| Freitag, den 31. Mai 2002
FESTVORTRAG 6. Prof.Dr. Erich Körber, Tübingen: Die Sonne - unser nächster Stern In einer sternklaren Nacht koennen wir am Himmel mit blossem Auge 3000 bis 5000 Sterne erkennen. Die Sterne sind etwa gleichmaessig ueber den Himmel verteilt. Die sichtbaren Sterne gehoeren zu einem Sternsystem mit vielen Milliarden Sternen, das wir als Milchstrasse bezeichnen. Die Milchstrasse hat im Raum die Form einer Scheibe und wir befinden uns mittendrin (siehe Abb.). Wenn wir von der Erde aus in Richtung auf den Mittelpunkt dieser Scheibe sehen, wird die Milchstrasse als milchiger Nebel quer ueber dem Himmel sichtbar. Wir koennen Sterne unterscheiden, die scheinbar feststehen, sog. Fixsterne und Wandelsterne, sog. Planeten, die im Laufe des Jahres ihre Stellung wechseln. Fixsterne sind Sonnen die selbst leuchten und selbst strahlen, waehrend die Wandelsterne (Planeten) ihr Licht von der Sonne erhalten. Planeten leuchten also nicht selbst. Die Planeten unseres Sonnensystems, insgesamt neun, umkreisen die Sonne. Die Planeten drehen sich, wie die Sonne, um sich selbst. Die Sonne benoetigt fuer eine Umdrehung etwa 1 Monat. Die Geschwindigkeit der Sonnenoberflaeche am Aequator betraegt 2 km/sec, das sind 7200 km/Std. Unsere Sonne ist ein verhaeltnismaessig kleiner Stern am aeusseren Rand der Milchstrasse. B i l d folgt! Die Sonne selbst ist ein gluehender Gasball mit einer Aussentemperatur von ueber 5000 Grad. Es handelt sich um Kelvin-Grade. Die Kelvinskala beginnt bei 0 Grad Kelvin = - 273 C (Celsius) O Grad C = 273 Grad Kelvin. Die Beruecksichtigung des Unterschiedes zwischen Kelvin und Celsius kann bei den hohen Temperaturen vernachlaessigt werden. Die Erde wuerde in die Sonne ueber 1 Million mal hineinpassen. Im Inneren der Sonne herrschen Temperaturen von mehreren Millionen Grad. Die Sonne entstand vor einigen Milliarden Jahren aus einer Gas-Staubwolke, die sich infolge der Gravitation (Schwerkraft) immer mehr verdichtete und dabei auch erhitzte. Bei einer Temperatur von mehreren Millionen Grad im Inneren der Sonne kommt es zur Fusion (Verschmelzung) von Wasserstoff (dem leichtesten Element) zu Helium, wobei enorme Energiewerte frei werden, aehnlich wie bei der Wasserstoffbombe. Die Materie wird immer mehr zusammengedrueckt, erhitzt sich immer mehr wobei dann auch schwerere Elemente gebildet werden. Sonnen, die eine Groesse von einer Sonnenmasse haben, erzeugen Elemente bis zum Kohlenstoff und Sauerstoff. Sonnen ueber acht Sonnenmassen erzeugen Elemente bis zum Eisen. Die naechste Milchstrasse, von denen es im Weltall noch Milliarden gibt, ist der Andromedanebel in einer Entfernung von ueber 2 Millionen Lichtjahren. Ein Lichtjahr ist keine Zeitangabe, sondern gibt die Entfernung an, die ein Lichtstrahl in einem Jahr zuruecklegen wuerde. Das Licht legt in einer Sekunde 300 000 km zurueck. In einem Jahr rund 10 Billionen Kilometer. Das Licht benoetigt von der Sonne zur Erde acht Minuten. Ein Schallsignal (330 m /sec.) wuerde dafuer 14 Jahre benoetigen. Der naechste Stern befindet sich in einer Entfernung von 4 Lichtjahren. Befindet sich der Mond zwischen Sonne und Erde, verursacht er auf der Erde einen Schatten und verdeckt dabei die Sonne. Das ist die von uns beobachtete Sonnenfinsternis. An der Oberflaeche unserer Sonne brodelt und kocht es. Mit einem geeigneten Filter im Teleskop erkennt man sowohl eine koernige Struktur der Sonnenoberflaeche (sog. Granulen), sowie auch dunkle Stellen (sog. Sonnenflecken). Die Granulen haben einen Durchmesser von rund 1000 km und eine Lebensdauer von 5 - 10 Min. Sie sind eine Folge des Waermeaustausches vom Innern der Sonne zur Sonnenoberflaeche. Es entstehen auch laufend Auswuerfe (Eruptionen) die ueber 100 000 km ueber die Sonnenoberflaeche geschossen werden. Es handelt sich dabei um Materie- und Strahlungsausbrueche, oft bogenfoermig geformt, die gelegentlich in Verbindung mit Sonnenflecken stehen. Von den Eruptionen gehen Sonnenwinde aus, sie bestehen aus Teilchen-Strahlung. Sie haben eine Geschwindigkeit zwischen 400 und 700 km /sec. Diese Sonnenwinde erreichen die Erde nach einigen Tagen und koennen Funkstoerungen und Polarlichter ausloesen. Der Materieverlust der Sonne betraegt dabei ca. 4 Mill. Tonnen /sec.; sie wird aber dennoch einige Milliarden Jahre weiter bestehen. Die Erde wird vor dem fuer uns schaedlichen Sonnenwind durch ein eigenes Magnetfeld geschuetzt. Sonnenflecken sind dunkle, oft paarweise auftretende Stellen auf der Sonnenoberflaeche, mit einem Durchmesser von 20 000 - 100 000 km. Die Fleckenpaare haben entgegengesetzte magnetische Polaritaeten und liegen in der Rotationsrichtung der Sonne hintereinander. Auf der noerdlichen Halbkugel liegt der magnetische Nordpol der Sonnenfleckenpaare derzeit vorne, umgekehrte Polaritaeten entstehen auf der suedlichen Halbkugel. Sonnenflecken sind um rund 2000 Grad kuehler als die Sonnenoberflaeche. Sonnenflecken entstehen zunaechst in der Naehe der Pole. Sie bleiben Stunden, Tage, sogar einige Wochen bestehen. Neue Sonnenflecken entstehen, nehmen an Zahl und Umfang zu und wandern dabei in Richtung zum Aequator. Nach einer Zeit von 11 Jahren verschwinden die entstandenen Sonnenflecken am Aequator. Danach bilden sich wieder neue Flecken in der Polgegend, jedoch mit umgekehrter Polaritaet; d. h. wo frueher der Nordpol war ist dann der Suedpol. Die Sonne hat in einigen Milliarden Jahren ihren Energievorrat verbraucht und blaeht sich dann auf das 100fache ihres Durchmessers auf (rotes Riesenstadium). Dabei werden auch die inneren Planeten Merkur, Venus, wahrscheinlich auch die Erde von der Sonne erfasst, das Wasser verdampft und die Metalle schmelzen. Sonnen mit einer Sonnenmasse stossen nach dem Riesenstadium Teile ihrer aeusseren Huellen ab. Uebrig bleibt ein stark verdichteter Zwergstern aus Kohlenstoff und Sauerstoff in der Groesse der Erde jedoch mit einer sehr gro?en Dichte, 1 cm3 wiegt 1 Tonne. Bei groesseren Sternen, 8 bis 10 Sonnenmassen, bei denen Elemente im Inneren bis zum Eisen erzeugt werden, kommt es nach dem Riesenstadium zu einer gewaltigen Explosion, wobei die aeusseren, wesentlich maechtigeren Huellen (als beim Roten Riesen von Sonnen mit 1 Sonnenmasse), abgestossen werden. Diesen Vorgang bezeichnet man als Supernova-Explosion, wobei in kurzer Zeit (in wenigen Minuten) infolge einer ungeheuren Stosswelle die restlichen Elemente bis zum Uran gebildet werden. Uebrig bleibt ein sogenannter Neutronenstern mit einem Durchmesser von 20 bis 30 Kilometern und der Masse der Sonne. Ein Kubikzentimeter eines solchen Sterns wiegt Millionen Tonnen. Einige dieser Neutronensterne drehen sich bis zu 300 mal in der Sekunde um sich selbst. Bei noch groesseren Sternen entsteht nach der Supernova-Explosion ein sogenanntes Schwarzes Loch. Dessen Dichte und Gravitationskraft ist so gross, dass auch eingefangenes Licht nicht mehr entweichen kann. Ueber das Innere eines Schwarzen Loches gibt es nur Vermutungen. In der Milchstrasse gibt es Sonnen die einen 10 - 20 - 100fachen Durchmesser und eine mehr 100 000fache Leuchtkraft unserer Sonne haben. Man findet im Interstellaren Raum, das ist der Raum zwischen den Sternen, Gas und Staubwolken sowie viele organische Verbindungen, z. B. Methan, Alkohol und weitere Molekuele bis zur Aminosaeure, einem Grundbaustein des Eiweisses. Die Erkenntnisse ueber die Sonne verdanken wir dem Licht. Wird das weisse Licht durch ein Prisma