im Jahre 2000 sowie der Vorstellung von lichthaertendem Prothesenbasismaterial im Jahre 2001, haben diese innovativen Modellierwerkstoffe endgueltig Einzug in die Zahntechnik gefunden.

Natuerlich hat sich gerade im Bereich des lichthaertenden Wachses in den zwei Jahren seit der Erstvorstellung viel getan. Es wurde weiter entwickelt, neue sinnvolle Indikationen ueber den klassischen Modellguss hinaus, wurden integriert. Dazu zaehlen die Implantat Infra- und Suprastrukturen genauso wie Galvano Tertiaerstrukturen und ganz klar die Kronen-, Bruecken-, Geschiebe- und Riegeltechnik.

Die neueste Entwicklung von primotec und dem 1. DSZ ist die konsequente Fortfuehrung dieser Ausrichtung auf lichthaertende Materialien. Es handelt sich hierbei um ein lichthaertendes Aufbissschienen-Material. Dieses Material, nennen wir es vorlaeufig „Metasplint“ kann die Praezision der Aufbissschiene wesentlich erhoehen bei gleichzeitiger Verringerung des Herstellungsaufwandes.

So wird das Material, das in Strangform angeliefert wird und eine knetaehnliche Konsistenz hat, direkt auf das OK oder UK Modell im Artikulator, der vorher entsprechend gesperrt wurde, aufgeknetet. Ist das Material in Position, wird der Artikulator langsam geschlossen, bis die Zentrik Endposition erreicht ist. Nun besteht die Moeglichkeit, entsprechende Lateralbewegungen auszufuehren und die Schienenform manuell zu modellieren. Das formgebende Modellieren mit Gummi-Modellierinstrumenten oder metallischen Modellierinstrumenten sowie mit Pinseln, die ein Hin- und Herschieben des Materials bewirken, laesst endgueltige Form der Schiene schon im Rohzustand perfekt erscheinen. Ist das gewuenschte Ergebnis erreicht, wird die Schiene in situ im Artikulatorim Metalight QX1 Lichthaertegeraet polymerisiert.

Eine Polymerisation in anderen Lichthaertegeraeten ist moeglich, da aber in der Regel aus Platzgruenden nicht im Artikulator in situ ausgehaertet werden kann, wird die moegliche Praezision nur zum Teil erreicht. Ist der Polymerisationsvorgang abgeschlossen, wird der Artikulator geoeffnet und die Schiene vom Modell abgehoben, kurz ausgearbeitet, Zentrik und Disklusion ueberprueft (aufwendiges Einschleifen ist bei dieser Technik nichtmehr notwendig) und poliert. Das Resultat ist eine hoch passgenaue Aufbissschiene, die in der Regelohne Chairside Korrekturen eingesetzt werden kann.

Besonders noch einige qualitative Vorteile des Schienenmaterials moechte ich herausheben. Sie sind in der EN ISO 1567 klar definiert. In Anlehnung an die EN ISO 1567 stuft sich dieser Werkstoff alseinen lichthaertenden Werkstoff des Typ 4 ein. Die Anforderungen an diesen Werkstoff sind eine entsprechende Biegefestigkeit und ein daraus resultierendes Elastizitaetsmodul. Die Menge an Restmonomergehalt, die Wasseraufnahme, die Wasserloeslichkeit sind Forderungen, die alle diese Werkstoffe einhalten muessen. Die geforderten Anwendungseigenschaften und die Verarbeitungsfaehigkeit, die Homogenitaet nach der Polymerisation und auch die Polierbarkeit koennen als gut bezeichnet werden. Dieses neue Schienenmaterial ist frei von Methylmethacrylat, frei von Peroxiden, lichthaertend, vorgemischt in Strangform, um direkt auf den Zaehnen appliziert zu werden und bis zu 50 % schneller als die herkoemmliche Herstellung mit anderen Kaltpolymerisaten.

Gerade der Einsatz von PMMA-Werkstoffen ist in der Zahntechnik umstritten und zeigt immer staerkere Reaktionen bei Mitarbeitern, die permanent mit diesen Materialien umgehen muessen. Nicht nur der hohe Gehalt an Restmonomer, sondern auch die durch die Polymerisation entstehenden Daempfe sind fuer die verarbeitenden Mitarbeiter gesundheitsgefaehrdend. Aufwendige Absauganlagen, welche installiert werden muessten zur Verhinderung von gesundheitlichen Schaeden bei der Verarbeitung von PMMA-Kunststoffen, koennen bei den lichthaertenden Kunststoffen entfallen. Gerade hierbei zeichnen sich diese lichthaertenden Werkstoffe auch im Einsatz fuer den Patienten aus, frei von Methylmethacrylaten bedeutet: Restmonomere bestehen nicht aus physiologisch bedenklichen MMA, sondern aus den hoeher molekularen Oligomeren. Diese sind im Vergleich zu MMA aber unbedenklich und damit nicht toxisch im Munde des Patienten. Somit eignet sich der Kunststoff im Einsatz als Schienenmaterial hervorragend.

In einer Zeit, in der die Patienten immer mehrin die Diskussion ueber die Zusammensetzung der einzelnen Materialien und ihre Auswirkung auf den menschlichen Organismus eingreifen und Bescheid wissen wollen, werden wir zunehmend dem Wunsch des Patienten nach besseren und damit hochwertigen prothetischen Loesungen gerecht werden duerfen. Hochwertiger sollte an dieser Stelle nicht mit komplizierter und ueberstrukturierter Zahntechnik verwechselt werden. Hochwertiger bedeutet hier den Einsatz modernstem medizinisch wissenschaftlichem Know how und einer Zahntechnik verbunden mit neuesten Technologien und technischen Loesungen. Aber auch nach dem Motto, Bewaehrtes                 und Erprobtes als Grundlage in unsere Taetigkeit mit einbeziehen zu muessen.

Doch der Einsatz der Schiene endet nicht mit der Politur im Labor, sondern erst mit der klinischen Anwendung beim Patienten. Hierbei erfaehrt die Schiene im Laufe der Liegezeit hohe mechanische Beanspruchungen, die dazu dienen, bestimmte Gegebenheiten im Munde des Patienten zu erreichen. So ist gerade das Bruxieren, das ueber lange Zeitraeume auf das Schienenmaterial einwirkt, eine der hoechsten Dauerbeanspruchungen fuer dieses Material. Das Schienenmaterial muss von sener Eigenschaft weicher und abrasionsfaehiger sein als vorhandene Zahnsubstanz, um die eigenen Zaehne des Patienten zu schuetzen. Es sollte aber auch so formstabil sein, dass sich eine unkontrollierte Abrasion nicht kurzfristig einstellen kann. Zum anderen ist die Korrekturfaehigkeit im Mund von grosser Bedeutung, da hier der Behandler nicht nur direkt an der Schiene einschleift, sondern auch punktuell aufbauen muss (z.B. Michigan-Schiene) und die hierbei eingestellte Eckzahnfuehrung gegebenenfalls mehrfach korrigiert werden muss. Mit Hilfe eines Oberflaechenconnectors, welche die Doppelbindung der in der Oberflaeche im polymerisierten Zustand vorhandenen Kunststoffbindungen aktiviert, ist es moeglich, lichthaertenden artgleichen Kunststoff aufzutragen, der durch seine knetfaehige Struktur leicht in Form platziert werdne kann. Unter leichtem Zubeissen lassen sich Impressionen schaffen, die eine gleichmaessige Kraftverteilung auf die Schiene bringen. Das Aushaerten mit einer UV-Lampe, die im Lichtwellenbereich von <390 Nanometer arbeitet, garantiert eine gute Verbindung mit dem vorhandenen Schienenmaterial und polymerisiert das Neumaterial perfekt aus. Alles in allem verspricht dieser Werkstoff einige wichtige und wegweisende Merkmale in der Verarbeitung und in der Anwendung beim Patienten.

Neues mit Bewaehrtem zu verbinden ist die Zukunft in der Zahnmedizin und in der Zahntechnik.

23. Priv.-Doz. Dr. A. Zöllner, Witten:
Anwendung des lichthÀrtenden Kunststoffes Versyo.com in der Teilprothetik:
Klinische Ergebnisse und Patientenzufriedenheit
Das Gutachten der DGZPW zum prothetischen Behandlungsbedarf bis zum Jahre 2020 zeigt zwar einen Trend hin zu mehr festsitzendem Zahnersatz,                 jedoch werden Teilprothesen weiterhin ihren Platz in dem zahnaerztlichen Therapiespektrum haben – aller Erfolge in der Prophylaxe zum Trotz.

Wenn sich auch allgemeine Konstruktionsprinzipien fuer Teilprothesen nicht aendern werden – die Revolution in der Gestaltung der grossen Verbinder ist unwahrscheinlich – so hat sich jedoch in den letzten Jahren der „typische“ Patient geaendert, der mit einem partiellen Zahnersatz versorgt werden soll. Zum einen muessen wir als Zahntechniker und                 Zahnaerzte ueberlegen, in wieweit ein allgemeiner Anstieg in der Sensibilisierung auf Latex, Methylmetacrylate, Peroxide oder Stabilisatoren wie                 Hydrochinon die Auswahl unserer Materialien beeinflusst. Zum anderen sollten wir ueberdenken, ob Gestaltungsmerkmale, die fuer die aesthetische Wirkung von festsitzendem Zahnersatz selbstverstaendlich sind, auch auf die Teilprothetik uebertragen werden koennen, um einem wachsenden Bewusstsein der Patienten auch in diesem Gebiet Rechnung zu tragen. Stellen wir uns nur kurz die Frage, wie haeufig wir die Farbe der Mukosa bestimmt haben um einen Teilprothesensattel farblich unauffaellig zu gestalten oder wie haeufig – im Vergleich zu Einzelkronen – wir Kunststoffzaehne individualisiert haben? Zunaechst abgesehen von den finanziellen Aspekten – besteht hier ueberhaupt von Seiten der Patienten ein Bedarf?

Beide Aspekte – Vertraeglichkeit von Prothesenkunststoffen und Patientenzufriedenheit mit partiellen Prothesen sollen im folgenden kurz dargestellt werden:

1. Biokompatibilitaet von Prothesenkunststoffen, Bewertung von lichthaertenden Materialien

Seit ueber 60 Jahren sind Kunststoffe ein nicht mehr wegzudenkender Bestandteil der teil- und totalprothetischen Therapie. Waehrend das nach Polimerisation bei den meisten Materialien entstehende Polymethylmetacrylat eine geringe zytotoxische, irritierende und sensibilisierende Wirkung hat, stellt sich dies fuer das Monomer und im Kunststoff enthaltene Hilfsstoffe umgekehrt dar. Da diese Substanzen loeslich sind, haengt die Vertraeglichkeit nicht nur vom Herstellungsverfahren als auch von der vorherigen Lagerung ab. Bezueglich der Rate der Restmonomerfreisetzung direkt nach Abschluss der Herstellung ist der Heisspolimerisation aufgrund des niedrigeren Restmomergehaltes gegenueber Kaltpolimerisaten der Vorzug zu geben. Der Einfluss des Herstellungsverfahrens auf die Restmonomerfreisetzung spielt jedoch im laengerfristigen Boebachtungszeitraum eine untergeordnete Rolle. Eine Lagerung der fertiggestellten Arbeiten in warmen Wasser ist ratsam, um die Menge und die Rate der Loeslichkeit dieser Bestandteile vor dem Einbringen in das Mundmilieu zu minimieren. Zwar koennen diese Bestandteile eine Roetung der Bereiche im Kontakt mit dem Ersatz oder aber ein Brennen im Mundraum verursachen, ihre Rolle als Verursacher einer allergischen Reaktion insbesondere bei schon laenger getragenen Prothesen wird jedoch haeufig ¸berschaetzt. Bei einer Roetung des Gaumens muss differentialdiagnostisch weiterhin einerseits eine mechanische Irritation im Sinne einer Ulzeration oder andererseits – in der Lokalisation und Ausdehnung deutlich abgrenzbar – eine bakteriell verursachte Entzuendungsreaktion bzw. die Schleimhautbesiedelung durch Candida albicans als sogenannte Prothesenstomatitis beruecksichtigt werden. Demgegenueber kann ein Burning Mouth Syndrome, dessen Aetiologie bisher nicht eindeutig geklaert ist, erst in Abwesenheit pathologischer Befunde diagnostiziert werden.

Der konstante Gehalt an hochmolekularen Monomeren bei lichthaertenden einkomponenten Kunststoffen wie bei dem von uns untersuchten Versyo.com® (Heraeus-Kulzer) verspricht eine gute Biokompatibilitaet. Dringend sollten jedoch auch hier die Verarbeitungshinweise befolgt und durch eine ausreichende Zeit im Lichtofen die vollstaendige Polimerisation gewaehrleistet sein, sowie durch die Politur die entstandene Dispersionsschicht entfernt werden. Die bei Versyo.com® vorab sehr erfolgreich durchgefuehrten Zytotoxizitaets-, Irritations- sowie Sensibilisierungstests rechtfertigen den Einsatz auch als experimentelles direktes Unterfuetterungsmaterial.

In einer klinisch kontrollierten Studie an der Harvard School of Dental Medicine (Boston, USA) wurden die Saettel von je 10 partiellen Prothesen und von 10 Interimsprothesen im Ober- wie Unterkiefer direkt im Mund mit einem hierfuer modifizierten, experimentellen Material unterfuettert und klinisch wie rasterelektronenmikroskopisch in einem Beobachtungszeitraum bis zu 6 Monaten kontrolliert. Die Ergebnisse dokumentieren, dass der Verbund zwischen Prothesenbasis und Unterfuetterungsmaterial in der Regel stabil ist und                 keinerlei Verfaerbungen oder Frakturen aufweist. Von lokalisierten Druckstellen abgesehen traten keinerlei Schleimhautroetungen auf.

2. Patientenzufriedenheit mit dem kosmetischen Erscheinungsbild von Teilprothesen

Neben der Wiederherstellung der Kaufunktion kommt Zaehnen eine wesentliche Rolle bei der sozialen Interaktion zu. In standardisierter Form werden diese Aspekte in Oral-specific quality of life measures erhoben. Die Ergebnisse unterschiedlicher Untersuchungen dokumentieren eindeutig, dass den Zaehnen und dem Zahnersatz ein wesentlicher positiver Einfluss, zuallererst bei dem persoenlichen Gesamterscheinungsbild, den Gesichtszuegen und der Freude beim Essen, zukommen. Unabhaengig von anatomischen Befunden, die das kosmetische Gesamtergebnis beeinflussen, ist es moeglich mit entsprechenden Frageboegen zu erkennen, in wieweit ein Patient mit der derzeitigen Situation zufrieden ist. In einer klinischen Studie (Universitaet Witten/Herdecke, Harvard School of Dental Medicine) wurden bei der Bestimmung der Patientenzufriedenheit mit partiellem Zahnersatz entsprechend einem Vorschlag von Sato et al die folgenden Punkte bei teilprothetisch versorgten Patienten nachgefragt und durch die Antworten sehr zufrieden, zufrieden oder unzufrieden beantwortet:

Kauvermoegen, Geschmack, Sprache, Schmerzen im Bereich des Ersatzes, Kosmetik, Sitz, Halt, Tragekomfort.