geleitet, so entsteht ein Farbband (Regenbogenfarben). Dies ist jedoch nur ein kleiner Ausschnitt des elektromagnetischen Spektrums, das ueber Radio- Gamma- und Roentgenstrahlen reicht. Aus dem Spektrum koennen spezielle Eigenschaften des Sternes abgeleitet werden. Jedes Element, jede Verbindung hat eine charakteristische Zusammensetzung von sog. Spektrallinien (dunkle Linien im Spektrum), sozusagen einen Fingerabdruck. Nicht nur die stoffliche Zusammensetzung kann vom abgestrahlten Licht abgeleitet werden, sondern auch die Temperatur, die Radialgeschwindigkeit, die Masse, die Entfernung eines Sterns und mehr. 7. Prof. K. Jäger, Basel: Abnehmbares oder festsitzendes Konzept beim teilbezahnten Patienten? Aufwand - Kosten -Erfolgsprognose Jeder zahnaerztlichen Arbeit geht eine mehr oder weniger detaillierte Planung voraus, welche in den letzten Jahren nicht zuletzt aus forensischen Gruenden Bedeutung erlangt hat. In dieser Phase muessen sich Zahnarzt und Patient darueber einig werden, welche Ziele mit der zahnaerztlichen Behandlung erreicht werden sollen: Stehen reine Schmerzbekaempfung und zahnaerztliche Versorgung im Sinne einer Sofortmassnahme im Vordergrund oder eine minimale Grundsanierung mit Erhaltung von Bestehendem oder eine umfangreiche Sanierung mit Rehabilitation der stomatognathen Verhaeltnisse? In der Praxis der heutigen Zeit muessen diese Planungsarbeiten und Gespraeche mit den Patienten ohne Zeitdruck durchgefuehrt und protokollarisch festgehalten werden, damit der Zahnarzt seine Aufklaerungspflicht beweisen kann. Stehen groessere Sanierungen an, ist die intensive Planung mit vorbehaltenen Entschluessen eine unabdingbare Vorgabe zur erfolgreichen Realisierung der prothetischen Versorgung. Eine vernuenftige prothetische Therapie basiert immer auf einem Gesamtsanierungskonzept, das in einer logischen Folge von gezielten und systematisch durchdachten Behandlungsschritten besteht. Punktuelle Restaurierungsmassnahmen fuehren unweigerlich zum Misserfolg. Erfolg in der rekonstruktiven Zahnmedizin ist das Produkt solider Planung und praeziser klinischer und technischer Ausfuehrung. Kriterien der prothetischen Entschlussfassung Die Entschlussfassung ist der entscheidende Teil der gesamten prothetischen Planung. Sie verlangt vom Zahnarzt grosse Erfahrung im Umgang mit den zur Verfuegung stehenden rekonstruktiven Mitteln. In schwierigen Faellen ist es ratsam, auch den Zahntechniker in die Meinungsfindung einzubeziehen. Auch die Entschlussfassung kann als sogenannte Entschlussfindung strukturiert werden: · Pfeilerbewertung und Einsatz der prothetischen Mittel · Modellanalyse mit statisch-dynamischen berlegungen · Situative klinische Moeglichkeiten und -Grenzen · Finanzielle Tragbarkeit fuer den Patienten · Kontraindikationen · Alternativloesungen Fuer die Bewertung der Tauglichkeit eines Zahnes als Brueckenanker unter Praxisbedingungen haben sich einige Faustregeln bewaehrt: -Relation klinische Krone zu klinische Wurzel mindestens 1:1 -Pfeilerindex-summe = Indexsumme der zu ersetzenden Zaehne -Eine Bruecke ersetzt maximal drei nebeneinanderliegende Seitenzaehne oder vier Frontzaehne -Zusatzpfeiler muessen die Konstruktion verstaerken -keine Verblockungen, eher kleinere Brueckenelemente unter Einsatz der Implantologie Kommt aus Gruenden der Pfeilerwertigkeit, des Restzahnbestandes und/oder aus finanziellen Ueberlegungen (Implantate) kein festsitzender Zahnersatz in Frage, muss ein abnehmbarer Zahnersatz geplant werden. Hier verlangt das Studium der statisch-dynamischen Krafteinwirkung besonderes Augenmerk und bestimmt die Wahl der Verankerungselemente entscheidend mit. Heute muss aber auch beim abnehmbaren Zahnersatz das Implantat als