Bei 103 Patienten wurden insgesamt 153 teilprothetische Versorgungen per Fragebogen bewertet. Bei den Arbeiten stand keine unmittelbare Neuanfertigung an. Die Patienten befanden sich entweder im Recall oder stellten sich wegen anderer Fragestellungen, wie z.B. der Versorgung des Gegenkiefers, vor. Von diesen Arbeiten waren 57 teleskopierende Versorgungen, 56 Modellgussarbeiten und 40 geschieberetinierte Versorgungen. Die Versorgungen umfassten 32 einseitige, 79 beidseitige Freiendsituationen sowie 84 Schaltluecken. Die durchschnittliche Verweildauer des Oberkieferersatzes betrug 6 Jahre und die des Unterkieferersatzes 6,5 Jahre. Die Bewertung „Unzufrieden“ war der Haeufigkeit nach und gewertet pro Versorgung bei den folgenden Parametern gegeben: Halt (49), Sitz (41), Tragekomfort (39), Schmerz (30), Kauvermoegen (30), Kosmetik (23), Geschmack (4), Sprache (3). Insgesamt dominierte der Komplex „Kauvermoegen“ und „Tragekomfort“der die erstgenannten Aspekte „Halt, Sitz und Schmerz“ indirekt mit umfasst. Immerhin 15% der befragten Patienten zeigten sich mit der Kosmetik ihres teilprothetischen Ersatzes unzufrieden.

Bei 15 Patienten, die mit der Kosmetik Ihres Ersatzes unzufrieden waren, wurden die Gruende hierfuer durch die folgenden Fragen spezifiziert und durch die Einschaetzung sehr, ein bisschen, nicht oder weiss nicht gewertet: Wie stark stoert Sie: Die Farbe Ihrer eigenen Zaehne, die Farbe der ersetzten Zaehne, die Form Ihrer eigenen Frontz‰hne, die Form der ersetzten Frontzaehne, die Stellung der eigenen Frontzaehne, die Stellung der ersetzten Frontzaehne, der Kunststoff auf dem die ersetzten Zaehne befestigt sind, der Uebergang von Prothese zu eigenen Zaehnen? Diese Angaben wurden soweit moeglich bei der Neuanfertigung unter Verwendung von Premium® Zaehnen (Heraeus-Kulzer) und Versyo.com® beruecksichtigt und die Befunde erneut eine Woche und ein Monat nach Insertion erhoben.

Es fiel auf, dass die eine Woche nach Neuanfertigung gegebene Einschaetzung auch nach einem Monat gleich war. Bezueglich der Zahnform und der Zahnfarbe waren die Patienten mitunter auch mit den nicht ersetzten Frontzaehnen nicht immer vollstaendig zufrieden. Diese Einschaetzung blieb auch nach Neuanfertigung des Ersatzes konstant. Eine stoerungsfreie Integration von kuenstlichen Frontzaehnen war immer dann vorhanden, wenn die vorhandene Zahnfarbe und Zahnform kopiert werden konnte. Die Zufriedenheit mit den durch Premium® ersetzten Frontzaehnen war im Durchschnitt so hoch wie die Zufriedenheit mit den eigenen Zaehnen (Wert Farbe 1.2, Form 1.1). Die beiden Faktoren „Farbe“ und „Form“ dominierten eindeutig die Zufriedenheit mit dem kosmetischen Erscheinungsbild des teilprothetischen Ersatzes.

Bei der Zahnstellung konnte ein Ergebnis erzielt werden, das ueber der Einschaetzung der eigenen Zaehne lag (eigene Zaehne vs. Ersetzt: 1.4 vs. 1.1), da eine Drehung bzw. Kippung von Zaehnen bei der Neuanfertigung nur soweit vorgenommen wurde, wie sie einem natuerlichen Erscheinungsbild dienten. Der Prothesensattel selbst wurde von den Patienten zu Behandlungsbeginn nur selten als sehr stoerend empfunden und konnte im Erscheinungsbild meistens in der Neuanfertigung durch Anpassung der Form verbessert werden. In zwei Faellen wurde eine farbliche Individualisierung vorgenommen. Unter Beachtung der erhobenen Einzelbefunde und der folgenden individuellen Gestaltung unter Verwendung von Versyo.com® und Premium® Zaehnen waren die Patienten in der Regel mit dem kosmetischen Ergebnis sehr zufrieden (Wert 1.3). Dieser Wert liegt deutlich ueber dem bei den 100 befragten Patienten gefundene Referenzwert von 1.6 fuer die Einschaetzung der Zufriedenheit mit der Kosmetik bei Teilprothesen mit ersetzten Frontzaehnen. Subjektiv konnte im Vergleich zum Behandlungsbeginn auch die Aussprache mit dem neuen Ersatz verbessert werden, dies kann aber nur teilweise auf die Frontzahnstellung zurueckgefuehrt werden und haengt wie bei Teilprothesen eher ueblich, von der Gestaltung und                 Ausdehnung der Modellgussbasis, der Prothesensaettel und nicht zuletzt von einem guten Sitz der Teilprothese ab.

Zusammenfassend laesst sich feststellen, dass mit mit Versyo.com® ein lichthaertender Kunststoff fuer die Teilprothetik zur Verfuegung steht, dessen Biokomkompatibilitaet eine zunaechst nur experimentell freigegebene direkte Anwendung im Patientenmund zulaesst. Der Verbund Prothesenbasis zu Unterfuetterungsmaterial wies zumindest im kurzzeitigen Beobachtungszeitraum bis zu 6 Monaten keinerlei Veraenderungen auf, die den klinischen Erfolg gefaehrdet haetten. In der Anwendung zusammen mit teilprothetischen Ersatz von Frontzaehnen durch Premium® Zaehne hat sich                 die Erhebung individueller Patientenbefunde bewaehrt, um eine hoechst moegliche Zufriedenheit der Patienten mit dem Ersatz zu erzielen.

24. AKTUELLER VORTRAG:
S. Cornelissen, ZT, Maartensdijk:
Das Beste aus Zwei Welten
Die Cordent-Krone®
Die Cordent-Krone beschreibt ein Verfahren, das die Vorteile der AGC Galvanokrone hinsichtlich ihrer hervorragenden Passgenauigkeit mit den aesthetischen Moeglichkeiten von Authentic Presskeramik kombiniert.

Mit der hier beschriebenen Vorgehensweise ist es moeglich, Kronen und Brueckengerueste mit Authentic Presskeramik zu ueberpressen und darueber hinaus auesserst stabile und passgenaue zirkulaere Keramikschultern zu erzeugen. Die bisherigen Untersuchungen zeigen einen hervorragenden Keramik-Metallverbund.

Durch dieses Verfahren ist eine erhebliche Arbeitserleichterung moeglich. ein qualitativer Fortschriftt wird durch eine aeusserst praezise und formstabile zirkulaere Porzellanschulter erzielt.

Indizes: Wieland AGC Galvano, AuthenticTM, Cordent-Krone, Keramikschulter, Prerss to Metal

Einleitung

Um den staendig steigenden aesthetischen Anspruechen gerecht zu werden, haben sich einige vollkeramische Systeme auf dem Markt bewaehrt.

In der Vergangenheit wurden jedoch die meisten Versorgungen als metallkeramische Restaurationen ausgefuehrt. Der unbestrittene Vorteil dieser Restauration liegt in dem bewaehrten Herstellungsprozess. Die Nachfrage nach standardisierten und automatisierten Herstellungsprozessen sorgte dafuer, dass ich seit Jahren besonders das AGC Galvanosystem benutze. Mein Wunsch war es deshalb, die Vorteile der Vollkeramik mit den bewaehrten Metallkeramiksystemen zu kombinieren. Darueber hinaus suchte ich nach einem System mit dem ich mit einem Keramiksortiment alle Versorgungsarten abdecken konnte.

Die Forderung meiner Kunden ging dahin, dass sie moeglichst eine Versorgung wuenschen, die mit konventionellen Einsatzmethoden einzugliedern sind. Alle diese Faktoren haben dazu gefuehrt, dass ich diese zwei Welten zusammengefuehrt habe und erste Versuche mit dem Ueberpressen von AGC Galvanokronen ausgefuehrt habe. Diese Ergebnisse waren fuer mich so faszinierend gut, dass ich diese Verfahrenstechniken weiter ausgearbeitet habe, diese moechte ich Ihnen im weiteren detailisiert vorstellen.

Indikation

Zu diesem Zeitpunkt verfuege ich ueber ausreichende Erfahrung mit Einzelkronen im Front- und Seitenzahnbereich sowie dreigliedrige Brueckenversorgungen wieder in Front- und Seitenzahnbereich.

Natuerlich geht der Blick weiter in die Zukunft. Es sollten grossspannige Versorgungen als auch Inlaybruecken moeglich sein.

Voraussetzungen

Als Praeparationsvoraussetzung sollte eine Hohlkehlpraeparation oder Stufenpraeparation ausgefuehrt werden. Weniger eignen sich Tangential-bzw. Bewellpraeparationen.

Die Cordent-Krone beschreibt ein Verfahren, das die Vorteile der AGC Galvanokrone hinsichtlich ihrer hervorragenden Passgenauigkeit mit den aesthetischen Moeglichkeiten von Authentic Presskeramik kombiniert.

Mit der hier beschriebenen Vorgehensweise ist es moeglich, Kronen- und Brueckengerueste mit Authentic Presskeramik zu ¸berpressen und darueber hinaus aeusserst stabile und passgenaue zirkulaere Keramikschultern zu erzeugen. Die bisherigen Untersuchungen zeigen einen hervorragenden Keramik-Metallverbund.

Durch dieses Verfahren ist eine erhebliche Arbeitserleichterung moeglich. Ein qualitativer Fortschritt wird durch eine aeusserst praezise und formstabile zirkulaere Porzellanschulter erzielt.

Die Verarbeitungstechnik der Cordent-Krone®

Als Grundlage der Cordent-Krone dient eine herkoemmliche AGC Galvanokrone hergestellt mit dem AGC Micro Fa.Wieland.

Diese kann wesentlich einfacher hergestellt werden, weil wir auf den Kronenrand verzichten koennen. Der Kronenrand wird durch eine zirkulaere Schulter mit Authentic Presskeramik ausgefuehrt.

Vorbereitung der AGC Galvanokappen

Die so reduzierte Galvanokappe wird vom Stumpf abgenommen und mit 110m ALO2 und 2 Bar angestrahlt. Bei allen helleren Farben und Brueckengliedern wird mit Authentic Pressopaker gearbeitet. Bei dunkleren Farben als A3 verzichte ich bei Galvanokappen ganz auf den Opaker. Nach erfolgtem Opakerbrand wird die Krone auf den zuvor isolierten Stumpf aufgesetzt und die zirkulaere Schulter inclusive Dentinstruktur modelliert. Hier lehne ich mich an dem natuerlichen Vorbild an.

Natuerlich kann man auch ein Voll-Wax-Up herstellen, um den gezielten Schmelz zu reduzieren. Die so vorbereitete Modellation wird nun fuer den Pressvorgang vorbereitet. Hierzu wird senkrecht zur Spitze der Galvanokappe angestiftet. Verwendet werden Wachsprofile der Staerke 3mm.

Pressen

Diese Presskanalanordnung mu? unbedingt eingehalten werden, weil bei schraeg angestifteten Presskanal die Gefahr besteht, dass die Galvanokappe in der Pressmuffel angehoben wird und somit unterpresst werden kann. Das Pressobjekt wird exakt nach Herstellerangabe in die Pressmuffel plaziert, um moeglichst optimale Pressergebnisse zu erzielen. ( Literturangaben Authentic CTM, Ceramay)

Das Einbetten und Vorwaermen unterscheidet sich nicht vom herkoemmlichen Pressverfahren.

Einsatz der Presspellets

Authentic Presspellets unterscheiden sich durch unterschiedliche Opazitaetstaerken von anderen Systemen. Deswegen ist ihre Auswahl und Einsatz besonders wichtig.

Ein normales Dentin Pellet hat 30% Opazitaet

Das Plus Pellet hat 50% Opazitaet

Das Plus Plus Pellet hat 80% Opazitaet

Je nach Platzangebot verwenden ich fuer die Cordent-Krone, Plus bzw. Plus Plus Pellets, der entsprechenden Zahnfarbe. Der Pressvorgang an sich richtet sich exakt nach den Herstellungsangaben.

Ausbetten

Nach erfolgtem Pressvorgang werden die Restaurationen vorsichtig ausgebettet. Die groben Einbettmasseteile werden mit Glasperlen bei 1,5 bar ausgestrahlt. Die Innenseite der ueberpressten Galvanokappe werden mit geringerem Druck abgestrahlt, max. 1 bar.

Die so abgestrahlten Objekte zeigen spontan eine exakte Passung wegen der ueberpressten Galvanoteile.

Ausarbeiten

Das Abtrennen der Objekte vom Presskanal muss mit niedriger Drehzahl unter Wasser geschehen.

Punktuelle Ueberhitzung fuehrt zur Ausbildung von Mikrorissen, die bei den folgenden Braenden sichtbar werden.

Nachdem die Objekte aufgesetzt wurden, werden kleinere Formkorrekturen durchgefuehrt. Es ist darauf zu achten, dass genuegend Platz fuer das Auftragen der Schmelz und Effektmassen vorhanden ist. Zum Schluss wird die gesamte Presskeramik mit einem Diamanten leicht ueberschliffen und mittels Dampfstrahler gesaeubert.

Aufbrennen der Schmelzmasse

Auf dem so vorbereiteten Dentinkern koennen eventuelle farbliche Charakterisierungen mittels Malfarben von Authentic aufgetragen und durch einen Fixierbrand stabilisiert werden. Da durch den Dentinaufbau ein fester Untergrund vorhanden ist, braucht man nur wenig Schmelzmasse aufzutragen.                 Hierdurch erreicht man eine gezielte Schrumpfung, so ist es moeglich, die Funktion und die Keramikmassen zu kontrollieren.

Im Seitenzahnbereich werden Schneidemassen ausschliesslich an der Aussenform und als Randleiste genutzt. Die Kauflaeche an sich wird mit warmer Transparentmasse ausgefuehrt. Hierzu eignen sich Orange oder Yellow. Das Licht, das auf die Kauflaeche faellt, wird so nicht reflektiert, sondern absorbiert, hierdurch erreicht man den Eindruck besonderer Tiefe.

Im Frontzahnbereich werden mit Schmelzmassen mesial und distal als Randleisten angelegt, hierdurch werden die Reflektionsleisten akzenturiert..

Die Vervollstaendigung der Aussenformen geschieht in einer Wechselschichtung aus Transpa und Halb-Halb-Schmelzschichtung . Die anschliessende Brandfuehrung wird bei 760·, somit weit unter der Presstemperatur von 940· durchgefuehrt. Hierdurch wird gewaehrleistet, dass die keramische Schulter absolut stabil und formtreu bleibt.

Bei Brueckenkonstruktionen braucht man keinen Korrekturbrand vorzunehmen, da Basalanteile bzw. Interdental- und Okklussalkontakte durch die Dentinpressung vorgegeben sind.

Keramische Schulter

Da dieses Vorgehen so einfach ist, kann man sich leicht trauen, Brueckenkonstruktionen mit zirkulaerer Schulter anzufertigen. Ein weiterer Vorteil der gepressten Schulter ist ein kompletter Sitz im gesamten Bereich der Schulter und nicht nur im Aussenbereich.

Ausarbeiten und Fertigstellung

Mittels Diamanten werden die Kronen zu ihrer endgueltigen Form beschliffen, Oberflaechenstruktur angelegt und Okklussalkontakte eingestellt.

Glanzbrand

Es ist wichtig, dass das gepresste Dentin das an der Oberflaeche liegt, mit Authentic Glasurmasse versiegelt wird. Hierzu koennen nur Glasur- und Malfarben von Authentic benutzt werden. Einen natuerlichen Oberflaecheneffekt erreicht man durch mechanische Politur mittels Bims- oder Diamantpaste.

Einsetzen

Der Vorteil dieser aesthetischen Cordent-Krone ist, dass man sowohl konventionell, als auch bei besonders stark reduzierten Metallgeruesten, adhesiv einsetzen kann.

Resumue

Seit ca. 1 Jahr fertige ich klinische Arbeiten in beschriebener Art und Weise an.

Die bisherigen Ergebnisse lassen eine sehr gute Prognose erkennen. Da in diesem Zeitraum keine wissenschaftlichen Studien moeglich waren, habe ich trotz dem meine Verantwortung erkannt und habe entsprechend Metallurgie ueberpruefungen durchfuehren lassen.

Alle bisherigen Untersuchungen sind aeusserst positiv verlaufen. Des weiteren sind mehrere Universitaeten an einer wissenschaftlichen Studie interessiert.

Praktische Patientenfaelle:

Gesamte Unterkieferresteration 35 /36 auf Implantate, Zwei Frontzahnkronen

25. Prof. H. Weber, Tübingen:
Kombi-Zahnersatz – technische und zahnmedizinische Voraussetzungen für den Erfolg
Innerhalb der verschiedenenVersorgungsmoeglichkeiten mit Zahnersatz stellt die Form des kombiniert festsitzend-herausnehmbaren Zahnersatzes – einerlei, ob an Zaehnen oder an Implantaten oder an beiden befestigt -nach wie vor die hoechsten Anforderungen an Behandler und Zahntechniker. Die biomechanischen Belastungen einerseits wie auch die Praezisionsanforderungen an die Halte- und Stuetzelemente andererseits beinhalten fuer den Zahnarzt/Zahnaerztin die Gewaehrleistung adaequater Arbeitsunterlagen, die sowohl die technischen als auch die biologischen Erfordernisse, darunter ist vor allem der Resilienzausgleich zwischen Zaehnen/Implantaten einerseits und der Mundschleimhaut andererseits zu verstehen, beruecksichtigen. Von der zahntechnischen Seite her muss wiederum gewaehrleistet sein, dass nicht nur diese Informationen adaequat uebernommen werden, sondern dass auch sowohl im Hinblick auf den funktionellen Langzeiterfolg der technischen Bauteile wie aber auch im Hinblick auf die Aesthetik Optimales geleistet wird.

Dieses Referat geht sowohl auf die klinischen und biologischen Aspekte unter Beruecksichtigung der Biomechanik und der Hygiene als auch auf die technische Umsetzung ein. Mit praktischen Hinweisen sollen sowohl die Kooperation zwischen Behandler und Zahntechniker verbessert, bekannte Dinge/Zusammenhaenge aufgefrischt und moeglicherweise auch neue Tips gegeben werden. Hierbei werden Aspekte der Abdrucknahme ebenso angesprochen wie auch die der Konstruktion und nicht zuletzt auch Fragen der Nachsorge, da gerade                 nach mehrjaehriger Funktionszeit von Kombi-Zahnersatz die potentiellen Probleme besonders deutlich werden.

26. Dr.S. Siervo, Mailand:
Galvanoforming: Einsatz im festsitzenden und abnehmbaren Zahnersatz
Die Technologie der galvanischen Abscheidung oder Galvanoforming hat die Zahnmedizin der letzten 10 Jahre deutlich geaendert. Die Vorteile dieser Methode liegen auf der Hand: hoechste Praezision mit Randspalt um die 20 mm unerreichbar mit konventionellen Verarbeitungsverfahren, natuerlich wirkende Aesthetik mit einer warmen Farbe besonders im VITA A und B Bereich, Beibehaltung der Arbeitsvorgaenge beim Zahnarzt, niedrige Investitionskosten des Zahntechnikers, sehr steile Lernkurve, Akzeptanz des Patienten. Der grosse Mangel, der dieser Technik in den Anfangszeiten zugesprochen wurde und der auch heute immer noch zitiert wird, ist der limitierte Einsatzbereich in der taeglichen Praxis, da die Methode anfaenglich fuer die Herstellung von Einzelkronen gedacht war.

Einzelkronen mit dem Galvanoforming herzustellen, ist nach wie vor von grossem Vortei, obwohl wir mit der klinischen Erfahrung in bestimmten Situationen eher vorsichtig geworden sind, wie wir spaeter verdeutlichen werden. Ausser den Vorteilen, die bereits besprochen wurden, hat diese Methode noch einige interessante Merkmale. Da die Wandstaerke des Metalls deutlich niedriger ist als die von anderen Werkstuecken, kann man den Zahn etwas schonenender praeparieren. Dies kann besonders beim vitalen Zahn im jugendlichen Patienten von grossem Nutzen sein, um das Risiko einer iatrogenen Pulpitis zu vermeiden. Falls wir etwas mehr Zahnhartsubstanz abtragen duerfen, wie z.B. beim aelteren Patienten oder bei einem devitalen Element, wird die niedrige Wandstaerke darauf hinausspielen, dass der Zahntechniker noch aesthetischer arbeiten kann, da er mehr Platz fuer die Keramikmassen hat.

Dreigliedrige Bruecken im Frontzahnbereich sind das naechste Schwerpunktthema in der Entwicklung dieser Methode gewesen. Am Anfang handelte es sich nicht um Bruecken „Lege artis“, denn unter jeder Krone war eine Wurzel und man sollte deshalb eher ueber verblockte 3-gliedrige Aufbauten reden. Doch auch von diesem Arbeitsschritt konnten Techniker und Aerzte lernen, wie man z.B. die Verbindungselemente gestalten sollte. Hier wurden verschiedene Varianten entwickelt, da die Verblockung z.B. durch volle vorfabrizierte Teile und Laser oder Klebstoff geschehen kann, oder durch Eingalvanisieren oder sogar durch hohle Verbindung (Galvanohohlprofil) realisiert werden kann. Durch diese letzte Loesung kannman auch eine genuegende Zementfuge garantieren, da der Zement in den Hohlraum fliessen kann. Dadurch gewinnt die Struktur an Stabilitaet und der richtige Sitz auf den Stuempfen ist garantiert. Die logische Entwicklung dieser Arbeitsmethode war: dreigliedrige Bruecken herzustellen mit Zwischengliedern, heute ist man so weit, dass man auch bis sechsgliedrige Bruecken herstellen kann, im Front- aber auch teilweise im Seitenzahnbereich. Diese Zwischenglieder koennen auf verschiedene Weise hergestellt werden: Anguss aus hochgoldhaltigen Legierungen oder Einsetzen von vorgefertigten Elementen, die dann mit dem Laser oder mit Klebstoff verbunden werden koennen. Weiterhin koennen die Zwischenglieder oder Gerueste aus Titan hergestellt werden, die dann mit gewissen Klebstoffen zusammengefuegt werden koennen. In diesem letzten Beispiel werden die Eigenschaften zwei biokompatibler Methoden miteinander verbunden: hoechste Passgenauigkeit und beste Materialeigenschaften.

Die Kombination verschiedeneer Arbeitsweisen mit der galvanischen Abscheidung ermoeglicht es, auf biologische und biokompatible Weise zu arbeiten, im Sinne und zum Wohl unserer Patienten. Der Einsatz von hoechst vertretbaren Werkstoffen ist der groesste Vorteil dieser Methode, wenn man von                 der Einzelkrone absieht.

Im festsitzenden Bereich findet das Galvanoforming eine weitere Indikation: die Passivierung auf Implantate. Es ist in letzter Zeit erkannt und beschrieben worden, wie wichtig es fuer den Langzeiterfolg ist, dass implantatgetragene Rekonstruktionen passiv ihren Sitz erreichen. Schaerkraefte werden von Implantaten sehr schlecht geduldet und solche Zugkraefte koennen leicht entstehen, wenn die Suprakonstruktion nicht passiv ist. Um dieses Problem aus dem Weg zu raeumen, wurden verschiedene Methoden entwickelt wie z.B. die Funkenerosion oder das Cresco-Prinzip. Beide Methoden fuehren zu guten Resultaten, sofern sie von Experten ausgefuehrt werden, darueber hinaus sind die Kosten solcher Methoden nicht zu unterschaetzen. Wenn man eine drei- oder mehrgliedrige Bruecke auf Implantatpfeilern hat, genuegt es, dass der Zahntechniker ein Galvanokaeppchen auf dem Sekundaerteil modelliert, wobei man n-1 Kaeppchen braucht (n = Zahl der Implantatpfeiler). Auf diese Kaeppchen wird Distanzlack aufgebracht und erst darauf das Geruest aus Titan oder einer hochgoldhaltigen Legierung angefertigt. Im Munde des Patienten werden die Galvanokaeppchen auf die Sekundaerteile gelegt und das Geruest an die Kaeppchen geklebt. Der Platz vom Lack wird von dem Klebstoff eingenommen aber auf diese Weise findet der Sitz der Rekonstruktion passiv statt. Das Geruest mit den Galvanokaeppchen kann nun spannungsfrei zementiert werden.

Auch im abnehmbaren Bereich hat das Galvanoforming viel geaendert. Nachdem die strategischen Pfeiler praepariert werden – seien es natuerliche oder implantatunterstuetzte – wird durch eine korrekte Abformung eine Primaerkrone hergestellt. Wir bevorzugen es, solche Primaerkronen aus Titan herstellen zu lassen, aber man kann sie auch aus einer Kobaltbasislegierung oder einer hochgoldhaltigen Legierung giessen lassen. Auf diesen Primaerkronen werden Sekundaerkronen mit dem Galvanoforming hergestellt. Die Tertiaerstruktur besteht wiederum aus Titan. Die Primaerkronen werden auf den Stuempfen aufgesetzt und die Galvanokaeppchen im Munde des Patienten an der Tertiaerstruktur verklebt. Danach werden die Primaerkronen mit Zinkphosphatzement an den Stuempfen zementiert. Die Methode hat verschiedene Vorteile gegenueber den herkoemmlichen Arbeitsweisen: die Kontaktflaeche zwischen Primaer- und Sekundaerkrone ist um 70 % waehrend bei allen anderen Techniken hoechstens 30 % erreicht werden kann. Die Friktion ist sehr gut und einstellbar, denn bei Verschleiss kann die Galvanokrone einfach entfernt und ersetzt werden. Dies ist auch ein weiterer Vorteil, denn das schwache Glied zwischen Primaer-, Sekundaer- und Tertiaerstruktur ist sicher das Galvanokaeppchen. Wir koennen also den Verschleiss steuern und auf das Glied bringen, das am einfachsten und kostenguenstig zu ersetzen ist.

Wie bereits angedeutet, hat uns unsere klinische Erfahrung dahin gefuehrt, bestimmte Anwendungsbereiche, die sicher machbar sind, nicht mehr weiterzufuehren. Einzelkronen auf untere Molaren in Regio 3.6 und 4.6 mit Gegenbezahnung, sowie Einzelkronen auf Implantaten im distalen Bereich setzen wir nur bei optimalen Konditionen: in der Regel werden hier andere Arbeitsweisen bevorzugt, da wir oefters Abplatzungen der nicht geruestunterstuetzten Keramik beobachtet haben. Auch In- und Onlays finden begrenzt Einsatz: die aesthetische Wirkung ist nicht immer befriedigend, die Abplatzungsgefahr sehr gross, die Kosten relativ hoch. Wir bevorzugen Vollkeramikinlays oder Onlays, dort wo genuegend Schmelzangebot vorhanden ist oder sonst Gold- oder Titanwerkstuecke.

Im Laufe des Vortrages werden wir an Fallbeispielen vorstellen, wie sich diese klinische Erfahrung in den letzten fuenf Jahren ergeben hat.

27. K. Ernst, ZTM, Stuttgart:
Galvanobrücken – keine Angst vor grossen Spannen
Da keramisch verblendete Bruecken auf der Basis galvanisierter Pfeilerkappen auch im Jahre 2002 im Vergleich zu herkoemmlich gefertigten Restaurationen noch deutlich in der Exotenecke stehen, halte ich es fuer notwendig, die Informationsarbeit zu unterstuetzen.

Durch Infobroschueren der Industrie, Berichterstattungen in der yellow press, Betraege im Fernsehen sowie in juengster Zeit immer mehr durch oeffentliche Informationsveranstaltungen zahntechnischer Betriebe, scheinen unsere Patienten ueber einen guten Wissensstand hinsichtlich der technischen Moeglichkeiten bezueglich ihrer Zahnrestaurationen zu verfuegen. Allerdings sind es hier, nur am Rande bemerkt, vor allem Implantat-Themen, die das Publikum in groesseren Scharen anlocken. Bei Licht betrachtet ist jedoch festzustellen, dass diese vermeintliche Informiertheit nur ein Pseudo-Wissen darstellt und wir uns davon nicht blenden lassen duerfen.

Es handelt sich naemlich nur um einen verschwindend geringen Anteil dieses Personenkreises, der tiefergehende Aspekte einzelner Zahnersatz-Varianten ueberhaupt versteht. Die Masse legt ihr Augenmerk auf „weiss oder gold“, „billig oder teuer“ und eventuell noch auf „langlebig oder nicht“. Natuerlich kommt auch der eine oder andere zu seinem Zahnarzt und sagt: „Das will ich!“. Wenn der Behandler dann aber einen anderen Vorschlag macht, bleiben die allerwenigsten auf ihrem Standpunkt. Und genau hier sind wir nun an der zentralen Stelle angelangt, von der aus entweder in die eine oder in die andere Richtung gelenkt wird. Der Zahnarzt ist die Vertrauensperson, welcher man absolute Kompetenz zumisst hinsichtlich dessen, was fuer einen gut ist. Und das ist auch absolut richtig!

Mit diesem grossen Vertrauensvorschuss im Ruecken hat jeder Behandler natuerlich auch automatisch ein ganzes Paket an Verantwortung zu                 tragen. Stichwort: Fortbildung! Welche Art von Zahnersatz ich meinen Patienten seit 30 Jahren eingliedere, mag heutezum Teil immer noch state-of-the-art sein – eventuell aber auch schon ueberholt. Deshalb ist es unerlaesslich, sich stets zu informieren, wohin die Reise geht, was es Neues                 geht, ob das Alte noch Vorteile hat und was alles sich schleichend veraendert. Nehmen wir als Beispiel nur mal die Praezision. In der Zeit der Ringdeckel-Kronen sahen Kronenraender anders aus als heute. Zum einen war die Herstellungstechnik noch nicht so weit, zum anderen ging es auch nicht besser, weil es noch keine entsprechenden Lupenbrillen oder gar Mikroskope zum Arbeiten oder zur Kontrolle gab. Heute stehen wir woanders und die Moeglichkeiten sind vielfaeltiger.

Hier moechte ich den Kreis schliessen und Ihnen einige interessante Fragen vorlegen, die von Zahnaerzten sehr haeufig gestellt werden, wenn es um das Thema Galvano im Allgemeinen und um Galvanobruecken im Speziellen geht.

– Was ist der Vorteil einer Galvanokrone im Gegensatz zu VMK?

– Worin besteht ein Vorteil bei Galvanobruecken?

– Was fuer eine Praeparation ist notwendig?

Diese Fragen zeigen, dass man sich mit einer Technologie, die bereits seit ueber 10 Jahren in den Markt eingefuehrt ist, noch nicht ausreichend beschaeftigt hat. Es handelt sich ja hier nach dieser Zeit bereits um keine technische Neuerung mehr, sondern eigentlich schon um einen alten Zopf!

Bevor ich die Herstellung von Galvanobruecken beschreibe, moechte ich also zuerst die Vorteile von Galvanorestaurationen im Allgemeinen aufzeigen.