strategischer Pfeiler unbedingt in die Planung miteinbezogen werden. So ist das Konstruktionsprinzip pro Kiefer im Hinblick auf die zu erwartenden Kraftvektoren festzulegen. Ebenso wichtig ist das Studium der vertikalen Relation. Liegen intermaxillaere Probleme vor wie z.B. ein Tiefbiss, Abrasionsgebiss, Kreuzbiss, Overjet, etc. oder werden Implantate in Betracht gezogen, muessen einartikulierte Modelle vorliegen. Ein Set-up oder Wax-up ist eine Grundvoraussetzung vor Inangriffnahme einer grossen prothetischen Sanierung und liefert wichtige Hinweise in Bezug auf Kronenlaenge, Praeparation Friktion, Retention, Aesthetik, etc. In der Modellanalyse fliessen insbesondere bei implantatgetragenen Suprastrukturen wichtige Informationen zusammen: Jede irreversible Veraenderung der Bisshoehe muss zudem mittels einer Aufbiss-schiene waehrend 6-8 Wochen ausgetestet werden. Der Zahntechniker kann mit den erwaehnten technischen Hilfsmitteln viel zur dieser Entscheidungsfindung beitragen. Aus praktischen Gruenden ist es auch empfehlenswert, das kostspielige Wax-up auf einer Tiefziehschiene herstellen zu lassen, damit es auch am Patienten einprobiert und demonstriert werden kann. Eine solche Schiene leistet im weitern auch als Roentgenpositionsschablone oder Bohrlehre gute Dienste.
Erfolgsprognose und klinische Bewaehrung Die festsitzende und abnehmbare prothetische Versorgung auf Implantaten und Pfeilerzaehnen hat sich in den letzten Jahren stetig weiterentwickelt. Insbesondere seit der Einfuehrung der enossalen Implantate darf von einer guten Langzeitprognose der Suprastruktur ausgegangen werden, weil mit dem Implantat vor allem unguenstige statisch-dynamische Faktoren beim abnehmbaren prothetischen Konzept ausgemerzt werden koennen. Anhand einer klinischen Studie aus der Privatpraxis zeigte sich, dass die meisten prothetischen Nachsorgearbeiten in der ersten Adaptationsphase unmittelbar nach dem Einsetzen der Arbeit vorgenommen werden muessen und dass eine weitere Haeufung nach 2-jaehriger Tragzeit der Suprastruktur beobachtet werden konnte. Dabei weisen festzementierte Arbeiten eine kleinere, unbedingt abnehmbare Arbeiten eine groessere Reparaturrate auf. Die Reparaturen bestehen in der Regel aber aus einfachen, typischen Nachsorgemassnahmen - wie z.B. Festziehen geloester Schrauben, die in der Regel im ordentlichen Recall schnell und rationell behoben werden konnten. Ein Recall von 6 Monaten hat sich bewaehrt und scheint auch in Zukunft angemessen. Alle gaengigen Implantat-Inserts duerfen als tauglich bezeichnet werden. Einzig die ersten Magnetprototypen in der Entwicklungsphase zeigten einen zu grossen Verschleiss. Dank Weiterentwicklungen sind sie heute aber auch zu einem vielversprechenden bewaehrten System herangereift. Es kann bilanziert werden, dass Suprastrukturen auf Implantaten einem vertretbaren Verschleissrisiko ausgesetzt sind. Die Implantatverlustrate von 5,83% zeigte erneut die hohe Zuverlaessigkeit osseointegrierter Implantate auf. Die gewaehlten klinisch erprobten Suprastrukturen fuehrten nicht zu vorzeitigem Implantatverlust. Die meisten Maengel an den Rekonstruktionen konnten auf einfache Weise behoben werden. Fuer den Patienten, der sich fuer eine implantatgetragene Rekonstruktion entscheidet, bedeuten die groesseren Investitionskosten somit nicht erhoehte Erhaltungskosten. 8. Dr. M. Jungo, Basel: Teilprothetische Halteelemente - Vor-/Nachteile, Bewaehrung! Bewertung; Vergleich Kurzreferat folgt! 