An erster Stelle steht natuerlich das Material. Es wird bei der Galvanisierung aus den verwendete Goldbaedern 99,9 % reines Gold abgeschieden und wir alle wissen um die grossen Vorteile gegenueber                 Legierungen.

Ueberempfindliche bzw. allergische Reaktionen sind bei der Verwendung von reinem Gold weitgehend unbekannt. Weiter sind Gingivaverfaerbungen, wie sie haeufig im Umfeld von Gussmetallraendern vorkommen, nicht zu beobachten, da keine Legierungsbestandteile ausgeloest werden und so ins Gewebe infiltrieren koennen. Verschiedene Wissenschaftler erklaeren auch, dass diese Grauverfaerbungen der marginalen Gingiva aus einem Zusammenspiel der o.g. Ausloesung von Legierungsanteilen und einer nicht perfekten Passung der Kronenraender resultieren.

Hier kommen wir also schon zum naechsten positiven Argument fuer Galvano – zur Passung. Diese ist durch die direkte Auflagerung des Goldes auf einen Arbeitsstumpf so optimal wie sie im Gussverfahren rein technisch nie moeglich sein kann. Es bedeutet jedoch auch, dass die Praeparation sowie die Abdrucknahmen mit aeusserster Praezision erfolgen muessen.

Oft wird angefuehrt, dass graue Zahnfleischraender durch keramische Schultern vermieden werden koennen. Dies ist natuerlich richtig, nur zahlt man dafuer den sehr hohen Preis eines massiv groesserenVerlustes an Zahnsubstanz durch die Praeparation. Und dass es sich dabei aber nicht um eine nachwachsende Ressource handelt, wissen wir alle.

Galvanokappen sind im Schnitt 0,2 mm stark, passen genauer auf den Stumpf als Gusskronen und lassen sich im Normalfall mit einer duennen Opaker-wash-Schicht sehr gut vor dem Verblenden abdecken – daraus resultiert, dass allgemein weniger praepariert werdenmuss als fuer VMK-Restaurationen und nach der Verblendung dennoch eine viel bessere Aesthetik erzielt wird.

Bei Bruecken muss der herstellende Techniker dann etwas mehr Erfahrung haben, um die o.g. Staerkenvorteile zu nutzen. Dazu komme ich im Folgenden.

Es war jedoch unerlaesslich, so weit auszuholen, da allgemein, vor allem auf Behandlerseite, ein grosses Wissensdefizit hinsichtlich der Galvanotechnik besteht. Hier ist das Marketing der Industrie gefragt!

Der Zahnarzt muss wissen, was er seinen Patienten anbieten und guten Gewissens einsetzen kann – er ist in der entscheidenden Position. Also muss auch er primaer informiert und geschult werden. Das Labor kommt erst an zweiter Stelle. Denn was nuetzt es, wenn der Techniker ein Galvanosystem hat und keine Auftraege dafuer? Absolut nichts!

Kurzfristig gesehenprofitiert nur der Geraetehersteller – langfristig jedoch verkauft er aber viel weniger Goldbad und Begleitartikel, da eine geringere Nachfrage herrscht.

Nun kommen wir zur Galvano-Brueckentechnik.

Die Grundlage dazu ist wie sonst auch eine saubere Praeparation der beteiligten Pfeilerzaehne, wobei die Einschubrichtung exakt konstruiert werden muss. Der einzelne Pfeiler in sich sollte nicht zu parallel, sondern mit 4-6· praepariert werden. Wenn friktive Flaechen vorhanden sind, kommt es spaetestens bei der Eingliederung zu Problemen. Abrundungen im inzisalen bzw. occlusalen Kantenbereich sind ebenso obligatorisch, damit bei der Einsetzprozedur ein Zement-Stau vermieden wird und somit die Konstruktion auch wirklich in situ gebracht werden kann. Zur Gestaltung des Praeparationsrandes empfehle ich eine circulaere Hohlkehle in einer variablen Tiefe von 0,3-0,5 mm. Tiefere Praeparationen sind nicht notwendig.

Sie sehen auch hier, dab extreme unterschiede zu einer VMK-Praeparation vorliegen und dennoch eine viel bessere Verblend-Aesthetik erzielt wird. Die genannte circulaere Hohlkehle bringt auch wieder Vorteile hinsichtlich des Zement-Abflusses beim Einsetzen.

Tangentialpraeparationen sollten heutzutage allgemein out sein, denn bei genauer Ueberlegung bringen sie nur Nachteile. Erstens resultieren daraus vertikal stark abweichende Rand-Abschluesse, was landlaeufig als „ausgefranst“ bezeichnet werden kann. Zweitens erhaelt man dadurch immer ueberkonturierte Kronenraender, deren negative Folgen uns allen hinlaenglich bekannt sind.

Die Parallelitaet der einzeln, leicht konischen Pfeiler zueinander muss natuerlich unbedingt gewaehrleistet sein, um Goldabrieb im Inneren der Pfeilerkronen beim Eingliedern zu vermeiden. Die Restauration kann sonst nie perfekt in ihre Endposition gebracht werden.

Im occlusalen Bereich sollte auf jeden Fall reliefartig praepariert werden, um bei der Galvanorestauration spaeter mit in etwa gleichen Keramikstuecken arbeiten zu koennen. Man sollte hier immer darauf achten, das keine eklatant unterschiedlich grossen Keramikportionen aufgebracht werden muessen, um die gewuenschte Okklusion herzustellen, sondern durchgaengig mit Schichtdicken von 1-2 mm verblendet werden kann.

Ist eine Reliefpraeparation nicht moeglich, eventuell auf Grund bereits vorliegender „Tischplatten-Gestaltung“ unter alten Kronen, so muss der Techniker dies in der Geruestgestaltung durch das Aufbringen von Hoecker-Gussteilen kompensieren. Darueber erfahren Sie im Vortrag mehr.

Zuvor sei jedoch noch angemerkt, dass zur Herstellung einer jeglichen Restauration und insbesondere bei Galvanoarbeiten 2 sehr gute Abformungen hergestellt werden muessen. Ich betone in meinen Kursen oder Artikeln immer wieder, dass es nicht darauf ankommt, mit welchem Material oder mit welcher Methode diese gemacht werden. Einzig und allein entscheidend ist                 das Ergebnis! Egal ob Silikon-Doppel-Misch oder Doppel-Korrektur, Polyether, Hydrocolloid oder Alginat-Hydro-Kombination – jeder Behandler weiss selbst, wie er sein bestes Ergebnis erreichen kann. Wenn er dies nicht optimal schafft, so ist es ueberhaupt nicht ehrenruehrig, einfach mal wieder einen Auffrischungskurs in der Abformtechnik zumachen. Unklare Abdruecke solten die Praxis erst gar nicht verlassen, da der Techniker nichts damit anfangen kann. Auch ist die Retraktionstechnik ein sehr wichtiger Punkt, den jeder nach seinen Erfahrungen bearbeitet.

Als Tip dazu: Legen Sie den ersten Faden schon vor Beginn der Praeparation und Sie schonen die Gingiva in bester Manier. Sie wird es Ihnen spaeter danken und einen besseren Abschluss in Kronenrand-Naehe bilden, als wenn sie vorher mit rotierenden Instrumenten maltraetiert worden ist.

Das Thema Zentrik moechte ich noch kurz anrreissen.

Irgendwelche weichen Silikonmaterialien, wie sie sehr haeufig angewandt werden, sollten besser im Bereich Fensterabdichtung verbleiben. Da sie wasserabweisend und durch ihre Elastizitaet spannungsausgleichend sind, haben sie dort eine Daseinsberechtigung. Nicht jedoch bei Zentriknahmen, bei denen die Lokalisation von Hartsubstanz-Teilen (Zahnstuempfen) zu einander ermittelt werden soll. Nehmen Sie mindestens Futar oder aber besser noch kaltpolymerisierende Kunststoffe wie z.B. Pattern Resin. Letzteres muss allerdings im Mund bei der Aushaertung mit Spray gekuehlt werden. Sehr wichtig ist es auch, diese Materialien nur im Bereich der praeparierten Zaehne aufzubringen. In keinem Fall dort platzieren, wo unbeschliffene Zaehne zueinander Kontakt haben. Erstens hat der Behandler dann eine einwandfreie, visuelle Kontrollmoeglichkeit der Occlusion und zweitens ergibt sich keine, meist vage, Bisserhoehung.

Nun jedoch genug der Vorarbeiten – wir kommen jetzt zur Herstellungstechnik.

Nach der Herstellung von Saegestumpf-Modellen und dem Einstellen der Modelle in den Artikulator, werden die praeparierten Anteile herkoemmlich vorbereitet. D.h. gesaegt, Praeparationsgrenzen angezeichnet, mit Platzhalterlack versehen (oder fuer eine optimalere Passung auch nicht) und einzeln doubliert, um Stuempfe fuer den Galvanisierungs-Vorgang zu erhalten. Sind diese Stuempfe hergestellt und entformt, bringt man eine gleichmaessige Schicht Silberleitlack auf die gesamte praeparierte Oberflaeche auf und stellt eine Verbindung zum vorher unterhalb der Praeparationsgrenze eingeklebten Kupferdraht her. Dies muss sehr genau gemacht werden, da sich hinterher beim Galvanisieren nur Gold in einwandfrei leitenden Bereichen ablagert. Nach Beendigung des Galvanovorganges, den wir im Labor mit dem AGC-System der Firma Wieland vornehmen, wird der Arbeitsstumpf mittels Gipsloeser aus der Goldkappe entfernt. Die Raender sind fast immer durch die Metallablagerung ueberkonturiert und werden mit einem Silikonrad unter dem Mikroskop genauestens gekuerzt. Auch hier wieder ist die Sehhilfe unerlaesslich, da bei nicht exakter Arbeitsweise die Raender entweder zu kurz werden oder aber noch untersichgehende, zu lange Randabschnitte die Passung auf dem Originalstumpf beeintraechtigen und eventuell die Goldkappe beim Aufsetzen verformen.

Wir bearbeiten dann die gesamte Oberflaeche mit einer Silikonlinse, um eventuelle Einschluesse im Metall zu eroeffnen und zu beseitigen. Danach wird mit 110 my Aluoxid abgestrahlt und die so behandelten Kappen fuer mindestens 1 Minute zusammen mit Aqua dest. ins Ultraschallbad gegeben. So ist sichergestellt, dass keine Aluoxid-Rueckstaende mehr in der relativ weichen Goldkappe vorhanden sind. Der gewuenschte Pastenopaker wird nun aufgetragen und gebrannt. Es schliesst sich das Umsetzen auf ein ungesaegtes, ebenfalls einartikulierten Modelles zur Modellation des Brueckengeruestes an.

Denken Sie daran, dass Bruecken jeglicher Groesse machbar sind – es ist alles nur eine Sache der Dimensionierung des Geruestes und der Parallelitaet der Pfeiler zueinander. Die Pfeilerkappen werden isoliert und man beginnt mit dem Wachsauftrag fuer die Brueckenanker. Als allgemein beste Variante hat sich das sogenannte O-Ring-Design erwiesen, bei der im inzisalen Drittel circulaer aufgewachst wird. Die occlusalen bzw. inzisalen Konturen werden gefasst und – falls notwendig – auch erhoeht. So erhaelt man automatisch spaeter eine Metallunterstuetzung der Keramikhoecker, und es ergeben sich keine zu grossen interocclusalen Abstaende, die sonst eventuell mit dementsprechenden Keramikmengen kompessiert werden muessten (s.o.). Man schabt die circulaere Wachsmodellation duenn und bringt sandwichartig Pattern-resin zur Stabilisierung der Wachsarbeit auf, deckt diesen Auftrag dann aber wieder hauchduenn mit Wachs ab. So ist die Benetzbarkeit beim Einbetten gewaehrleistet und man hat kein Problem mit eventuellen Luftblasen in der Muffel und auch nicht mit der Entfernung von daraus resultierten Metallkugeln auf der Ankeroberflaeche.

Nun erfolgt die Konstruktion der Brueckenglieder, wobei akribisch auf die Dimensionierung der Connectorbereiche zu achten ist. Hier spielt die Spannweite und die Haerte der Gusslegierung eine wichtige Rolle in der Kombination. Anschliessend wird die Konstruktion segmentweise spannungsfrei mit Pattern-Resin oder Targis-Link verbunden, langsam angestiftet, abgehoben und eingebettet. Es ist sehr wichtig, sich dabei genuegend Zeit zu lassen, um keine Spannungen in der Modellation zu erzeugen, die hinterher zu Passungenauigkeiten fuehren. Nach dem Guss wird herkoemmlich ausgebettet und aufgepasst. Die cirkulaeren Anteile der Brueckenanker werden auf eine Materialstaerke von ca. 0,1 – 0,2 mm ausgeduennt, damit Platz fuer die keramische Verblendung vorhanden ist. Dies tut jedoch der Stabilitaet auf Grund des O-Designs keinen Abbruch. Die ausgearbeiteten Gerueste fixiert man nun mittels rosa Plattenwachs auf dem opaquerisierten Pfeilerkappen und hebt die ganze Konstruktion ab. Es folgt die Herstellung eines moeglichst kleinen Modells aus Loeteinbettmasse, nach dessen Erhaertung das Plattenwachs abgebrueht und die Brueckenkonstruktion von den Kappen abgehoben wird. Man bereitet die Brueckengerueste wie gewohnt vor und faehrt je nach Metall 1 oder 2 Oxidbraende.

Danach bestreicht man die Innenseiten der O-Ringe sowie die basalen Anteile der Brueckenglieder mit Opaquer und bringt das Geruest auf die Kappen. Leichtes Klopfen von occlusal unterstuetzt die Reposition und man kann fortfahren, den restlichen Brueckenkoerper zu opaquisieren. Meist genuegen 1 bis 2 Braende, um das Metall sauber abzudecken. Hinterher, nach genuegender Abkuehlung, entfernt man die Loeteinbettmasse, saeubert die Kroneninnenflaechen und setzt die Konstruktion auf das Arbeitsmodell. Die keramische Schichtung kann nun beginnen.

Ich habe hier die bei uns seit ueber 8 Jahren gebraeuchliche Verbindung von Galvanobruecken beschrieben, die den Vorteil hat, dass keine weiteren, eventuell systemfremden Materialien zum Einsatz kommen und die Qualitaet der keramischen Verblendung beeintraechtigen koennten. Ein Brueckenverbund, der auf diese Art und Weise in meinem Labor hergestellt wurde, hat sich in den Jahren noch nicht geloest.

Nach Beendigung der Verblendarbeiten wird poliert und die Randbereiche erhalten ihr finish. Das Einsetzen im Mund ist ein Kinderspiel, wenn die vorangegangenen zahnaerztlichen und zahntechnischen Arbeiten genau durchgefuehrt wurden. Es ist darauf zu achten, dass die Kronen mit einem feinen Phosphat- bzw. Glasionomerzement innen duenn ausgepinselt und in keinem Fall befuellt werden. Die Restauration ist sonst nicht in ihre exakte Endposition zu bekommen. Nach der Ueberschussentfernung schliesst sich obligatorisch die Funktionskontrolle im Mund mit eventuellen Fein-Einschleifarbeiten an.

Der Bericht zeigt auf, dass im Zusammenspiel von zahnaerztlicher und zahntechnischer Teamharmonie mit modernen Restaurationstechniken eindrucksvolle Ergebnisse erzielt werden koennen, die Praezision, Langlebigkeit und Aesthetik in sich vereinen. Aufgrund unserer langjaehrigen Erfahrung kann festgestellt werden, dass Galvanobruecken jeglicher Spannweite VMK-Konstruktionen in keiner Weise nachstehen, sondern im Gegenteil etliche Parameter in die Waagschale werden, die sie von der althergebrachten Technik sehr positiv abheben.