10. Dr. J.Tinschert, Aachen: Erste klinische Langzeiterfahrungen mit vollkeramischen Bruecken aus DC-Zirkon Ziel: Die anerkannt gute Aesthetik und Gewebevertraeglichkeit keramischer Werkstoffe konnte unter guenstigen Ausgangsbedingungen bisher nur fuer Inlays- oder Einzelkronenrestaurationen sowie in Einzelfaellen auch fuer kleinere Frontzahnbruecken genutzt werden. Hoeheren Belastungsanspruechen aber, den Bruecken im Seitenzahnbereich ausgesetzt sind, waren die herkoemmlichen Glas- und Feldspatkeramiken jedoch nicht gewachsen. Der nahe liegende Wunsch, alle Quadrantenbereiche mit vollkeramischen Restaurationen, einschliesslich Bruecken im Seitenzahnbereich versorgen zu koennen, hat zu der Entwicklung neuer oxidkeramischer Systeme gefuehrt. Das Ziel der vorliegenden Untersuchung war es daher, die Zuverlaessigkeit von vollkeramischen Front- und Seitenzahnbruecken mit einem Hartkerngeruest aus dichtgesinterter Zirkonoxidkeramik unter klinischen Bedingungen zu ueberpruefen. Material und Methode: In einem Zeitraum von Ende 1998 bis Anfang 2002 wurden bei 32 Patienten insgesamt 46 Bruecken, d.h. 10 Front- und 30 Seitenzahnbruecken mit einer Spannweite von bis zu drei Brueckengliedern eingesetzt. Die Herstellung der Brueckengerueste erfolgte durch eine Hartbearbeitung von dichtgesinterten Zirkonoxidrohlingen (DC-Zirkon) mit Hilfe des Precident DCS-Systems (DCS Dental AG, Allschwil, CH). Fuer die Kronenkappen wurde eine zirkulaere Wandstaerke von 0,6 mm2 vorgegeben und fuer die Brueckengliedverbinder jeweils ein Querschnitt von 16 mm2 angestrebt. Alle Brueckengerueste wurden mit der Vita D Verblendkeramik (Vita, Bad Saeckingen) verblendet. Die Praeparation der Zahnstuempfe wurde einheitlich mit einer ausgepraegten, etwa 0,6 -0,8 mm tiefen Hohlkehlpraeparation durchgefuehrt. Alle Bruecken wurden konventionell mit Zinkoxid-Phosphatzement befestigt. Zu den halbjaehrlichen Nachuntersuchungsterminen wurden die Restaurationen hinsichtlich dem Auftreten von Hartkernfrakturen (absolutes Misserfolgsereignis) oder Abplatzungen der Verblendkeramik sowie Friktions- und Vitalitaetsverlusten (relative Misserfolgsereignisse) kontrolliert. Darueber hinaus wurden weitere klinische Parameter (PI, GVI, PBI, Sondierungstiefe) an den ueberkronten Zaehnen und an unversorgten Kontrollzaehnen erhoben und die Patientenakzeptanz bezueglich des aesthetischen Erscheinungsbildes der eingegliederten Restaurationen ermittel. Ergebnisse: Innerhalb des bisherigen Beobachtungszeitraumes von maximal 38,8 Monaten (mittlere Verweildauer: 15,5 Monate) konten bislang keine absoluten Misserfolgsereignisse, d.h. keine Frakturen der Hartkerngerueste festgestellt werden. Nur in einem Patientenfall trat ein relatives Misserfolgsereignis in Form einer partiellen Verblendungsabplatzung auf. Ein Retentions- oder Vitalitaetsverlust wurde bei keiner der nachbeobachteten Bruecken bzw. Pfeilerzaehnen registriert. Die guenstigen parodontalen Indizes, die ueber den gesamten Verlauf der Nachuntersuchungen ermittelt wurden, weisen auf eine gute Gewebevertraeglichkeit des oxidkeramischen Geruetmaterials und der Verblendkeramik Vita D hin. Die aesthetischen Beurteilungen fielen sowohl bei den Patienten als auch bei den Zahnaerzten ueberaus positiv aus und sprechen fuer eine gute Akzeptanz hinsichtlich der keramischen Restaurationsmaterialien. Schlussfolgerung: Nach einer vorsichtigen Einschaetzung unterstuetzen die ersten klinischen Erfahrungen mit Bruecken aus DC-Zirkon die Annahme, dass vollkeramische Bruecken mit einem Hartkerngeruest aus dichtgesinterter Zirkonoxidkeramik eine ausreichende Langzeitfestigkeit aufweisen und gleichermassen fuer den Front- und den Seitenzahnbereich geeignet sein koennten. Da in die Nachuntersuchungen bislang nur eine geringe Anzahl von Bruecken mit einer Spannweite von mehr als zwei Brueckengliedern einbezogen werden konnten, kann diese Aussage aber derzeit nur fuer die Bruecken mit einem oder zwei Brueckengliedern getroffen werden. 11. Dr. S. Wegner, Kiel: Erste klinische Erfahrungen mit vollkeramischen Inlaybruecken Die Bedeutung von Aesthetik, keramischen Werkstoffen und minimaler Invasitaet ist in den letzten Jahren ein Feld von stetig steigendem Interesse in der Zahnheilkunde geworden. Hierbei liegen die Gruende sicherlich einerseits in der steigenden Erwartungshaltung in der Bevoelkerung, wo das perfekte Laecheln in den Medien vorgegeben wird und sich mittlerweile als ein neues Statussymbol entwickelt hat. Andererseits wird diese Entwicklung auch vom starken Konkurrenzdruck in der Dentalindustrie vorangetrieben. Gerade diese Entwicklung ist dafuer verantwortlich, dass oftmals keine klinischen Langzeitdaten vorliegen,da ein Grossteil der innovativen Produkte bereits nach einem kurzen Zeitraum abgeloest wird. Minimale Invasivitaet und Prothetik, diese beiden Begriffe waren bis heute nur in Ausnahmefaellen in direktem Zusammenhang erwaehnt worden. In einer klinischen Studie, die an der Klinik fuer Zahnaerztliche Prothetik, Propaedeutik und Werkstoffkunde der Christian Albrechts Universitaet zu Kiel durchgefuehrt wird, werden diese beiden Begriffe in unmittelbaren klinischen und praktischen Zusammenhang gebracht. Ziel der Studie ist es, den klinischen Langzeiterfolg vollkeramischer Inlaybruecken zum Ersatz fehlender 2. Praemolaren und 1. Molaren zu evaluieren. Fuer die Studie wurden 18 Patienten selektiert, die entweder einen fehlenden 2. Praemolaren oder 1. Molaren aufwiesen. Bei allen selektierten Patienten zeichneten sich die vorgefundenen Luecken durch kariesfreie oder mit kleinen Fuellungen versorgte Nachbarzaehne aus. Fuer den Fall, dass eine Vorbehandlung erforderlich war, wurden die prospektiven Pfeilerzaehne mit Komposit-Aufbaufuellungen versorgt. Anschliessend erfolgte die Pfeilerzahnpraeparation, die sich durch eine mindestens zweiflaechige Inlaypraeparation auszeichnete. Abformungen wurden mit einem Polyaethermaterial durchgefuehrt, woraufhin ein konventionelles Superhartgipsmodell und ein Wax-up hergestellt wurde. Bei der verwendeten Keramik handelte es sichum eine experimentelle Lithiumdisilikat Presskeramik (Ivoclar-Vivadent, Schaan, Liechtenstein), die sich durch eine Biegefestigkeit von ca. 430 Mpa auszeichnet. Bei der Dimensionierung der Restaurationen wurde eine okklusale Mindeststaerke von 1,5 mm eingehalten. Fuer die approximalen Verbinder galt ein gefordertes Mindestmass von 4 x 4 mm (16 mm2) in Hoehe und Breite. Zum Zeitpunkt der Studie lag die Keramik in fuenf Grundfarben vor. Nach dem erfolgten Pressvorgang wurden die Bruecken auf das Meistermodell aufgepasst und es wurde eine Anprobe durchgefuehrt, bei der auch bereits die zentrische und dynamische Okklusion eingeschliffenwurde. In einem weiteren Laborschritt erfolgte Individualisierung durch Bemalung (Empress 2 Stains, Ivoclar-Vivadent). Alle Restaurationen wurden unter absoluter Trockenlegung adhaesiv befestigt (Variolink II, Ivoclar-Vivadent). Die Eingliederung der Restaurationen erfolgte zwischen August 1999 und September 2000. Innerhalb dieses Beobachtungszeitraumes konnte bei keiner Restauration ein materialbedingter Misserfolg beobachtet werden. Es trat weder eine Fraktur einer Restauration noch eine Abplatzung von Keramik auf. Jedoch musste ein Pfeilerzahn devitalisiert werden, welcher aber unter Erhalt der Restauration mit einer Wurzelfuellung versorgt werden konnte. In einem weiteren Fall musste eine Restauration aufgrund von Retentionsverlust an einem Pfeilerzahl erneuert werden, was jedoch auf einen Verarbeitungsfehler bei der adhaesiven Befestigung schliessen laesst. Nach einem Beobachtungszeitraum von 19 - 32 Monaten ohne materialbedingte