28. Dr. E. Eisenmann, Hanau:
Bringen vollkeramische Abutments die ultimative Aesthetik?
Nachdem die funktionelle Stabilitaet von Einzelzahnimplantaten heute routinemaessig erreicht werden kann, wird in den letzten Jahre konsequent an der aesthetischen Perfektionierung der Behandlungsergebnisse gearbeitet.

Die enorm gestiegenen Ansprueche unserer Patienten hinsichtlich einer optimalen Aesthetik und Natuerlichkeit stellen eine grosse Herausforderung fuer das implantologisch taetige Behandlungsteam dar. Dies gilt in erster Linie fuer die Therapie mit Einzelzahnimplantaten im sichtbaren Bereich und hier wiederum ganz besonders fuer Patienten mit hoher Lachlinie. Da erst das harmonische Zusammenwirken der Aesthetik der Zahnhartsubstanz (weisse Aesthetik) mit der mucogingivalen Aesthetik (rote Aesthetik) zu einem natuerlichen Erscheinungsbild fuehrt, muessen diese beiden Faktoren in der Therapie gleichermassen Beruecksichtigung finden. Letztlich haengt der Erfolgt in hohem Mabe davon ab, in wie weit ein harmonischen Einfuegen der Rekonstruktion in den Zahnbogen gelingt, da insbesondere bei Patienten mit hoher Lachlinie der direkte Vergleich mit den angrenzenden Nachbarzaehnen und den korrespondierenden Zaehnen der Gegenseite moeglich ist. Das Behandlungsziel des restaurativ taetigen Zahnarztes ist es , eine moeglichst natuerlich aussehende Rekonstruktion zu schaffen, die als solche als Zahnersatz gar nicht erkennbar ist. Dies setzt einerseits eine perfekte zahntechnische Rekonstruktion der verloren gegangenen Zahnkrone voraus, die in Form, Farbe, Oberflaechenstruktur und optischen Effekten der natuerlichen Krone des korrespondierenden, kontralateralen Zahnes exakt entspricht. Andererseits ist fuer ein natuerliches Aussehen neben der Harmonie und relativen Symmetrie der Zahnkronen das umgebende Weichgewebe von groesster Bedeutung.

Um die Aesthetik des mucogingivalen Komplexes zu verbessern, wurden daher in den letzten Jahren zahlreiche plastisch-aesthetisch-parodontalchirurgische Techniken beschrieben. Um jedoch ein moeglichst natuerliches Durchtrittsprofil, das sogenannte „emergence profile“, der implantatgetragenen Krone zu erzeugen und zu erhalten, ist ein harmonischer Verlauf der Gingivagirlande von grosser Bedeutung. Diese sollte im periimplantaeren Bereich in Bezug auf Farbe und Gewebetextur der Situation an natuerlichen Zaehnen entsprechen. Die dauerhafte Stabilitaet dieses „dento-gingivalen Komplexes“ hinsichtlich des Konturerhaltes und der Gesundheit der Weichgewebe bildet die Basis fuer den Langzeiterfolg aus aesthetischer und funktioneller Sicht. Fuer ein optimales Behandlungsergebnis bei festsitzendem implantatgetragenem Zahnersatz

· ist eine genaue Diagnostik und Planung erforderlich,

· sollten Gewebedefizite praeimplantologisch analysiert und adaequat korrigiert

werden,

· ist das Implantat in die aus prothetischer Sicht korrekte Position zu inserieren,

· muessen die Implantatkomponenten mechanische Stabilitaet und

Biokompatibilitaet gewaehrleisten,

· sollten die Aufbauten anatomisch geformt sein und eine individuelle Gestaltung fuer die jeweilige klinische Situation erlauben, um ein natuerliches Aufstiegsprofil der Krone aus dem periimplantaeren Weichgewebe zu ermoeglichen.

Fuer das von den Autoren bevorzugte Ankylos-Implantatsystem wurden bisher fuer die Frontzahnrekonstruktion individualisierbare Abutments (Balance-Anterior-Aufbauten) aus Titan verwendet. Bei duennem Weichgewebe kann es dabei zu einem metallisch-blaeulichen Durchschimmern von Aufbauanteilen kommen. Die sich daraus ergebenden dunkleren Farbeffekte an Gingivakragen koennen aesthetische Beeintraechtigungen bedeuten und – insbesondere bei Patienten mit hoher Lachlinie – zu einem unbefriedigenden Behandlungsergebnis fuehren. wie an VMK-Rekonstruktionen ist auch an Titanaufbauten eine natuerliche Lichtleitung durch die Kronen nicht zu erreichen. Mit der Erweiterung des Ankylos-Implantatsystems um einen vollkeramischen Aufbaupfosten, dem sogenannten Cercon-Balance-Abutment, laesst sich sowohl die weisse als auch die rote Aesthetik noch einmal gezielt verbessern. Das neue Zirkonoxydabutment weist den vorzug einer zahnaehnlichen Farbgebung auf, ist individuell zu gestalten, ohne auf die bewaehrte Konusverbindung zwischen Implantat und Aufbau zur Sicherung der mechanischen Stabilitaet zu verzeichten. Neben optisch guenstigen Eigenschaften zeichnen den Cercon-Aufbau eine sehr hohe Biegefestigkeit und Bruchzaehigkeit aus mit Werten, die weit ueber denen von Aluminiumoxydkeramiken liegen. Die gute Biokompatibilitaet von Keramiken macht den Aufbau sehr gewebefreundlich bei gleichzeitig bekanntlich geringer Plaqueadhaesion. Das Vorgehen zur Anwendung des Keramikaufbaus entspricht weitestgehend einer Rekonstruktion auf der Basis eines Balance-Anterior-Pfostens aus Titan. Nach Implantateroeffnung erfolgt zunaechst eine Weichgewebekonturierung durch das Einsetzen eines geeigneten Sulkuformers. Sind die periimplantaeren Strukturen formstabil, wird die Implantatposition durch eine pick-up-Abformung auf das Meistermodell uebertragen. Nach dem anatomischen Aufwachsen der spaeten Zahnkrone waehlt der Techniker im Labor den geeigneten Keramikaufbau nach der Schleimhautdicke ueber dem Implantat, der Angulation und der zu rekonstruierenden Zahnbreite aus. Das Design dieser Frontzahnabutments entspricht der Form der Balance-Anterior-Aufbauten. Die individuelle Bearbeitung des hochstabilen Zirkonoxyds ist durch wassergekuehlte Turbinenpraeparation moeglich. Nach dem Individualisieren des Cerconpfostens erfolgt dann die Herstellung der Suprakonstruktur konsequenterweise in Vollkeramik. Durch das vollkeramische Abutment kommt es so zu einem natuerlicheren Lichtfluss, der sowohl die weisse als auch die rote Aesthetik optimiert. Das Referat beschreibt die vorausgegangenen Untersuchungen zum mechanischen Verhalten des Cercon-Pfostens, zeigt das klinische und zahntechnische Vorgehen mit diesem neuen Abutment und stellt die ersten mit diesem Abutment behandelten Patientenfaelle der Berliner Arbeitsgruppe vor.

Ende der Veranstaltung

Reservevortraege

29. Dr. C. Bregler, Offenburg:
Cerec inLab. – in fuer das Labor?
Arbeitsweise

In der Vielzahl der vorgestellten CAD/CAM – (oder auch nur CAM) Systeme ist das Sirona Cerec-inLab das Unscheinbarste. Im Rahmen der „richtig grossen“ Fraesmaschinen hatte es am Anfang den „Makel“ der Cerec-Technologie und damit verbunden waren die nicht gerade mitreissenden Ergebnisse der ersten Keramikrestaurationen, die jeder nicht Cerec-Anwender belaechelte.

Zugegebenermassen ist dieses Cerec-inLab auch nichts anderes als ein Cerec. Aber fahren Sie mal in einem Auto, das 15 Jahre alt ist! Und so hat das Cerec-inLab (oder das Cerec 3) mit dem guten alten „Spielzeug“ fuer Zahnaerzte in der Praxis nicht mehr gemeinsam.

Das Prinzip wurde ueber die Zeit nicht geaendert. 2 Motoren, die separat in 2 Achsen beweglich sind und ein Objekttraeger, der ebenfalls mit 2 Achsen arbeitet.

Damit stehen vier Freiheitsgrade pro Schleifseite zur Vefuegung. Die Schleifwerkzeuge sind ein Zylinderdiamant 1,2 mm oder 1,6 mm auf der einen Seite und ein Langkegeldiamant mit einem Spitzendurchmesser von 0,8 mm auf der anderen Seite. Damit sind die Anforderungen an eine hinreichend kleine Ausfraesung zufriedenstellen erfuellt.

Das Erfassen der Stumpf- bzw. Modellsituation erfolgt ueber einen Laserstrahl-Scanner. Dieser befindet sich im gleichen Bereich des Geraetes, in dem auch gefraest wird. Dies bedeutet, dass man nur alternativ Scannen oder Fraesen kann. Hier ist aber bereits an eine Erweiterung des Systems angedacht, um eine bessere Auslastung der Fraeseinheit zu gewaehrleisten.

Der Scannvorgang kann auf zwei Arten durchgefuehrt werden.

Von okklusal: Die Genauigkeit ist bei allen horizontalen Flaechen am groessten. Dies ist z.B. fuer sehr konturiert praeparierte Molarenkauflaechen notwendig. Bruecken muessen mit dieser Scannweise erfasst werden.

Von lateral: Der Stumpf wird zirkulaer vom Scanner erfasst und bietet so eine grosse Genauigkeit fuer die Kronenwaende. Die Passung wird auf diese Weise verbessert.

Die Modellsituation wird auf dem Bildschirm als zweidimensionale Grafik dargestellt, an der die weiteren Arbeitsschritte durchgefuehrt werden.

Material

Das Cerec-inLab ist in der Hauptsache zur Herstellung von Kronenkaeppchen aus In-Ceram (Firma Vita) gedacht. Hier kann man je nach Indikation zwischen einem relativ transparenten Material (Spinell) fuer Kronen, einem opaken zirkonverstaerkten Material (Zirkonia) fuer Seitenzahnbruecken waehlen. Die maximale Spanne fuer eine Bruecke liegt bei 40 mm vom mesialen bis                 zum distalen Rand der jeweiligen Pfeiler. Das Material wird im Gruenzustand bearbeitet und anschliessend mit einem Glasinfiltrationsbrand fuer die Keramikverblendung fertiggestellt. Im Gegensatz zu reinem Zirkonoxid sind dabei Schrumpfprobleme nicht vorhanden.

Mit einer Softwareerweiterung koennen zusaetzlich Vollkronen, Inlaxs und Veneers gefraest werden. Hier wird Feldspatkeramik verwendet, die in verschiedenen Zahnfarben vorliegt.

Die Entwicklung ist jedoch nicht abgeschlossen. Die Bearbeitung anderer Werkstoffe (z.B. Kunststoff oder Zirkonoxid) ist fuer die Firma Sirona von grossem Interesse. Auch das Schleifen z.B. von Primaerteleskopen aus Keramik fuer den Einsatz zusammen mit Galvanosekundaerteilen ist fuer diese Technik prinzipiell kein Problem mehr.

Indikation

Das Cerec inLab-System kann im Moment Einzelkronenund Bruecken bis 3 Glieder fraesen. Die Konstruktion der Bruecke beinhaltet auch das Fraesen von zwei verblockten Kronen. Die Bruecke kann nur in der Form Pfeiler-Brueckenglied-Pfeiler konstruiert werden. Auch hierzu wird eine Erweiterung kommen muessen, sodass P-P-B und die Ausdehnung auf vier und fuenf Einheiten (P-B-P-B-P oder P-P-B-P) moeglich wird.

Voraussetzungen

Klinisch

Fuer die Praeparation gelten keine besonderen Angaben, was die spezielle Herstellungsweise mit dem Cerc-inLab betrifft. Zu beachten sind die Vorschriften bzw. Empfehlungen, wie sie auch fuer andere Vollkeramiksysteme und z.B. fuer Galvanokronen gelten (beim jeweiligen Hersteller nachzuschauen):

Keine keilfoermigen Inzsial- oder Okklusalkanten, insgesamt abgerundete Kanten und eine Hohlkehle am Praeparationsrand.

Technisch

Der oder die abzutastenden Modellstuempfe muerssen aus einem scannfaehigen Modellmaterial hergestellt sein. Alternativ kann auch mit Spray oder Lack gearbeitet werden.

Arbeiten mit dem System

Modellvorbereitung

Das Geraet ermoeglicht eine Herstellung der Keramikkaeppchen ohne Herstellung eines konventionellen Modells. Sofern bei der Praeparation die Platzverhaeltnisse kontrolliert wurden, braucht der Abdruck nur an der Praeparation ausgegossen zu werden und dieses Teil (Einzelstumpf) gescannt zu werden. Das auf diesem Einzelstumpf hergestellte Kaeppchen kann einprobiert und mit einer Abformung fixiert werden. Danach kann ein Modell zum Verblenden angefertigt und wie gewohnt weitergearbeitet werden.

Die klassische zahntechnische Vorgehensweise besteht in der Herstellung des Saegemodelles nach der Abformung. Jetzt kann der Saegstumpf als Scannbasis genutzt werden. Wir ziehen es vor, den Meisterstumpf zu dublieren, das Duplikat zum Scannen und Aufpassen des Kaeppchens zu verwenden. Die intensive Farbe des Gipses ist hierbei durchaus hilfreich.

Konstruktion

Nach dem Scannvorgang muss die Kronenausdehnung (Praeparationsgrenze) vom Bearbeiter festgelegt werden. Das ist ein – nach einigen Versuchen -einfacher Vorgang.

Die Software gibt zwei Kontrollkurven auf dem Bildschirm vor, mit denen man die Lage des Randes kontrollieren kann. Parameter fuer Wandstaerke und Zementspalt koennen individuell angepasst werden.

Zur Brueckenkonstruktion steht ein am Anfang gewoehnungsbeduerftiges Hilfsmittel zur Verfuegung. Nach einigen konstruierten Bruecken ist dies aber kein Problem mehr. Die Anpassung des Zwischengliedes bzw. der Verbinder zwischen Krone und Brueckenglied ist sehr variabel zu gestalten. Auch bei der Brueckenkonstruktion koennen verschiedene Parameter individuell angepasst werden. Vor der Unterschreitung des vom Hersteller der Keramik vorgegebenen Mindestquerschnittes wird automatisch gewarnt.

Zeitbedarf

Die immer gestellte Frage bei allen CAM-Prozessen ist: wie lange schleift die Maschine? Eine Einzelkrone wird in 10 Minuten eingescannt, man braucht etwa 2-5 Minuten zum Konstruieren, das Schleifen benoetigt etwa 15 Minuten und zum Aufpassen noch einmal 5 Minuten.Dazu kommt bei Inceram der Infiltrationsbrand, der auch seine Zeit kostet. Bei der Bruecke sind die Werte etwa Scan- und Schleifvorgang 70 Minuten, Konstruieren und Aufpassen 15-20 Minuten.

Grenzen

Die Grenzen des Systems kommen dann, wenn die Zeitvorgabe des Zahnarztes grenzwertig werden. Ein Zahn mit Kavitaeten, die nicht im Vorfeld der Behandlung geschlossen wurden. Zirkulaere Praeparationen mit auslaufenden und umkippenden Kehlungen. Extrem parallele Praeparationen.