Misserfolge, kann auf einen weiteren positiven Verlauf der Studie gehofft werden. Die ersten gewonnenen klinischen Erfahrungen und insbesondere die breite Indikation dieser Restaurationsform koennten die Begriffe minimale Invasivitaet und Prothetik in einem neuen Licht erscheinen lassen. Fuer eine abschliessende klinische Beurteilung ist aber der Beobachtungszeitraum noch deutlich zu kurz. 12. H. Thiel, ZTM, Amtzell: Funktion: Kiefergelenk Funktion: Artikulatormechanik Funktion: Okklusion Eine Inhaltsangabe liegt nicht vor. 13. M. Ernst, ZT, Wuerzburg: Galvanotechnik: Entwicklung, praxisbezogene Hinweise und Fallbeispiele zeitgleich: Praktische Vorfuehrung eines Galvanoprozesses durch die Firma Gramm Geschichtliche Entwicklung: Die Galvanotechnik ist noch ein sehr junges Instrument im Konzert der grossen prothetischen Moeglichkeiten. Ihre Urspruenge gehen dem Namen nach auf Luigi Galvani aus Italien zurueck, der im 18. Jahrhundert durch Zufall an augehaengten Froschschenkeln das Prinzip der muskulaeren Spannung entdeckte. Diese Spannung ist im Koerper eines Lebewesens auch dann noch enthalten, wenn keine weitere Versorgung mit Nerven- oder Blutbahnen gegeben ist. Daher der Name dieser Technik. Die englischsprachigen Laender benutzen den Begriff electroforming". Dies trifft wie so haeufig viel eher den Nagel auf den Kopf. Denn jeder galvanische Auftrag auf ein Medium ist Form gebend und setzt Elektrizitaet voraus. Erste Versuche mit galvanisch hergestellten Inlays machten Armstrong und Rogers in den USA zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Ihre Baeder waren jedoch hochtoxisch, da sie das Nervengift Cyan enthielten. Deshalb waren umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen und riesige Badvolumina noetig. So konnte sich die Technik nicht bei der Allgemeinheit durchsetzen und geriet wieder in Vergessenheit. Erst Schwarz und Wismann gelang es Ende der 70er Jahre mit dem Platamic-Verfahren eine Methode zu entwickeln, aus einer nicht cyanidhaltigen Loesung Goldatome auf vorgegebenen Formen abzulagem. Dies geschah in grossen Zentren, zu denen die Kunden ihre Arbeiten hinschicken mussten. Eigentlich eine pfiffige Idee schon in den 80er Jahren outsourcing" zu betreiben Leider kam die Idee viel zu frueh. Die Zeit war einfach noch nicht reif genug. Jedes Labor versuchte noch alles selbst im eigenen Hause herzustellen. Also versuchte man ein Geraet zu entwickeln, dass in jedes Labor passte und das eine hohe Prozesssicherheit hatte. So wurde von der Firma Gramm, die sich schon damals mit der allgemeinen technischen Galvanik beschaeftigte, der Gammat 12 entwickelt. Er hatte ungefaehr Kuehlschrankgroesse und schaffte in einem Galvanisierprozess bis zu 28 Einheiten. Wie bei jeder neuen Technologie gab es auch hier Pioniere und findige Zahntechniker, die dieses Verfahren verbesserten und vervollkommneten. Stellvertretend seien hier nur die Namen Gerold Klaus und der ehemalige Wieland-Arbeitskreis genannt, die die Galvanotechnik entscheidend voran brachten. Wissenschaftliche Begleitung der Technik: Das Tolle an der Galvanotechnik ist, dass sie von Anfang an wissenschaftlich begleitet wurde. Es gibt kaum eine andere Technik, die so intensiv von allen moeglichen Wissenschaftlern untersucht wurde. Nach anfaenglicher Skepsis folgte Anerkennung und Repulation von hoechsten Stellen. Heute ist sie nicht mehr aus dem Laboralltag wegzudenken. Verschiedene Galvanisiermoeglichkeiten: Prinzipiell gibt es heute zwei unterschiedliche Herstellungsvarianten und eine Sonderform. Die Firma Hafner ging schon sehr frueh den aus der Schmuckindustrie bekannten Weg des permanenten Bades. Hier wird einem Badvolumen durch eine Regeleinheit immer