Ergebnisse

Passung

Die Passung ist verglichen mit anderen Fraessystem ausgezeichnet. Dass man bessere Passgenauigkeit mit anderen Methoden erhalten kann, ist unbestritten. Unsere Untersuchungen ergaben im Vergleich zu Gusskronen keine unannehm-bar schlechteren Werte. Zwischen der Modellpassung und der klinischen Passung waren auch bei den Gusskappen deutliche Unterschiede festzustellen. Es besteht jedoch eine hohe Korrelation zwischen Praeparationsqualitaet und Passungsqualitaet. Am deutlichsten waren die Verhaeltnisse an den Konfektionsteilen (Massivzylinder der Fa. Straumann) sichtbar.

Kosten

Die Firma Sirona beschritt bei der Einfuehrung des Cerec-inLab in der Finanzierung neue Wege: Der Grundpreis ist niedrig und die Nutzung kostenpflichtig. Das Geraet ist mit einem Preis von ca. 25000 ? guenstig zu haben – nur: jeder Schleifvorgang kostet Geld. Ein interner Zaehler registriert die abgelaufenen Schleifvorgaenge. Das Geraet rechnet sich – da nur der tatsaechliche Einsatz der Maschine zu Kosten fuehrt. Wenn man dazu noch grosse                 Stueckzahlen realisieren kann, ist ueber die Preisstaffelung zusaetzliche Rentabilitaet zu erreichen. Die eigenen Arbeitskosten kann man selbst beeinflussen. Die Herstellung von Einzelkronen kann sehr rationell durchgefuehrt werden. Man kann zum Beispiel aus einem Brueckenblock mehrere Kronen schleifen. Dies vermindert die Materialkosten. Man kann ebenso mehrere Stuempfe gleichzeitig einscannen, um Zeit zu sparen.

Qualifizierung der Mitarbeiter

Da bis auf die Positionierung des Brueckengliedes in Bezug auf die Pfeiler keine zahntechnischen oder anatomischen Kenntnisse vonnoeten sind, kann fast jeder Mitarbeiter mit der Maschine arbeiten. Es gibt Gebrauchsanleitungen fuer alle Zwischenschritte – von der Modellherstellung bis zu Glasinfiltration. Bei der heutigen Knappheit von zahntechnischen Fachkraeften ist dies durchaus ein Argument. Der Mangel an qualifizierten Zahntechnikern wird sich als der Engpass in der Zukunft erweisen. Diese Mitarbeiter werden aber mit ihren Faehigkeiten im Bereich Aesthetik und Funktion eingesetzt werden muessen. Die Frage, ob es Sinn macht, technische Leistungen einzukaufen oder im Hause selbst erbringen, soll jeder selbst entscheiden. Die Moeglichkeit der Dokumentation aller je hergestellten Teile ist sehr interessant.

Perspektiven

Das Cerec inlab kam mit einem relativ kleinen Anwendungsspektrum auf den Markt. Die Versprechen des Marketing sollten durch die Maschine bestaetigt werden und dies ist gelungen – entgegen manchen Mitbewerbern. Die Moeglichkeiten in diesem System sind sicher auch noch nicht ausgeschoepft. Andere Materialien und Erweiterung der Konstruktionssoftware bieten sich geradezu an und haben bei Sirona einen hohen Stellenwert. Die Geraetedifferenzierung in Scanner und Schleifmaschine ist dem Hersteller auch eine Ueberlegung wert. Die Darstellung der Konstruktion in 3 D-Modus ist ebenso nicht vergessen.

Wertung

CAD/CAM als alleiniges Kennzeichen fuer einen fortschrittlichen Betrieb zu bezeichnen, ist sicher nicht gerechtfertigt. Alle Maschinen koennen die individuelle Arbeit des Zahntechnikers nicht ersetzen. Es koennen aber Maschinen eingesetzt werden, um die Voraussetzungen zu liefern, perfekten Zahnersatz herstellen zu koennen. Unter diesem Gesichtspunkt hat das Cerec-inLab einen deutlichen Vorteil. Es ist alltagstauglich und liefert Produkte fuer den Alltag. Die zu erwartenden Erweiterungen lassen zudem eine breitere Anwendung des Geraetes moeglich werden.

Die bis dato von uns hergestellten etwa 1000 Einheiten lassen in den 2 Jahreneine positive Bilanz zu. Misserfolge waren meistdurch zu grosszuegige Kompromisse bedingt. Die Optimierung der Arbeitsweise zu einer Routinemethode im Labor dauerte etwa ein Vierteljahr. Inzwischen wird die Maschine mit der gleichen Selbstverstaendlichkeit genutzt wie ein Vorwaermeofen oder ein Polymerisationsgeraet.

30. Prof. B. Wöstmann, Giessen:
Abformungen mit „Triple-Trays“?
In der zahnaerztlichen Praxis werden mehr und mehr sogenannte Triple-Tray Abformtechniken eingesetzt, bei deren Anwendung die abzuformende Zaehne gleichzeitig mit dem Gegenkiefer dargestellt werden. Insbesondere wird diese Technik fuer kleinere Restaurationen empfohlen. Leider liegen bisher zu der mit dem Verfahren erreichbaren Genauigkeit nahezu keine aussagekraeftigen Daten vor. Dies ist umso erstaunlicher, als dass in den USA gegenwaertig nahezu jede 2. Einzelzahnrestauration auf Basis einer Triple-Tray Abformung gefertigt wird. Um die gleichzeitige Abformung des bezahnten Ober- und Unterkiefers einer Seite zu ermoeglichen, befindet sich ein feines Netz, das von Kunststoff bzw. von Metall ummantelt ist, im Abformtraeger. Die Kieferrelation soll bei diesem Verfahren also bereits mit der Durchfuehrung der Abformung bestimmt und eine Gegenkieferabformung und die folgende Kieferrelationsbestimmung sollen dadurch ueberfluessig werden. Die Praxistauglichkeit und Genauigkeit des Abformergebnisses bei Abformung mit Hilfe des Dual-Arch-Systems im Vergleich zu konventionellen Abformtraegern gilt es hierbei hinsichtlich der Dimensions- und Okklusionsveraenderungen zu pruefen.

Ziel dieser Untersuchung ist es, die Qualitaet der Abformung unter Verwendung des Dual-Arch-Systems als Abformtraeger messbar darzustellen und im Vergleich zu konventionellen Abformtraegern zu bewerten.

Zur Untersuchung des Dimensionsverhaltens avon Abformmaterialien unter Verwendung von verschiedenen Loeffeln wurden auf einem Versuchsmodell je ein Zahn zur Aufnahme einer Krone, einer Teilkrone und es mod-Inlays praepariert und mit 3 verschiedenen Materialien (Impregum Penta, ESPE; Dimension Penta H Quick/Garant, ESPE, Honigum Mixstar Mono, DMG) in ein- und zweizeitigen Techniken abgeformt. Zusaetzlich wurden Korrektur- und Doppelmischabformungen mit Panasil putty soft/contact plus (Kettenbach) im Schreinemakersloeffel durchgefuehrt. Pro Serie wurden jeweils 10 Abformungen durchgefuehrt. Die insgesamt 130 Situationsmodelle wurden dann jeweils mit Spezialhartgips Typ IV hergestellt.

Alle Abformungen wurden von einem urmodell genommen, welches eigens fuer diese Unterschungen hergestellt wurde. Als Urmodell fan ein umgearbeitetes Unterkiefer-Frasako-Modell Verwendung. Die fuer die Abformung relevanten Zaehne des 4. Quadranten waren in Metall gestaltet und direkt ueber Metallbloecke auf eine Metallplatte geschraubt. Der Fehler durch thermische Veraenderungen wie bei einem Kunststoff-Modell wurde vernachlaessigbar gering.

Das Urmodell wurde mit drei in Stahl ueberfuehrten praeparierten Zaehnen bestueckt, wobei an Zahn 45 eine Teilkronen-, an 46 eine Inlay- und an 47 eine Kronenpraeparation durchgefuehrt wurde. Zusaetzlich wurden an diesen praeparierten Zaehnen kleine Kerben als Referenzpunkte eingefraest. Als Abformloeffel fanden zum einen Triple-Tray-III-Abformtraeger der Firma Premier Dental Products Co. aus Kunststoff und zum anderen Dual-Arch-Metall-Abformtraeger der Firma Temrex Verwendung. Des weiteren kamen Schreinemakers und individuelle Loeffel zum Einsatz. Zur Herstellung der individuellen Loeffel wurde das Material Palatray XL verwendet. Eine gleichmaessige Schichtdicke des Abformmaterials von 2-4 mm und eine ausreichende Wandstaerke des Loeffels von mindestens 3 mm war gewaehrleistet.

Alle Materialien wurden nach Herstellerangaben verarbeitet. Alle Abformmaterialien haerteten bei Raumtemperatur in der von den Herstellern angegebenen Zeiten aus. Die Entfernung vom Urmodell geschah jeweils mit einem kurzenRuck. Im Falle der Dual-Arch Abformtraeger wurde zuvor der Artikulator geoeffnet.

Saemtliche Abformungen wurden auf dem Lumen liegend gelagert und fruehestens nach 60 Minuten, spaetestens nach drei Stunden ausgegossen. Die Referenzpunkte wurde mit dem Messmakroskop M420 der Firma Leica (Wetzlar) optisch vermessen. Die Messgenauigkeit des Geraetes lag aufgrund der optischen Aufloesung bei +/- 10 mm. Dabei dienten zur Beschreibung der Teilkronenpraeparation 28, zur Auswertung des Inlays 10 sowie zur Analyse der Kronenpraeparation 20 Messstrecken.

Ergebnisse:

· Allgemein sind die Veraenderungen der Messstrecken bei Abformung von

Inlays und Teilkronen groesser als bei Abformung von Kronen.

· Bei Abformung von Kronen sind hinsichtlich der Genauigkeit keine Nachteile

von Dual-Arch Kunststoff Abformtraegern im Vergleich zu individuellen oder

Schreinemakers Loeffeln zu erkennen.

· Bei Abformung von Inlays oder Teilkronen werden bei Verwendung

konventioneller Abformloeffel genauere Ergebnisse erzielt als mit Dual-Arch

Abformtraegern.

· Die Auswahl des Loeffels hat groessere Auswirkungen auf die Genauigkeit der

Abformung als die Auswahl des Abformmaterials.

· Allgemein sind die Veraenderungen der Messstrecken bei Abformung von

Inlays und Teilkronen groesser als bei Abformung von Kronen.

· Die Korrekturtechnik zeigt bei Abformung von Kronen deutlich schlechtere

Ergebnisse als die anderen Techniken. Bei Abformung von Inlays oder

Teilkronen ist die Durchfuehrung der Korrekturmethode nicht von Nachteil.

Es laesst sich also feststellen, dass der entscheidende Faktor bei Verwendung von Abformmaterialien und Abformloeffeln die richtige Kombination – unter Durchfuehrung der jeweils guenstigsten Abformtechnik – ist. Bei der Wahl dieser Kombination spielt die Gebisssituation des Patienten eine entscheidende Rolle. Im Rahmen dieser Arbeit wurde ersichtlich, dass in diesem Bereich bisher noch zu wenig Untersuchungen durchgefuehrt wurden und hier noch weiterer Handlungsbedarf besteht. Bei richtiger Indikationsstellung jedoch scheinen Dual-Arch Abformtraeger insbesondere aus Kunststoff eine zeitsparende und kostenguenstige Alternative zu den herkoemmlichen Loeffeln zu sein.

31. A. Hoffmann, ZTM, Gieboldehausen:
Primärteleskope aus CNC-gefräster Keramik
Sekundärteleskope galvanisch strukturiert
Tertiäre Strukturen mit lichthärtendem Wachs
Verblendtechniken mit CNC-gefrästen Veneers
Die Herstellung von keramischen Primaerteleskopen ist seit geraumer Zeit im zahntechnischen Alltag anzutreffen. Wurden die ersten Primaerteleskope mit Presskeramiken hergestellt, die aus einer Feldspatkeramik bestanden, so sind heute stabilere Werkstoffe im Einsatz. Das Aluminiumoxid oder der Einsatz von Zirkonoxid. Diese beiden Werkstoffe sind wesentlich stabiler und koennen zementiert als auch geklebt werden. Daher gibt es fuer den Behandler im normalen Behandlungsablauf weniger Unterschiede bei der Eingliederung dieser Arbeiten. Die hoehere Stabilitaet von Aluminiumoxid und die noch hoehere Stabilitaet von Zirkonoxid bedeuten hier ein grosses Stueck zahntechnischer Sicherheit, wenn es um die Eingliederung dieser Arbeiten geht,                 denn durch den Druck der mit einem Kleber oder einem zementgefuellten Primaerteleskop erfolgt entsteht immer Zugspannung auf die Keramik.

Keramiken sind prinzipiell nicht sehr stabil, wenn es um Zugspannung geht. Druckspannung kann die Keramik sehr gut vertragen. So stellt sich nach der Eingliederung und dem definitiven Zementieren nur noch die Druckspannung dar, welche ueber ein Sekundaerteil auf die Keramik uebertragen wird und hier lassen diese primaeren Teleskope aus Keramik eine sehr hohe Lagestabilitaet erwarten. Im Gegensatz zu metallischen Teleskopen sind diese Arbeiten noch nicht die Regel und bedeuten fuer den Behandler, die nach den Kriterien der Vollkeramik notwendigen Praeparationsgrundlagen unbedingt einzuhalten. Sind die klinischen Voraussetzungen fuer eine Vollkeramikrestauration gegeben und die praeparationsbedingten Arbeitsweisen fuer diese Indikation machbar, so lassen sich die Modellationen in Wachs ueblicherweise genauso darstellen wie fuer metallische Strukturen konventioneller Art.

Nach der Modellation und der Parallelisierung der Aussenflaechen im Parallelbereich koennen diese Wachsstrukturen eingebettet oder auch digital erfasst werden. Der Einsatz von lichthaertendem Wachs bildet hier eine Verbesserung gegenueber konventionellen Modellationsmethoden, da dieser Werkstoff sich wie ein Metall fraestechnisch mit rotierenden Instrumenten nach der Polymerisation bearbeiten laesst. Gerade im Verbund von mehreren Pfeilerkronen ist in der Teleskoptechnik die Fraestechnik die genauere Herstellungstechnik zum Parallelisieren einzelner Stuempfe zueinander. Da bei der fraestechnischen Umsetzung durch das polymerisierte lichthaertende Wachs das Verhalten der lichthaertenden Wachsstruktur so stabil ist, dass es sich aehnlich einem Metall fraesen laesst, ergeben sich hier fuer die vollkeramische Grundlage bessere und perfektere Ausgangswerte. Im Bereich der vollkeramischen Restaurationen werde ich an einem Beispiel die drei grundsaetzlich verschiedenen Materialien in ihrer Herstellungstechnik aufzeigen.

– Nach der Herstellung der Wachsmodellation kann diese Modellation fuer die Presskeramik vorbereitet werden, d.h. eine Anstielung mit einem 3 mm Wachskanal sorgt dafuer, dass diese Modellation eingebettet werden kann, um sie nach dem Vorwaermen und Ausbrennen der Muffel dann mit einem Keramikpresssystem, in diesem Fall mit dem Cergopress-System aus einer Feldspatkeramik presstechnisch umzusetzen. Nach dem Abkuehlen der Muffel und dem Ausbetten der Objekte kann nun mit der weiteren Verarbeitung der Primaerteleskope begonnen werden.

– Die Herstellung von Aluminiumoxidteleskopen mit Hilfe der Procera-Technik.