soviel Gold hinzugegeben, dass genuegend Material zum Abscheiden vorhanden ist. Dieses Prinzip ist z.B. in den Geraeten HF300 oder HF600 verwirklicht. Ausgehend von der These, dass ein langsamer Aufbau von Goldatomen ein besserer ist, verfolgt die Firma Hafner diesen Weg. Ihre Marktpraesenz auch nach fast 15 Jahren zeigt, dass sie nicht so falsch mit ihrer Idee liegen koennen. Bei allen anderen Anbietern, wie z.B. Wieland, Schuetz, Heraeus oder Gramm muss man fuer jeden Anwendungsprozess dasGalvanobad neu in ein Glasgefaess bzw. das Geraet geben. Dies hat den Riesenvorteil, dass Verunreinigungen, die negativ auf die Badchemie einwirken koennen, nur auf diesen einen Abscheidprozess abstrahlen und nicht die ganze "Suppe versalzen". Deshalb kann hier auch mit Gipsstuempfen gearbeitet werden und die Verwendung von Kunststoffen ist nicht erforderlich. Durch die etwas andere Steuerelektronik dauert ein Abscheidevorgang nur zwischen 4 und 6 Stunden. Als Sonderform bezeichne ich den von der Firma Wieland mit der AGC-Speedtechnik angebotenen Weg der Herstellung von Einzelkronen innerhalb 1 bis 2 Stunden. Durch die Festlegung auf ein festes Badvolumen konnte die Steuerung dazu bewegt werden, in sehr kurzer Zeit eine ausreichende Schichtstaerke von Galvanogold abzuscheiden. Dieses Verfahren ist natuerlich etwas teuerer und auch nur fuer einzelne Kronen nutzbar. Bei allen anderen Geraeten kann man mehrere und verschiedene Arbeiten zusammen hineingeben. Was uns natuerlich zu der Frage fuehrt: was ist ueberhaupt mittels Galvanotechnik herstellbar? In erster Linie Kaeppchen fuer Verblendkronen und Inlays jeder Art. Aber auch in der Implantologie, der Doppelkronentechnik und in der Basis fuer totale Prothesen zeigt die Galvanotechnik ihre Staerken. Die Herstellung einer Krone: Das Herstellprinzip ist bei allenVerahren dasselbe. Anhand einer Einzelkrone wird hier beispielhaft der komplette Werdegang durchlaufen. Beginnend mit dem Ausblocken des Meisterstumpfes ueber den notwendigen Spacer zu den verschiedenen Dublierverfahren, das Ausgiessen der Form mit einem Gips der Klasse IV (bei Hafner Kunststoff), entformen, beschleifen und das Bohren eines Lochs zur Aufnahme des Kupferstabes werden erlaeutert. Einkleben eines Drahtes und notwendiges Isolieren werden ebenfalls gezeigt. Entscheidend fuer die Leitfaehigkeit des Gipses oder Kunststoffes ist eine Schicht spezieller Silberleitlack, die bis zur Praeparationsgrenze in einemStueck aufgetragen werden muss. Auch dies wird demonstriert. Das Bestuecken des Galvanokopfes und der darauffolgende Prozess sind ebenfalls ein Thema. Das Ausloesen des Gipses aus der aufgebauten Form und das darauf folgende Absaeurn stellen die naechsten Schritte dar. Auf das Aufpassen auf den Meisterstumpf und das anschliessende Verblenden wird besonders eingegangen. Die aesthetischen Vorteile, die man mit der Galvanotechnik erzielen kann und die Zementierbarkeit mit herkoemmlichem Phosphatzement werden ebenfalls vorgetragen. Praktische Faelle: Der zweite Teil des Referates beschaeftigt sich ausschliesslich mit praktischen Faellen, die die exzellenten Einsatzmoeglichkeiten der Galvanotechnik veranschaulichen sollen. Alle Bereiche, wie Bruecken, Inlays, Einzelkronen auf natuerlichen Stuempfen und auf Implantaten, Doppelkronen und Stege werden erklaert und es wird auch auf die Sonderformen galvanischer Hartvergoldung und Friktionserneuerung eingegangen, die die Galvanotechnik erst universell einsetzbar machen. So erhaelt der Auszubildende einen umfassenden Einblick in die Welt der zahntechnischen Galvanotechnik und kann sich ein eigenes Bild vom Umgang mit den verschiedenen Systemen machen. Weiter zu den Referaten vom Freitag Nachmittag |