Auch hier bildet die Wachsmodellation aus lichthaertendem Wachs die Grundlage und stellt durch eine abschlie?ende Fraesung in diesem Werkstoff eine perfekte primaere Gestaltung dar. Nach dem saemtliche Stuempfe fraestechnisch ueber die Modellation parallelisiert und endgueltig ausgearbeitet worden sind, werden die einzelnen Stuempfe in einem Objekthalter festgestellt. Danach erfolgt die Abscannung des Stumpfes mit dem Procera-Scanner. Hierbei handelt es sich um eine Oberflaechenabtastung, die durch einen rotierenden Stumpf mittels einer Rubinspitze eine direkte Abtastung des primaeren Stumpfes erlaubt. Nachdem der gesamte Stumpf im Rechner eingescannt worden ist, setzen wir die passende Primaerteleskop-Modellation auf den Stumpf und wachsen sie cirkulaer, ohne den Sockel aus dem Scanner zu nehmen, fest. Ein zweiter gleichartiger Scannvorgang zeichnet nun die parallelisierten Oberflaechen des Teleskopes auf und bringt beide Dateien in Deckung. So entsteht aus der realen Modellation nun ein rechnergestuetztes Primaerteleskop, welches als Datensatz ueber ein Modem direkt nach Schweden geleitet wird. In Goeteborg werden aus diesen Daten nun CNC-gefraeste Stuempfe mit dementsprechend aufgepressten Kappen hergestellt. Der weitere Datensatz wird benoetigt, um die Aussenflaechen dieser aus Aluminiumoxidkeramik hergestellten Flaechen durch eine CNC-Fraesung exakt den Gegebenheiten anzupassen. Auch hier erfolgt durch eine Sinterschrumpfung eine exakte Uebereinstimmung mit den Original-Wachsmodellationen. Nach 1,5 Tagen kommen ueber UPS diese Primaerteleskope zurueck in unser Haus. Der perfekte Sitz dieser Strukturen ueberzeugt schon seit Jahren.

Die Herstellung von Zirkonoxid-Teleskopen

Mit dem Cercon-System der Degussa ist es moeglich, auch Wachsmodellationen direkt ueber einen Laser-Scanner abzutasten. Hierbei wird das Verfahren etwas anders als in der Procera-Technik dargestellt. Die direkte Wachsmodellation wird mit Hilfe von einem Anstiftkanal in einen speziellen Spannrahmen eingeklebt und direkt ueber einen Laser abtastbar gestaltet. Die Wachsmodellation muss zur besseren Oberflaechenreflektion fuer den Laserstrahl mit einem speziellen Puder (Titanoxid) eingestaeubt werden, um dem Laser das Eindringen in die Wachsoberflaeche nicht zu ermoeglichen. Sonst wuerden falsche Daten in den Rechner programmiert werden, da die direkte Oberflaeche nicht mit der aus der Wachsmodellation reflektierenden Flaeche uebereinstimmen wuerde. Nach dem Innen- und Aussenscannvorgang dieser Wachsmodellationen hat der Rechner saemtliche Daten der Modellation abgespeichert und ein spezielles Programm errechnet den fuer den Gruenling – ein vorgesintertes Zirkonoxid, welches durch die Sinterschrumpfung erst auf die endgueltige Haerte gesintert wird das zu vergroessernde Objekt. Der Vergroesserungsfaktor liegt bei knapp 30 %, so dass der Rechner hier die Sinterschrumpfung dementsprechend beruecksichtigt. In einem zweiten Verfahren wird aus diesem Gruenling mit Hilfe von zwei verschiedenen Bohrertypen nun eine um ca. dreissigprozentig vergroesserte Form geschliffen, die anschlie?end in einem speziellen Ofen bei 1.350· C ueber ca. 5 Stunden einer Sinterschrumpfung unterzogen wird. Bei diesem Prozess erfaehrt die Kappe ihre endgueltige Groesse und kommt nach dem Sinterungsprozess (Aufheizphase/Haltezeit/Abkuehlphase) nach ca. 7 Stunden wieder auf den Labortisch zurueck. Leichte Korrekturen der Passung fuehren zu einem perfekten Sitz.

Allen Keramiken ist es eigen, dass sie nach Moeglichkeit nass mit Turbinen geschliffen werden sollten, bzw. mit Diamanten geschliffen werden muessen. Hohe Drehzahlen, geringer Anpressdruck und niedrige dabei resultierende Waermeentwicklung sind ein Garant fuer eine perfekte Keramik. Werden hierbei Fehler gemacht (trockenschleifen) oder wird der Druck der rotierenden Werkzeuge auf die Keramik zu gross, so werden sehr hohe Temperaturen freigesetzt, die zu Mikrorissen in der Keramik fuehren koennen. Da                 diese Keramiken spaeter nicht mehr thermisch veraendert werden, sondern durch den Fraesprozess in ihrer Oberflaechenguete endgueltig hergestellt werden, koennte dies zu einer Materialschwaechung fuehren. Je nach Unterschied der Keramik muessen lt. Herstellerangaben bestimmte Mindeststaerken eingehalten werden. Am dicksten sind die Feldspatkeramiken, weil hier nicht so eine stabile Matrix zugrunde liegt. Aluminiumoxid laesst sich wesentlich besser in der Staerke und Dimensionierung behandeln. Am besten scheint hier das Zirkonoxid, da es mit der hoechsten Stabilitaet und den geringsten Wandstaerken einer nahezu metallischen Ausdehnung von Primaer-Teleskopen gleichkommt.

Nicht jedes Labor verfuegt ueber eine Turbinenschleifanlage, die in der Lage ist planparallele oder bestimmte Konuswinkel zu fraesen. Wir haben sehr gute Erfahrungen damit gemacht, die passenden FG-Diamanten mit einem Adapterteil zu versehen, um sie auf eine Schaftgroesse von 2,35 mm zu bringen und dann mit konventionellen Fraesgeraeten zu verarbeiten. Um die Wasserkuehlung jederzeit zu garantieren, haben wir die Fraesgeraete mit einem normalen Infusionsbesteck versehen, welche uns in die Lage versetzen ueber eine Braunuele die Wasserversorgung direkt bis zum Diamanten zu leiten. Ein Tropfsystem ermoeglicht eine sehr genaue Freisetzung der Wassermenge beim Schleifen. Um die keramischen Raender jederzeit abzusichern und eine Sicherstellung des feuchten Milieus beim Schleifen zu sichern, unterlegen wir die Primaer-Teleskope aus Keramik mit einer Lage eines Papiertaschentuches. Dieses Papiertaschentuch wird sich durch Befeuchtung wie ein Schwamm voll saugen und somit den Luftfilm zwischen Gips- oder Kunststoffstumpf und Keramik                 auffuellen. Damit ist gewaehrleistet, dass auch der Randbereich permanent feucht gehalten wird, da dieser Streifen des Papiertaschentuches wie ein Schwamm das Wasser speichert. Gleichzeitig bewirkt diese Lage einen sicheren Sitz auf dem Stumpf, der durch das auf der Oberflaeche rotierende Schleifen sonst mit Mikrobewegungen auf dem Stumpf reagieren koennte. So bekommen wir einen sehr lagestabilen, primaeren Keramikunterbau, der sich am Fraesgeraet mit hoher Drehzahl, zwischen 25.000 bis 30.000 Touren drucklos mit passenden FG-Diamanten, die fuer die Zahnmedizin entwickelt worden sind, hervorragend oberflaechenbearbeiten laesst. Nachdem die eigentliche endgueltige Schleifarbeit erledigt ist, benutzen wir die Finier-Diamanten um eine endgueltige, fast spiegelnde Keramikoberflaeche zu erzeugen. Diamantisierte Gummipolierer koennen saemtliche konischen Flaechen und auch Randbereiche glaetten und zum Finish der gefraesten primaeren Struktur beitragen. Das Auffuellen der primaeren Teleskope mit Kunststoff und dem gleichzeitigen Bestuecken mit einem Kupferdraht ermoeglicht uns aus den original keramischen Primaerteleskopen eine Elektrode herzustellen. Saemtliche zu ueberkappenden Anteile des Primaertelekops werden mit Hilfe von Leitsilberlack elektrisch leitfaehig gemacht. Eine Leitsilberflaeche baut ca. 3-6 my Platz auf, welcher fuer das friktive Gleiten der galvanischen Strukturen notwendig ist. Kommt spaeter Speichel als Platzfueller zwischen Primaer- und Sekundaerstruktur, so kann sich hier sehr schnell ein Vakuum bilden, dass fuer den Patienten zu einem unloesbaren Problem fuehrt. Deshalb ist es empfehlenswert, hier etwas mehr Platz vorzusehen und das kann durch ein zweites Beschichten mit Leitsilber, ueber die schon vorhandene ausgehaertete Leitsilberschicht, erfolgen. Mit ca. 12 my Spielpassung haben wir eines der genauesten Systeme und wir sprechen in der Zahntechnik von einer realen Friktion, die sich tatsaechlich darstellen laesst. Die Kontaktierung des Kupferstabes schliesst die Herstellung der Elektrode ab. Unsere Original-Teleskope kommen nun in ein geeignetes Galvanisierverfahren. Nachdem die Abscheidung des Goldes (eine Schichtstaerke von 0,3 mm) erfolgt ist, erfolgt eine Kontrolle unter dem Arbeitsmikroskop, um Randbereiche in untersichgehenden Bereichen der Teleskope zu korrigieren. Saemtliche, auch noch so kleine Fehlstellen fuehren zu einem dauerhaften Verbleib der galvanischen Struktur auf dem Keramikteleskop. Mit Hilfe geeigneter Gummipolierer kann die Goldstruktur soweit gekuerzt werden, dass wir zu einer sicheren, nicht untersichgehenden Sekundaerstruktur kommen. Das Abheben der Goldstrukturen vom keramischen Unterbau gestaltet sich manchmal etwas schwierig, hier helfen zwei kleine Tricks.

Legt man die gesamte Struktur fuer ca. 10 Minuten in das Ultraschallbad, dass mit warmer Seifenlauge gefuellt ist. Nach diesem Prozess sollten sich die Kappen durch ganz normalen Schub nach oben abschieben lassen. Die Indifferenz zwischen der Keramik, dem Leitsilber und dem Gold fuehrt zu einer Trennung dieses Systems. Sollten hierbei immer noch Abzugswiderstaende auftreten, die zu gross sind, um die duenne Goldkappe nach oben wegschieben zu koennen, ummanteln wir das obere Drittel der Galvanokrone mit Kunststoff und verankern gleichzeitig eine kleine Drahtoese im Kunststoffabzugsteil. Der Elektrodendraht und unsere Abzugshilfe werden auf leichten Zug gesetzt und mit einem Handinstrument kann auf den unteren Elektrodendraht eine leichte Vibration erzeugt werden. Unter kontinuierlichen Zug sollte sich auf diese Art die Goldkappe problemlos vom galvanischen Unterbau loesen lassen. Nach der Loesung des Unterbaus koennen die keramischen Strukturen abgedampft werden und die galvanischen Strukturen waschen wir in einer 10%igen Salpeterloesung aus um auch die letzten Silberlackreste aus dem Gold zu entfernen. Ein vorsichtiges Vorwaermen auf ca. 150· C im Keramikofen (geoeffnete Brennkammer) loest den Kunststoffstumpf im Primaer-Teleskop, welcher ueber den Elektrodendraht noch verankert ist. Durch leichten Zug kann das nun thermoplastisch gewordene Kunststoffelement aus dem Primaer-Teleskop entfernt werden. Um fuer die weiteren Bearbeitungsschritte in der Zahntechnik immer einen perfekten Sitz zu bekommen, kleben wir mit einem konventionellen Heisskleber die keramischen                 Primaer-Teleskope auf den Arbeitsstuempfen fest. Somit ist gewaehrleistet, dass wir immer eine perfekt sitzende Unterstruktur haben, die sich auch nicht verkanten, oder nicht abheben kann und bei weiterer Verarbeitung mit dem Modell eine Einheit bildet. Das Aufsetzten der galvanischen Struktur sollte nun problemlos fuer alle Kronen nach dem Herausloesen des Leitsilbers moeglich sein. Um nun die tertiaeren Modellationen machen zu koennen, werden die galvanischen Teleskope mit ein wenig Vaseline versehen und in die Endposition auf die primaeren Strukturen gedrueckt. Wichtig ist, dass dieses galvanisch abgeschiedene Gold zu keinem Zeitpunkt erwaermt wird, da es sonst schnell rekristallisieren wuerde und seine jetzt noch vorhandene Haerte von ca. 140-150 HV sofort verlieren wuerde. Ausgegluehte Primaer-Teleskope haben noch eine Vickers Haerte von ca. 28-40 V und waeren fuer eine Teleskoparbeit nicht weiter geeignet. Durch die Vaseline wird das Teleskop hermetisch abgeschlossen und sitzt so perfekt auf dem Keramik-Teleskop. Mit rosa Modellierwachs schaffen wir eine hauchduenne Ausblockflaeche zu den galvanischen Teleskopen, die spaeter als Klebefuge dienen soll. Der Einsatz von lichth‰aertendem Wachs ermoeglicht hier eine sehr schnelle und rationelle Arbeitsweise. Wir nehmen eine Portion dieses Modellierwachses und wiegen diese fuer die unterschiedliche Zahngroesse ab. Fuer Frontzaehne benutze ich 0,2 g Modellationsmaterial, fuer Pr‰molaren 0,3 g und fuer Molaren 0,4 g Material. Da wir mit diesem Material kalt modellieren und zu keinem Zeitpunkt dieses Material aufschmelzen muessen, ist es ratsam die Wachsgewichte einigermassen genau im Vorfeld zu lokalisieren. Eine kleine Kugel dieses Wachses wird in den Fingern plastisch gedrueckt und von okklusal inzisal kommend ueber die Galvanokrone gestuelpt. Durch leichten Fingerdruck koennen wir so sehr schnell eine Kappe formen. Das Schliessen des Gegenbisses gibt uns die endgueltige Hoehendifferenz dieser Krone an und wir sind innerhalb kurzer Zeit in der Lage durch das Druecken der anatomischen Formen eine Kronenform entstehen zu lassen. Nach der Herstellung der groben, aeusseren Form, erfolgt die Polymerisation fuer 10 Minuten im Heralight-Geraet. Sind die tertiaeren Wachsmodellationen auspolymerisiert, koennen wir mit Hilfe von rotierenden Instrumenten diese endgueltig ausarbeiten. Die labialen bzw. bukkalen Flaechen werden, wie fuer eine Veneerpraeparation vorbereitet und ausgearbeitet.

Ueber dem Bunsenbrenner waermen wir die Teleskopzangenspitze leicht an, bis sie ca. 40· C erreicht hat. Nun koennen wir die Teleskopzange in das galvanische Sekundaerteleskop halten und uebertragen die Waerme auf die Goldkappe. Da Gold ein sehr guter Waermeleiter (310 mk) ist, wird die vorher zur Abdeckung aufgeschwemmte hauchduenne Wachsflaeche sehr plastisch und unsere Teleskopkrone gleitet regelrecht aus der Modellation heraus. Mit einem Wattestaebchen reinigen wir die Innenflaeche unserer tertiaeren Struktur von Modellierwachsresten, ebenso die Goldschicht von unserer Galvanokrone. Jetzt koennen wir saemtliche Kronen mit Hilfe der Modellgusstechnik miteinander verbinden und mit lichthaertendem Wachs polymerisieren. Die Anstiftung und gusstechnische Umsetzung erfolgt wie in der Kronen- und Brueckentechnik, im direkten Abhebeverfahren. Auch hierbei kann hervorgehoben werden, dass nach der Polymerisation die gesamte Modellgussstruktur perfekt ausgearbeitet werden kann. Hier ersparen wir uns einen grossen Zeitaufwand nach der gusstechnischen Umsetzung. Ausbetten, abstrahlen und – passt, sollte hier das Ergebnis sein, welches wir anstreben. Nach der Ausarbeitung und Politur unseres Modellgusses mit den tertiaeren Kronen, die im Einstueckguss hergestellt worden sind, verkleben wir die galvanischen Strukturen mit dem Modellgussgeruest. Hierzu benutzen wir folgenden technischen Arbeitsablauf.

Aufstrahlen der galvanischen Oberflaechen und Ausstrahlen der tertiaeren Kronen.

Beschichtung mit Rocatec, um ein Silanisierungsverfahren zu erreichen.

Dual haertende Komposite bieten sich fuer die dauerhafte Verklebung hier an.

Die Beschichtung der galvanischen Kronen, die sich auf dem Modell befinden, sowie auch der tertiaeren Geruestkonstruktionen erfolgt beidseitig, danach wird der Modellguss vorsichtig ueber die galvanischen Strukturen, definitiv auf dem Modell fixiert. Durch das Verkleben der primaeren Strukturen mit Heisskleber haben wir eine feste Arbeitsgrundlage mit definierten Endpositionen unserer Galvanokappen. Vor der Aushaertung wird das gesamte Geruest abgehoben und ein Ueberschuss, der ausgequollen ist, zwischen Galvano-Metall und tertiaerer Struktur beseitigt. Ebenso koennen hierbei Kontaminationen auf der Modellunterflaeche beseitigt werden. Auch hierbei muessen wir schon den perfekten Sitz der galvanischen Kronen spueren, es darf kein Klemmen und kein Reiben geben. Nun setzen wir diese, nach der Reinigung immer noch weiche, noch nicht endgueltig ausgehaertete Verklebung wieder auf dem Modell in situ fort. Eine Aushaertung auf dem Modell in Endposition kann zusaetzlich durch Gummiringe, die die Modellgussstruktur sicher auf die Oberflaeche druecken, repositioniert werden. Je nach Herstellerangaben, zwischen 10 Minuten und 2 Stunden kann es dauern, bis das dualhaertende Material endgueltig abgebunden ist. Versaeubern der Raender, bildet hierbei den Abschluss in Einklebung der Galvanostrukturen in das tertiaere Geruest. Nach dem Anschleifen der zu verblendenden Flaechen, welche nach den Richtlinien der Veneerpraeparationstechniken gestaltet worden sind, erfolgt das Abstrahlen dieser Verblendflaechen. Mit Rocatec werden die zu silanisierenden Bereiche beschichtet. Anschliessend nehmen wir einen lichthaertenden, passenden zahnfarbenen Opaker und beschichten diese Silanschicht auf den Verblendflaechen mit dem Opaker. Ein spaltfreier Verbund zwischen dem Silan und dem lichthaertenden Opaker garantiert uns eine dauerhafte, innige Verbindung zum Metallgeruest. Ueber die Silanbruecke haben wir einen tribolisierenden Effekt, so dass wir eine dauerhafte und innige Verbindung zwischen Metall und Kunststoff erreichen. Die Inhibitionsschicht auf dem Opaker wird weggewischt und mit Cerec 3, unter Zuhilfenahme der Kamera, digitalisieren wir die zu verblendenden Flaechen. Zahn fuer Zahn entsteht am Rechner die eigentliche Verblendung unter Zuhilfenahme der Venneersoftware. Das Scannen und Fraesen einer Verblendung dauert ca. 30 Minuten. Nach 30 Minuten haben wir den fertig geschliffenen Rohling vor uns liegen, der perfekt an die mit Opaker beschichtete Flaeche passen sollte. Mit zahnfarbenem Wachs fixieren wir diese Keramikoberflaechen in ihrer endgueltigen Position vor dem Geruest, um so Zahn fuer Zahn perfekt anatomisch nachgestalten zu koennen. Mit Hilfe einer Turbine lassen sich diese loydzitverstaerkten Feldspatkeramiken hervorragend manuell bearbeiten. Wenn saemtliche Veneers endgueltig in Position und Form gebracht worden sind, entfernen wir alle Veneers und reinigen durch Abdampfen und einem anschliessenden Reinigungsbad in reinem Alkohol die Veneerflaechen. Vorsichtiges Abdampfen der Gerueste im Verblendbereich saeubert die Opakerschichten. Saemtliche Veneers koennen nun mittels eines Glanzbrandes farblich weiter charakterisiert und endgueltig in Form gebrannt werden. Es waere genauso gut moeglich, Schneidemassen und andere Dentinmassen nachzuschichten und diese als Korrekturbrand vorher durchzufuehren, um eventuelle Fehlstellen vorher darzustellen. In der Regel ist dieses bei der heutigen zur Anwendung gebrachten Software und der grossen Routine, die wir in der Herstellung von Veneers haben nicht notwendig. Nachdem Glanzbrand der Veneerschalen koennen die zu verklebenden Flaechen, mittels einem Flusssaeure-Gel nach Herstellerangaben passend angeaetzt werden. Nach der Einwirkungszeit des Gels auf die Keramik werden die Veneers abgespuelt und in destilliertem Wasser gereinigt. Eine anschliessende, mit Alkohol durchgefuehrte Reinigung der Klebeflaechen garantiert ein einwandfreies Aetzmuster. Nun erfolgt auch hier die Beschichtung mit Silan um eine dauerhafte Verbindung zu der Keramik herstellen zu koennen. Der von uns gereinigte Opaker vor den Verblendflaechen wird jetzt mit einer neuen Dispersionsschicht versehen, damit wir eine chemische Anbindung an die Werkstoffoberflaeche bekommen. Mit Hilfe von Panavia F, das in mehreren Farben vorhanden ist kleben wir die einzelnen Veneerverblendungen in die perfekte Ausgangssituation ein. Die Ueberschichtung mit Oxigat in den Randbereichen verhindert die Dispersionsschicht in der Oberflaeche und fuehrt zur voelligen Aushaertung unseres Klebers. Nach der Polymerisation erfolgt das Versaeubern der Randbereiche und die Entfernung von Ueberschuessen. Die endgueltige Politur dieser Uebergaenge ermoeglicht eine saubere, nicht sichtbare und einwandfreie Verarbeitung.

Fazit:

Die hier dargestellten Technologien lassen sich durch unterschiedliche Merkmale voneinander unterscheiden und miteinander kombinieren. Teleskope sind eine der bewaehrtesten und dauerhaftesten Verbindungstechniken im Mund, zur Anbindung zwischen Restzahnbestand und Prothese. Keramische Primaerteile fuehren auch bei der Demaskierung durch die Prothese immer noch zu einem wesentlich harmonischerem und akzeptableren Ergebnis, da fuer den Patienten abstossende Metallhuetchen im Mund nicht sichtbar sind, sondern zahnfarbene Stuempfe dort verbleiben. Galvanisch hergestellte, friktiv laufende Arbeitsflaechen sorgen fuer eine langfristige, bestaendige Friktion dieser Arbeit und stellen keine Pseudopassung dar, die durch Aufschleifen in einigen Reibepunkten relativ schnell auch Friktionsverluste herbeifuehren koennte. Die keramische Verblendung ist wesentlich aesthetischer und langfristig erheblich schoener im Mund des Patienten (keine Verfaerbungen, keine Plaqueaffinitaeten). Die Verklebung dieser Keramiken auf die Teleskope erfahren keine Aufschrumpfungen und umgekehrt durch die Pufferwirkungen der Verklebungen wird ein Aufspannen der Keramik nicht zu erwarten sein, erfahren so Verblendungen auch keine nachtraegliche Eigendynamik in der Keramik. Selbstverstaendlich kommt es, wenn ploetzlich und unerwartet das „Waschbecken auf die Prothese springt“ durchaus zur Fraktur von Keramik. Da diese Verblendungen CNC gefraest sind, hinterlassen sie ihre Spuren im Computer. Auf Knopfdruck entstehen sie neu und sind innerhalb von 30 Minuten austauschbar. Eine Reparatur, die bei aufgebrannter Keramik so nicht machbar waere und die uns sonst immer ein wenig Bauchschmerzen verursacht. Der Einsatz neuer Systeme, neuer Technologien mit bewaehrten Techniken schafft hier ein grosses Stueck an Sicherheit und vermittelt dem Patienten ein grosses Stueck Lebensqualitaet.

32. Prof. P. Pospiech, München:
Die vollkeramische Klebebrücke: Erfolge und Misserfolge der letzten 10 Jahre
Die Versorgung von Einzelzahnlücken im Frontzahnbereich stellt seit jeher ein besonderes Problem dar, weil der Zahnersatz ständig dem kritischen Blick des Betrachters ausgesetzt ist. Die künstlichen Kronen und das Brückenglied müssen nicht nur bezüglich Abbissfunktion und Phonetik optimal gestaltet sein sondern auch ästhetischen Ansprüchen genügen. Bei Pfeilerzähnen, die fast oder gänzlich unversehrt sind, ist die Konstruktion einer Klebebrücke eine Alternative zur vollständigen Überkronung. Der Restaurationsrand kann so klein wie möglich und supragingival gehalten werden und die gesunde Zahnhartsubstanz bleibt weitgehend erhalten. Nachteilig ist, dass insbesondere bei jugendlichen Patienten mit transluzenten PfeilerzÀhnen die Flügel metallgestützter Klebebrücken grau durchscheinen können.

Hier bieten sich vollkeramische Systeme an, die absolut bioverträglich sind, ähnliche physikalische Eigenschaften wie die natürlichen Zahnhartsubstanzen haben und durch den Verzicht auf ein Metallgerüst die Imitation der umgebenden Zähne wesentlich vereinfachen. Nachteilig ist lediglich die Anfälligkeit der Keramiken auf Biegebelastung. Erst mit der Entwicklung hochfester Keramiken konnte eine Verwendung in Form von Klebebrücken realisiert werden.

So wiesen Kern und Mitarbeiter schon zu Beginn der 90er Jahre auf die Möglichkeit hin, In-Ceram auch für vollkeramische Klebebrücken zu verwenden. Dabei orientierten sie sich am Design der metallgestützten Klebebrücke mit Flügelverankerung. Die Flügel benötigen jedoch im Gegensatz zu den NEM-Legierungen bis zu drei Mal so viel Platz und das Gerüst kann im Flügelbereich nicht verblendet werden. Somit ist das Gerüst „pur“ den Einflüssen der Mundhöhle ausgesetzt. Es zeigte sich, dass das infiltrierte Lanthan-Glas im Alumina-Gerüst sehr hydrolyseanfällig ist. Dies führt zu einer Minderung der Gerüststabilität, was klinisch zu Misserfolgen führt.

Eigene Untersuchungen führten zur Entwicklung eines Rillendesigns für die vollkeramische Klebebrücke unter Verzicht auf die Flügelverankerung. Dabei werden pro Pfeilerzahn im Abstand von 1 mm zwei zueinander parallele Rillen mit 0,8 – 1,0 mm Tiefe präpariert. Dies erbringt eine gute mechanische Lagestabilisierung der Brücke und eine Entlastung der Klebefuge, da die möglichen Freiheitsgrade auf die Einschubrichtung beschränkt sind.

In-vitro-Studien sowie Finite-Elemente-Berechnungen konnten zeigen, dass dieses neuartige Design eine ausreichende Festigkeit für Frontzahnklebebrücken ergab. Dennoch waren in der klinischen Anwendung die primären Misserfolgsquoten zunächst höher als bei den eigenen metallgestützten Konstruktionen.

Als Hauptursachen für die höheren initialen Versagensquoten (meist innerhalb der ersten sechs Monate) werden gesehen:

Pfeilerzähne mit ungleichem Resilienzgrad durch                 KFO-Vorbehandlung und unzureichend langer Retentionsphase.

Gefügefehler der In-Ceram-Alumina-Gerüstkeramik, da die Gefügequalität entscheidend vom Zahntechniker abhängig ist und somit einer hohen Fehlerstreuung unterliegt.

Nicht-werkstoffgerechte Bearbeitung der Vollkeramikrekonstruktion: scharfe interdentale Separation und zu gering dimensionierte interdentale Konnektoren.

Die Konnektorenbereiche sind die Areale, in denen sich die Zugspannungen konzentrieren. Hier ist auf eine maximale Konnektorstärke zu achten. Scharfe Separierungen wie sie von der Metallkeramik her bekannt sind, müssen unbedingt vermieden werden. Die materialgerechte Vorgehensweise ist die Verwirklichung einer maximalen Konnektorstärke sowie abgerundete Ecken und Kanten.

Freilegen des lanthanglasinfiltrierten Aluminagerüstes

Das hochfeste Gerüst aus lanthanglasinfiltriertem Alumina darf nicht frei dem Mundhöhlenmilieu ausgesetzt sein, da es sehr hydrolyseanfällig ist.

Deshalb muss es zumindest mit einer Glasurschicht abgedeckt sein. Bei vollkeramischen Klebebrücken auf In-Ceram-Basis muss deshalb vor der endgültigen Eingliederung die Okklusion sauber adjustiert werden und die Brücke noch einmal glasiert werden, insbesondere, wenn sie in Okklusionskontakt steht.

Mit der Einführung der Lithium-Disilikatkeramik Empress 2 ist eine wesentliche Erleichterung in der Herstellung der rillenverankerten Klebebrücke eingetreten: Die Verarbeitung ist durch die Lost-Wax-Technik vereinfacht, das Gerüst ist nicht so opak wie die Aluminiumoxidkeramik und die Fehleranfälligkeit ist durch die Presstechnologie deutlich geringer. Die Keramik ist durch Flussäureätzung (20 Sekunden) einfacher und kontrollierter konditionierbar. Aufgrund der hohen Transluzenz der hochfesten Lithium-Disilikat-Keramik kann das Gerüst massiver und die Verblendkeramikschicht dünner gehalten werden Die Gefügequalität ist durch den Pressvorgang und die maschinelle Verarbeitung konstanter und der Zahntechniker hat keinen Einfluss auf das Gefüge. Das hochfeste Gerüst kann auch dem Mundhöhlenmilieu ausgesetzt sein, da es nicht hydrolyseanfällig ist.

Von September 1997 bis Herbst 2001 wurden von an unserer Poliklinik bislang 31 Klebebrücken auf Empress 2-Basis im Frontzahnbereich eingegliedert. Dabei kam es lediglich zu einem totalen Misserfolg. Dieser Patient wurde aber auf eigenen Wunsch nochmals mit einer Empress-2-Klebebrücke versorgt. Insbesondere das transluzente hochfeste Gerüstmaterial führte zu einer Àsthetischen Verbesserung, da es sich harmonischer in die natürliche Bezahnung einfügt.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die vollkeramische Klebebrücke eine wertvolle Ergänzung des Therapiespektrums darstellt, gleichwohl sie kein Universaltherapeutikum ist. Eine ausreichende Klebfläche ist unabdingbar sowie eine Mindesthöhe im Konnektor von 3 mm. Die Pfeilerzähne dürfen keine unterschiedlichen Lockerungsrade aufweisen, da dies zu zusätzlichen Torsionsspannungen führt.

Unter Berücksichtigung der besonderen werkstofftechnischen Verarbeitungsnotwendigkeit bei der Nutzung metallfreier vollkeramischer Systeme ist die Konstruktion einer vollkeramischen Klebebrücke ebenfalls erfolgversprechend.

46. Jahrestagung vom 15. – 17. Juni 2017